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Freitag, 25. März 2022

25. März 2022, 10:57    Webmaster

29. März: Wir begrüßen den „Tag des Blendwerks“


Dieser Tag schreit förmlich nach unserem Beitrag. Denn mit was haben wir vom Wilden Bayern es häufiger zu tun als mit Blendwerk? Top 1 auf unserer Liste: Die unersetzlichen Förster.

Uns weiszumachen, dass ohne Förster in Bayern kein Baum wachsen könnte, hat sich das Ministerium im Jahr 2008 einige Million Euro kosten lassen. Erinnern Sie sich? Thessenvitz-Papier und „Flächenbrand in Bayern“? An den „medialen Humus“, den man damals auszubringen beschloss, um das verarmte Gedankengut von Waldbesitzern und Öffentlichkeit endlich mal gescheit anzuzüchten? An das „mediale Grundrauschen“, das man erzeugen wollte?

Allein die Medienkampagne wurde damals mit knapp 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Realistisch betrachtet, war das wohl noch ein Schnäppchen für die Leistung, die Botschaft vom unersetzlichen Förster in unseren Köpfen von „kompletter Unsinn“ auf „sinnvoll“ umzuprägen.

Und was die Gruppe sonst noch alles erarbeitet hat! Ein Ziel lautete zum Beispiel: Festangestellte Förster/innen zu sympathischen Botschaftern des Waldumbaus weiterentwickeln und „Die Förster/innen müssen deutlich bekannter werden (Gallionsfigur); Benchmark: Bürgermeister/in, Pfarrer/in“. Auch der Plan, die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten „als Dienstleister unentbehrlich zu machen“, wuchs damals in den holz-fokussierten, humus-geschwängerten Köpfen. Der Gedanke, dass man vielleicht einiges an Stellen einsparen sollte, wenn die Besagten nicht ganz von selbst unentbehrlich waren, wurde ganz schnell verbuddelt.

Sind wir nicht ganz geblendet von diesen brillianten Ideen? Es wurde jedenfalls genug Steuergeld in die Hand genommen, so dass manche Waldbesitzer die Botschaften hinterher tatsächlich aufgesogen haben wie junge Baumschulpflanzen den Flüssigdünger. Und so darf heute in unseren Wäldern kein Baum mehr wachsen, wie er es natürlicherweise tun würde. Dank der unersetzlichen Förster ist eine Fichten-Naturverjüngung nichts wert, wenn keine Tanne oder Buche oder auch Eiche drin vorkommt, aber eine Tanne oder Buche oder Eiche auch nicht, wenn es mit Exoten rentabler ist. Wo die Natur eine natürlich Sukzession mit Birken beginnt, wird sofort hektisch unterpflanzt.

Um die Grundbesitzer schön bei der Stange zu halten, schwärmen die Förster alle drei Jahre aus, zählen mit ihnen vermeintlich verbissene Knospen und nähren die große Fata Morgana, dass es das Wild zu bekämpfen gelte, um den Wald zu verbessern. Ratsuchend klammern sich die Eigentümer an ihre Dienstleister, die auch den Sack mit Fördermittel hüten. Wer die richtige Gesinnung an den Tag legt, bekommt dann auch die monetären Brosamen.

Was für ein blendendes Konzept! Stellen Sie sich bloß vor, die Waldbesitzer würden den Kopf heben, sich mit wachem Verstand umschauen und feststellen, dass über ihnen die Bäume unter Schädlingen, Klimawandel und mangelnder fachkundiger Pflege zusammenbrechen. Und dass sie unten eigentlich gar nichts tun müssen, weil dem Waldboden bloß das Licht fehlt, damit die Sämlinge in Scharen sprießen. Dass genug Pflanzen da sind für alle: Den Wald, das Wild und sogar für die Kasse des Waldbesitzers. Die Förster hätten plötzlich keine Aufgabe mehr, die Millionen, die für den Thessenvitz-Plan ausgegeben wurden, müssten gerechtfertigt werden und … geblendet schließen wir die Augen.

Weitere Infos zum Tag des Blendwerks und seinen Ursprung findet Ihr unter kleiner-kalender.de…

 

Bildquelle: (c)Wildes Bayern - privat




Hans Ullrich Weidner schrieb:


Hier bei uns in Hessen haben schon manche Gemeinde die Zusammenarbeit mit dem Forst aufgekündigt.Die Beratungen waren zu teuer und der Waldbau mit ihnen nicht akzeptabel.Wir müssen zurückdenken an die Zeit ,wo jedes Dorf seinen Förster hatte.
Damals haben sie nichts von Verbiss gehört oder gelesen,obwohl mehr wild vorhanden war.Es wurde Holz geschlagen ohne wie heute alle 20 Meter ein Prozessorweg anzulegen,und somit wichtigen Waldboden zu vernichten.
Gehen sie mit offenen Augen durch den Wald.Sie können erkennen ,das ist Staatswald,das ist Gemeindewald und das ist Privatwald

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