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Lieber Leser, liebe Leserin,

heute ist der Ehrentag der Kuh - wie passend, denn das Thema Beweidung, auch Waldweide, beschäftigt uns vom Wilden Bayern dieser Tage immer wieder. Unten in den Blogs finden Sie dazu ein sehr gut gemachtes Positionspapier eines Fachverbands. Eine Studie zu Auer- und Rotwild stellt klar heraus, dass ein Verbeißen durch große Pflanzenfresser elementar für ein Ökosystem aus lichtem Wald ist, in dem auch die geschützten Raufußhühner gedeihen können. Eine weitere Studie zeigt die hohe Bedeutung von Lücken und Löchern als Lichtungen im Wald für Blüten- und Insektenvielfalt auf. Und nicht zuletzt führt Dr. Christine Miller morgen eine Exkursion in Kooperation mit dem Verein Naturnahe Weidelandschaften in Oberbayern durch - wir drücken die Daumen, dass es nicht regnet, und sind schon auf den Bericht gespannt.

Ansonsten wimmelt es bei uns in der Geschäftsstelle aufs Herrlichste. Wie berichtet, haben wir ja ein neues, dynamisches junges Team, und die Ideen und Inputs sprudeln nur so. Sie finden in unserem Blog einige Wissenschaftsmeldungen zu Fledermäusen, Waldkäuzen und Adlern, die wir ohne die frische, unkonventionelle Herangehensweise und fachliche Kompetenz unserer jungen Wilden in dieser Fülle wahrscheinlich nicht auf die Beine gestellt hätten. Für unseren Shop basteln wir unter anderem an einer neuen Kooperation zum Thema Vogelschutz. Und wir konnten vom Zukunftsforum Alpen aus Liechtenstein berichten, das sich vor allem mit dem Thema Wasser befasste.

Den "Neuen" ist es auch gedankt, dass wir am Samstag gleich zwei Veranstaltungen parallel bespielen können: Neben der Exkursion präsentiert sich Wildes Bayern auch mit einem Stand beim Sommerfest im Münchner Tierheim in Riem - schauen Sie doch mal vorbei! Vielleicht treffen Sie unserer Maskottchen Schorschi, den Gamsbock, und Hanna, die Hirschkuh. Alle Infos finden Sie hier

Spüren Sie, wie es hier kribbelt und wurlt? Die Wochen seit dem letzten Newsletter waren auch ausnahmsweise arm an schlechten Nachrichten - wobei im Hintergrund mehr läuft, als man auf den ersten Blick sieht. Falls Sie in diesem Newsletter Meldungen zu Gams-, Reh- und Rotwild vermissen: Wir haben uns die diesjährigen Abschusspläne für unsere Schalenwildarten bereits genauer angeschaut. In den besonders eklatanten Fällen von zu hohen, verschobenen oder sonstwie auffälligen Abschussplanvorgaben haben wir bereits erste Klagen eingereicht - die Welle rollt, und wir werden in Kürze darüber berichten! Denn die Frage, wie gehen wir mit unserem Schalenwild um, kann nicht allein über Abschuss beantwortet werden. Wir brauchen ein gesamtes, nachhaltiges Management!

Ein Thema, in das man sich tiefer eindenken kann und sollte, finden Sie in zwei verschiedenen Meldungen hier: Der zum Reifenabrieb und der zu den Rückhaltebecken. Der Reifenabrieb ist grässlich - verantwortlich für rund 45 Prozent des Mikroplastiks in Gewässern und Boden, und noch dazu belastet mit unglaublich vielen Giften und Chemikalien (klarer Appell an jeden von uns: Langsam fahren! Wenig fahren!). Gleichzeitig erfahren wir, dass Regenrückhaltebecken, wie es sie ja häufig auch an Straßen gibt, ein hohes Potenzial als Lebensräume für die biologische Vielfalt bergen. Aber sammeln sich dann nicht genau hier die Gifte? Was kann man tun? Das muss zusammen gedacht werden, finden wir!

Ermutigende Ergebnisse hat eine australische Forscherin erhalten, die nach verheerenden Buschbränden mit simplen, aber artgerecht gemachten Insektenhotels wieder Leben in die verkohlten Wälder gebracht hat. Sehr spannend fanden wir auch den kritischen Bericht einer Naturschutzbehörde über ihre "Wildtierrettung" von Alpensalamandern an einer Berg-Baustelle.

Und in der Schweiz läuft derzeit ein schönes Forschungsprojekt zu Strukturen in der Agrarlandschaft, bei dem es schwerpunktmäßig auch um Mauswiesel und Hermelin geht. Wildes Bayern wurde angeschrieben, weil die Forscher auf Probensuche von den beiden Kleinsäugern sind. Leben Hermeline oder Mauswiesel in Ihrer Umgebung? Gehen Sie doch mal auf die Suche - alle nötigen Infos finden Sie in unserem Blog. Die Wissenschaftler freuen sich, wenn sie Funde zugeschickt bekommen.

Augen Aufhalten ist auch gefragt beim Alpenbock. Für den leuchtend blauen, leider sehr seltenen Käfer beginnt jetzt die Fortpflanzungszeit, und es besteht große Gefahr, dass er seine Eier in Holzstapeln ablegt, die dann abtransportiert und verfeuert werden. Wie Sie Sichtungen melden können, erfahren Sie in unserem Blog.

Womit wir schon zur Süßigkeiten-Abteilung dieses Newsletters gelangt sind. Hier gibt´s die Sahnehäubchen unserer vergangenen zwei Wochen! Da ist zum einen die von Wildes Bayern angesetzte Kuratoren-Führung durch die tolle Ausstellung "Land.schafft.Klang" in München am 13. September. Neben einer internen Gästeliste können sich auch Mitglieder für eine Teilnahme melden - wir verlosen einige Plätze! (Ganz unter uns: Das Programm an dem Tag endet wahrscheinlich nicht mit der Museumsführung, sondern es gibt für Interessierte nach einer Stärkung auch noch eine kleine Exkursion in den Schlosspark Nymphenburg mit seiner spannenden Fauna...)

Und hier noch ein persönlicher Favorit, den vielleicht jemand von Ihnen auf einer Urlaubsreise nutzen kann: Im Design-Museum London hat heute die Ausstellung "More than human" begonnen. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie Architektur, Mode etc. aussehen könnten, wenn wir sie mal nicht nur aus unserer anthropozentrischen Sichtweise gestalten würden, sondern für Insekten, Tiere und die Natur mitdenken würden. Ein wunderbarer Ansatz, finden Sie nicht? Mehr Infos dazu hier und sicher auch in Kürze in unserem Blog.

Aber klar, nicht jeder von uns wird es nach London schaffen. Wer dieses Wochenende wegen Regens erstmal auf der Couch landet, kann sich seine Portion Inspiration in der ARD-Mediathek holen. Da gibt es den 50-minütigen Beitrag "Mission Boden" über regenerative Landwirtschaft. Ein wirklich ermutigendes Thema, weil es Wege aufzeigt, wie Landwirtschaft auch abseits von Pestiziden, überdimensionierten Maschinen und Profitdruck (Entschuldigung, wenn ich hier mal kurz schwarzmale) funktionieren kann. Nämlich mit Humus, Regenwürmern und einem achtsamen Umgang mit der Natur.

In diesem Sinne, mit hoffnungsvollen und tatendurstigen Grüßen,
Ihr Team vom Wilden Bayern

Forschungsprojekt zum Mitmachen: Hermelin und Mauswiesel gesucht!

An der Universität Bern in der Schweiz läuft ein ganz wunderbares Projekt: "Kleinstrukturen für die Biodiversität". Es erforscht den Nutzen von Stein- und Asthaufen für die Artenvielfalt in der Landschaft, speziell in landwirtschaftlich genutzten Gegenden. Ein Teil des Projekts ist die Erfassung von Hermelinen und Mauswieseln. Sie sind als Kleinsäuger direkte Profiteure von Lebensraumstrukturen wie Stein- oder Asthaufen. Aktuell bittet …

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Ein Hermelin sitzt auf einem Erdhaufen

Reifenabrieb vergiftet Gewässer, aber jeder kann was tun

Fast die Hälfte des Mikroplastiks, das Wissenschaftler in Böden und Gewässern finden, stammt vom Abrieb von Autoreifen. Forscher des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) haben darüber hinaus noch mindestens 140 giftige Zusatzstoffe aus den Rädern in unserer Natur entdeckt. Sie gehen davon aus, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist, und dass viele weitere, unentdeckte Gifte auf diesem …

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Blick auf das Profil eines Autoreifens

UPDATE Böllerverbot: Petition weiter teilen und unterschreiben!

Wer den Lärm, Gestank, Dreck und das Tierleid wegen der Feuerwerke zu Silvester satt hat, kann JETZT handeln: Die Petition der Gewerkschaft der Polizei Berlin läuft weiter und kann nach wie vor unterschrieben und geteilt werden. Leider hat sich nach Auskunft der Initiatoren durch die Innenministerkonferenz im Juni noch kein Durchgreifen der Bundesregierung abgezeichnet. Aber in den Niederlanden ist das …

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Farbige Leuchtraketen malen Blumen an den Himmel (Feuerwerk)

Fledermaus-Experiment: Schlecken gegen Tollwut

Vampire, die impfen statt saugen? Klingt nach einem Horrorfilm mit Happy End – ist aber Realität in der Welt der Fledermausforschung. Ein internationales Team von Forschenden hat eine Methode entwickelt, wie man wildlebende Vampirfledermäuse in Mittel- und Südamerika gegen Tollwut impfen kann – ganz ohne Nadeln oder nächtliche Hysterie. Der Trick: eine spezielle Impf-Gel-Mischung, die auf das Rückenfell einiger Tiere …

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Vor grünem Hintergrund ein Foto: Eine Fledermaus hängt in einem Baum

Bienenhotels helfen sogar nach Buschbränden

Nach schlimmen Buschbränden in Australien im Sommer 2019/20 hat eine Forscherin erstmals untersucht, wie man Wildbienen helfen kann, die verbrannten Flächen wieder zu besiedeln. Die Lösung ist so einfach wie bestechend: Mit Insektenhotels! Und zwar in der simpelsten Bauweise, die man sich so denken kann: In Form von abgeschnittenen Schilfrohren, entweder in Holzblöcke gesteckt oder sogar einfach als Bündel in …

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Gebündelte verwitterte Schilfröhrchen und Holzstämme mit gebohrten Löchern für Insekten

Mehr Hirsche für die Hühner

Waldweide? In Zeiten von Klimawandel und Zukunftswald ist das ein Begriff aus Mottenkiste oder Giftschrank (wahlweise)! Gerade für die meisten Förster ist es undenkbar, pflanzenverdauende Tiere absichtlich zwischen Bäumen fressen zu lassen! Doch diese Sichtweise ist nicht modern und zukunftsorientiert, sondern einseitig und wohl profitgesteuert. Denn wie gerade eine Forschergruppe um Thomas Asch in verschiedenen Jagdzeitschriften (Anblick, Wild und Hund) …

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Ein lichter Wald mit dicken Stämmen, Holzstumpf, Preiselbeeren und Jungwuchs

Waldkäuze: Wer nix hört, kann immer noch sehen!

Der Waldkauz ist ein Nachtjäger mit feinen Sinnen. Umso interessanter ist die Frage, wie die Art mit nächtlichem Lärm und Lichtverschmutzung umgeht, wie sie ja immer mehr in natürliche Lebensräume hineingetragen werden. Diese Frage verfolgten Wissenschaftler der schwedischen Universität Lund mit einer Untersuchung. Sie wollten wissen, wie sich Verkehrsgeräusche und künstliches Licht auf die Beuteerkennung des Waldkauzes auswirken. Dazu spielten …

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Ein Waldkauz schaut hinter einem Baum hervor

UPDATE Windkraft Öttinger Forst: Bürgerinitiativen protestieren mit Offenem Brief

Mit einem Offenen Brief an Vertreter der Bundes- und Bayerischen Staatsregierung, den regionalen Planungsverband und zahlreiche Bürgermeister im Landkreis Altötting hat ein Bündnis aus Bürgerinitiativen um die Interessengemeinschaft "Unser Wald" einen sofortigen Planungsstopp für die Windkraftprojekte im Öttinger Forst gefordert. In ihrer Pressemitteilung heißt es: "Hintergrund ist das geplante Windkraftprojekt im Staatsforst bei Burgkirchen, in einem der windschwächsten Gebiete Bayerns. …

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(c)Bushcraft und Abenteuer / Outdoor Chiemgau - Windkraft statt Wald?

Alpenbockkäfer: Brennholz jetzt noch wegschaffen, Sichtungen melden!

Es ist wieder soweit: Die Paarungszeit des Alpenbockkäfers beginnt! Im Namen unseres Mitglieds Helmut Jenne bitten wir alle Leser, die Augen offen zu halten nach den herrlichen, bedrohten blau-schwarzen Käfern mit den langen Fühlern, und Beobachtungen unbedingt zu melden. Wir bitten im Namen von Helmut Jenne alle Berg- und Waldbauern, zum Schutz des seltenen und wunderschönen Alpenbockkäfers ihr Buchen- und …

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Ein Alpenbockkäfer krabbelt über einen Holzstamm

Adler gegen Stromleitung – jetzt hilft eine Risikokarte

Adler fliegen majestätisch durch die Lüfte und haben unfassbar scharfe Augen sowie beeindruckende Schwingen. Doch gegen eine gut getarnte Stromleitung hilft all das manchmal nichts. Für viele Greifvögel endet ein Flug an der falschen Stelle tödlich. Wie lässt sich das verhindern? Die Antwort könnte in einem unscheinbaren Gerät auf dem Rücken eines Adlers stecken. In Tasmanien, der kleinen Insel südlich …

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Ein Steinadler landet mit ausgebreiteten Schwingen auf einem toten Ast

Rückhaltebecken als Hotspots der Artenvielfalt?

Wow, wer hätte das gedacht? Es scheint, als könnten Regenrückhaltebecken, wie sie in immer mehr Siedlungen und Städten oder auch an Autobahnen angelegt werden, einen großen Vorteil für die Artenvielfalt bringen - allerdings nur, wenn sie richtig gemacht sind. Das geht aus einem aktuellen Beitrag in der Zeitschrift "Naturschutz und Landschaftsplanung" hervor. Der Artikel fußt auf einer Untersuchung an Amphibien, …

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Ein Frosch mit großen Blasen an den Kiefern schwimmt im Wasser

UPDATE: Ausstellung Land.schafft.Klang in München eröffnet

Die Ausstellung „Land.schafft.Klang!" gastiert jetzt bis 9. November im Museum Mensch und Natur in Schloss Nymphenburg Auf dem Programm stehen auch tolle Führngen, wie am 15.7. zu Klanglandschaften oder am 2.8. "Erlausche Artenvielfalt am Rande der Millionenstadt". Zur Ausstellungseröffnung kamen unter anderem Prinz Ludwig von Bayern, Michaela Metz, Dr. Rudolf Neumeier vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege, Ministerialdirigent Dr. Johannes Eberle …

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UPDATE: Ausstellung Land.schafft.Klang in München eröffnet

Wildtierrettung der anderen Art - inklusive Methodenkritik

Eine Überraschung erlebten Naturschutz-Mitarbeiter bei einer Baumaßnahme in den Berchtesgadener Alpen. Dort sollte auf über 1.000 Meter Höhe die Trinkwasserleitung einer Hütte erneuert werden. Weil sich die Baustelle mit einem Vorkommensbereich von geschützten Alpensalamandern überschnitt, hätte man ursprünglich vorgehabt, die Tiere aus ihrem Lebensraum zu vergrämen. Doch dann wurde nach ersten Tests, bei denen unerwartet viele der schwarzen Amphibien gefunden …

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Ein schwarzer Alpensalamander auf Steinen

Bitte mehr Lücken und Löcher im Wald!

Wissenschaftler haben sich den Wald im Donauengtal bei Passau auf sein Licht, seine Lücken und Löcher hin angeschaut. Denn im Donauengtal wurde früher der Wald stark genutzt, er war licht, und am Boden wuchsen eine Vielzahl von Blühpflanzen. In der Folge war auch die Insektenvielfalt hoch. Waldlücken sind für Wildbienen und Waldpflanzen wichtiger Lebensraum und für die Leistung der Bestäubung …

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Junger Nadelwald, im Vordergrund blühender Fingerhut

Top gerüstet: Unsere Themenseite zur Weidehaltung UPDATE

Hier kommt eine neue, professionelle und ausführliche Informationsbroschüre zur Weidetierhaltung: Das Positionspapier "Zukunft Milchvieh & Weidehaltung" des Forschungsinstituts für Nutztierbiologie (FBN). Im Rahmen der Diskussion rund um die Themen Tierwohl, Artenvielfalt, Klimaschutz und -wandel in der Landwirtschaft möchte das FBN mit Erkenntnissen aus der Forschung evidenzbasierte Orientierung geben. Das Positionspapier listet sowohl die vielfältigen Vorteile der Weideviehhaltung auf Basis geprüfter …

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Unterschiedliche Kühe liegen auf einer Bergwiese, durch die ein Bach rinnt,

UPDATE Rheinland-Pfalz: Petition gegens Jagdgesetz

Es gibt etwas, das wir alle tun können, um das wildfeindliche Jagdgesetz in Rheinland-Pfalz zu verhindern: Bitte unterschreibt die folgende Petition des Hegerings Adenau! Sie besagt Folgendes: "Die geplante Novelle des Landesjagdgesetzes in Rheinland-Pfalz ist in ihrer aktuellen Form realitätsfern, wildfeindlich und gefährlich. Sie gefährdet: das bewährte Prinzip des respektvollen Umgang mit dem Wild (Waidgerechtigkeit), die Lebensraumqualität der Wildtiere, die Verantwortung der …

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Ein Muffelwidder steht im Wald
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