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Lieber Leser, liebe Leserin,
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willkommen zurück aus der Sommerpause! Na, was haben wir Ihnen versprochen in unserem letzten Newsletter - ist das ein heißer Sommer, oder ist es keiner?
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Ach so, Sie wissen vielleicht noch von gar nichts. Wir haben ja mit dem Newsletter pausiert, und aus dem sonnigen Italien, Griechenland oder wo immer Sie weilten, haben Sie vielleicht auch nicht auf unseren Blog geschaut, der sich trotz "Sommerpause" rasant mit spannenden Meldungen gefüllt hat. Dann erstmal soviel: Die Luft brennt mal wieder, und daran ändern auch die herbstlichen Außentemperaturen nichts!
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Unsere jüngste Entdeckung im Landkreis Berchtesgaden hält unser Team auf Trab, inklusive der Rechtsvertretung. Aber schon vorher war dieser August alles andere als entspannend. Es gab hoch wichtige News in Sachen Windkraft, Tierseuchen, Wissenschaft - und obendrauf eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, die als schallende Watschen in den bayerischen und deutschen (Naturschutz-)Behörden angekommen sein dürfte.
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Dieser Entscheid und ein Magazinbericht darüber fassen beinahe auf den Punkt genau das zusammen, was Wildes Bayern seit Jahren erlebt, und woran wir uns abarbeiten. Er befasste sich mit dem Holzeinschlag eines Unternehmens in Estland zur Brut- und Aufzuchtzeit, und die Frage war, wie streng eigentlich die Vogelschutzrichtlinie auszulegen ist (das hätte genauso gut einer unserer vielen Fälle hier in Bayern sein können!). Gilt sie schon bei zehn brütenden Paaren pro Hektar, und gilt sie auch für Allerweltsarten, wie Amsel, Rotkehlchen und Buchfink? Die zuständige estnische Behörde hatte den Einschlag nämlich zu sensiblen Zeitpunkten untersagt, und das Unternehmen war dagegen vor Gericht gegangen.
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Der EuGH hat die volle Wirksamkeit der Vogelschutzrichtlinie unterstrichen - ja, sie gilt auch schon bei nur zehn Brutpaaren, und völlig egal, ob sie nun bedroht sind oder nicht. Großartig genug, aber das Online-Magazin "Riffreporter" hat den Bogen noch deutlich weiter gespannt (hier mal nur die Schlusssätze):
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"Dass viele Mitarbeiter in regionalen Planungs- und Umweltbehörden offenbar zu verzagt, zu träge oder auch zu schlecht informiert sind, um europäisches Artenschutzrecht in der Praxis anzuwenden, ist traurig genug. Dass aber Landesumweltämter und sogar das Bundesamt für Naturschutz unter dem Druck einer naturvergessenen Politik dieses Recht seit Jahrzehnten systematisch relativieren und aushöhlen, ist ein Skandal. Eine Natur, die solche „Freunde“ hat, braucht keine Feinde mehr." Mehr dazu finden Sie unten im Blogbeitrag.
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Womit wir schon bei unserem aktuellsten Brennpunkt wären, nämlich den Behörden im Landkreis Berchtesgadener Land. Wildes Bayern hat aufgedeckt, dass es im dortigen BaySf-Forstbetrieb ein unüberschaubares Durcheinander gibt, was die Revierzuschnitte und die Abschusspläne angeht. Dabei waren die auf den ersten Blick alles andere als unüberschaubar, es gab nämlich nur zwei, Berchtesgadener Alpen-Nord und -Süd.
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Aber warum machte die Behörde dieses Jahr plötzlich vier daraus? Und wie passen all die anderen Ungereimtheiten ins Bild? Wir haben die Abschusspläne für Gams beklagt, damit ein Gericht klärt, was hier Sache ist. Denn wir wollen wissen, ob die vielen Gams, die in den vergangenen Jahren - bevorzugt an Wochenenden im Frühjahr, was anderswo "Schonzeit" genannt wird - erlegt wurden, auch wirklich auf geltender rechtlicher Grundlage gestorben sind.
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Ein anderes regionales Thema der Alpen, das wir bearbeitet haben, betrifft die Freizeitnutzung am Berg. Der Landkreis Miesbach hat gerade eine Verordnung über einige Landschaftsschutzgebiete erneuert und dabei "durch die Hintertür" auf drei Dutzend entlegenen Pfaden und Steigen das Mountainbiken erlaubt. Wir haben uns per Stellungnahme dagegen ausgesprochen - aus gutem Grund, wie der jüngste Absturz einer halben Rinderherde im Kreis Garmisch-Partenkirchen einmal mehr verdeutlicht.
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Gerade schnell auftauchende Sportler am Boden oder in der Luft oder sonstige Fluggeräte versetzen Tiere in Panik - ob Milchkuh oder Hirschkuh! Die Flucht erfolgt kopflos, und nur bei den vom Mensch behüteten Weidetieren sehen wir das Ergebnis. Abgestürzte Gämsen oder Hirsche werden von Beutegreifern verräumt und, falls überhaupt entdeckt, von Jägern als natürlicher Kollateralschaden verbucht. Ihre Bedürfnisse müssen wir schützen, deshalb setzt sich Wildes Bayern vehement für fach- und artengerechte Nutzungskonzepte in der Natur ein, inklusive Ruhezonen und Betretungsverbote.
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Eine wirklich gute Nachricht aus dem Sommer war, dass die Bundesregierung auf der Basis des Koalitionsvertrags nochmal prüft, ob an windschwachen Standorten wie in Bayern der Bau von Windrädern trotz hoher Subventionen rentabel ist. Parallel dazu hat die Deutsche Wildtier Stiftung das Thema Vogelschutz und Windkraft untersucht - und zahlreiche Mängel und Defizite aufgezeigt. Wir hatten ja schon vor der Sommerpause einen kritischen Beitrag aus der Wirtschaftsredaktion der "Welt" zu diesem Thema gebracht und beobachten hoch gespannt, was sich weiter tut.
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Aus der Wissenschaft kamen zwei erschütternde Nachrichten, die hoffentlich schnell Konsequenzen haben werden. Ein weit verbreitetes Fungizid schädigt den Nachwuchs von Spatzen! Hier muss dringend ein Verbot her. Auch der Bericht aus den USA, wo sich die Vogelgrippe in Milchviehbeständen "eingenistet" hat und über deren Luft, Abwässer und Exkremente in die Natur getragen wird, macht uns große Sorge und bedarf dringendst einer Lösung.
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Viele weitere unserer Wissenschaftsmeldungen befassen sich leider mit Krankheiten unserer Wildtiere, gegen die mit den verschiedensten, immerhin kreativen Mitteln angekämpft wird: Es gibt neue Krebssperren in Bächen, es gibt simple "Saunas" für Frösche und es gibt Medikamente für Adler... die Entwicklung ist traurig, aber die gefundenen Wege sind spannend und geben Hoffnung. Weil wir nicht alle Meldungen aus dem vergangenen Monat hier anhängen können, ist ein Besuch auf unserem Blog unbedingt empfehlenswert!
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Liebe Leser und Leserinnen, wenn Sie nun wieder gut zuhause angekommen sind, dann sind Sie vielleicht auch bereit für neue Taten oder Unternehmungen zugunsten unserer Tierwelt. Sie finden zahlreiche Terminhinweise auf dem Blog, aber besonders möchten wir Sie auf eine Aktion hinweisen, mit der Sie konkret helfen können. Der Verein Deutsche Tier Lobby geht im September für bessere Haltungsbedingungen für Schweine auf die Straße - vielleicht möchten Sie mit! Falls nicht, können Sie die Aktion auch einfach mit einer Postkarte unterstützen.
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Alle Kinder bis ungefähr Alter zehn haben noch bis 15. September die Möglichkeit, an unserem Malwettbewerb teilzunehmen und tolle Buchpreise zu gewinnen. Und hier schonmal der geheime Tipp, dass es in den kommenden Tagen noch eine Vorstellung eines wunderbaren, jüngst preisgekrönten Kinderbuchs geben wird, bei der wir auch gleich zwei Werke verlosen. Also dran bleiben am Blog!
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Wir wünschen eine gute Rückkehr in den heimischen Alltag und weiter Wachheit und Tatkraft, wenn es um die Lebensbedingungen unserer Wildtiere geht.
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Ihr Team vom Wilden Bayern
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Politikerin Silvia Breher ist neue Tierschutzbeauftragte
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Am 27. August 2025 hat das Bundeskabinett die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Silvia Breher, zur neuen Beauftragten der Bundesregierung für Tierschutz berufen. Dies erfolgte auf Vorschlag von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. Breher tritt ihr Amt am 1. September 2025 an. Sie folgt auf Ariane Kari, die die Aufgabe 2023 übernommen hat. Tierschutzorganisationen kritisieren die Wahl (siehe …
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Tiertragödien am Berg - bessere Nutzungskonzepte müssen her!
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Das war wohl kein Bär und auch kein Wolf: Am letzten Wochenende sind im Kreis Garmisch-Partenkirchen 15 Rinder auf einer Alm zu Tode gestürzt, nachdem sie vermutlich in eine Massenpanik ausgebrochen sind. Darüber berichtet das Garmischer Tagblatt. Wie die zitierten Hirten und Almbauern in dem Beitrag nahelegten, könnten Hubschrauber der Bundeswehr oder niedrig fliegende Paraglider bzw. Speedflyer gewesen sein, die …
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Wundersame Reviervermehrung im Forstbetrieb Berchtesgaden UPDATE
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Der BaySf-Forstbetrieb Berchtesgaden hat auf die Klage von Wildes Bayern hin den Sofortvollzug des Abschussplans beantragt und am 26.8. vom Landratsamt genehmigt bekommen. Wildes Bayern prüft jetzt, ob wir mit einem Eilantrag dagegen vorgehen - uns liegen nämlich mittlerweile weitere Informationen vor, die unsere Ahnungen mehr als bestätigen: Die bisher entdeckten Unstimmigkeiten bei Revierzuschnitt und Abschussplänen im Forstbetrieb Berchtesgaden waren …
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Jetzt engagieren für bessere Schweinehaltung!
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Schon von Anbeginn engagiert sich Wildes Bayern nicht nur für wilde, sondern auch für domestizierte Schweine. Denn die Bedingungen, unter denen diese sozialen, intelligenten Tiere in vielen Ställen leben müssen, sind komplett untragbar. Deshalb finden wir: Tierschutz ist unteilbar. Ob wildlebend oder domestiziert, jedes Tier verdienen Respekt, artgerechte Lebensbedingungen und ein Leben ohne Leid. Um die aktuellen Bedingungen weiter zu verbessern, …
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Ferien-Malwettbewerb mit tollen Buchpreisen!
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Unser Wildes Bayern-Malwettbewerb läuft noch bis 15. September 2025! Jetzt verraten wir Euch, was es zu gewinnen gibt: Die bekannte Natur-Autorin Bärbel Oftring aus Böblingen hat uns einen ganzen Schwung Bücher zur Verfügung gestellt, aus denen wir dann die passenden für Euch als Preisträger heraussuchen können. Bitte vergesst also auf keinen Fall, Euer Alter und Eure Adresse mit den Bildern …
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EuGH-Urteil stärkt Naturschutz und die Arbeit von Wildes Bayern
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Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat ein weitreichendes Urteil zum Schutz von Vögeln gefällt, das die Arbeit von Wildes Bayern absolut bestärkt. Auf eine Vorlage aus Estland hin hat er entschieden, dass alle Vogelarten streng geschützt sind, auch wenn sie nicht explizit von der Europäischen Vogelschutzrichtlinie erfasst werden. Das Thema wurde vom Online-Magazin "Riffreporter" aufgegriffen; der Beitrag ist absolut lesenswert, denn …
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Vogelgrippe verbreitet sich wohl auch über Milchvieh
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Immer wieder gab es in den letzten Jahren Meldungen über Vogelgrippe bei Säugetieren. Jetzt sind auch Milchkühe dran, und die Entwicklung ist besorgniserregend. Seit 2024 breitet sich das Vogelgrippe-Virus H5N1 in Milchviehbeständen der USA aus. Besonders betroffen ist Kalifornien, wo bis zum Sommer 2025 bereits über 760 Betriebe positiv getestet wurden. Eine neue Studie aus den USA zeigt nun, dass …
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Landkreis Miesbach - biketrails statt Birkhühner?
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Der Landkreis Miesbach schreibt seine Landschaftsschutzgebiete (LSG) fort - und will in diesem Rahmen 35 Strecken neu für die Mountainbikenutzung freigeben. Wildes Bayern hat dazu ausführlich und kritisch fachlich Stellung bezogen. Grundsätzlich sind die Gebiete „Egartenlandschaft um Miesbach“, „Oberstes Leitzachtal und Umgebung bei Bayrischzell“, „Schliersee und Umgebung“, Spitzingsee und Umgebung“, „Tegernsee und Umgebung“ sowie „Weißachtal und Umgebung im westlichen Mangfallgebirge“ …
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UPDATE Windräder wider Vogelschutz
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Die Deutsche Wildtier Stiftung hat über eine Studie festgestellt, dass Windkraftanlagen mit ihren schweren Rotorblättern insbesondere viele heimische Brutvogelarten bedrohen. Vogelschutzgebiete sind in Deutschland erheblich von der Nähe zu Windkraftanlagen betroffen – viele Anlagen stehen sogar innerhalb der Schutzgebietsgrenzen. UPDATE Hier findet Ihr einen Bericht des STERN über die Studie und das Thema Der Fokus der Studie lag auf Vogelschutzgebieten …
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Schlechte Nachricht: Fungizid schädigt Spatzen
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Das in der Landwirtschaft weit verbreitete Anti-Pilzmittel Tebuconazol schädigt offenbar Jungvögel von Spatzen und beeinträchtigt den Fortpflanzungserfolg von Haussperlingen - so lautet das erschreckende Ergebnis einer aktuellen Studie aus der Schweiz, über die jetzt das Forum Biodiversität Schweiz berichtet hat. Der Einsatz von Pestiziden gilt als eine der Hauptursachen für den Rückgang von Vögeln der Agrarlandschaft. Die neue Studie hat …
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UPDATE Kippen die windschwachen Standorte in Bayern? Koalition prüft
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Brandheiße Neuigkeiten aus dem Bund: Die Schwachwindstandorte für Windräder, wie in Bayern, werden nochmal überprüft! Die Grundlage dafür ist eigentlich schon im Koalitionsvertrag festgeschrieben, aber aus welchen undurchsichtigen Gründen auch immer just jetzt in den Medien nach oben gespült worden. Im Vertrag heißt es: "...Dabei überprüfen wir auch das Referenzertragsmodell auf KostenefÏzienz unter anderem hinsichtlich unwirtschaftlicher Schwachwind-Standorte." Das Referenzertragsmodell liefert …
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