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Lieber Leser, liebe Leserin,
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wir freuen uns riesig auf Sie! Denn wir hoffen, möglichst viele von Ihnen, darunter unsere Neumitglieder, dieses Wochenende auf den Jagd- und Schützentagen in Grünau bei Neuburg an der Donau zu sehen. Auch wenn es dem Namen nach eine Jagdmesse ist, bietet sie viel Spannendes, Schönes und Praktisches für alle Naturfreunde. Bitte besuchen Sie unbedingt unseren Stand in Halle 5 (das ist die mit der Bühne).
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Wildes Bayern war in den letzten Tagen mal in Gefilden unterwegs, die wir sonst nicht so häufig berühren - zum Beispiel die Stadt. In München haben wir einen Etappen-Gerichtserfolg errungen und alte Bäume vor der Fällung bewahren können. Mitgebracht haben wir Tipps, wie eine spannende Tierwanderung einer neuen Wissenschaftsinitiative im Stadtteil Neuperlach, aber auch den Hinweis auf das Projekt "aufleben" in der Schweiz, das sich speziell der Vielfalt in der Stadt widmet. Außerdem lesen Sie unten von einer Studie, die zeigt, dass städtische Mauereidechsen toleranter leben als ihre Artgenossen auf dem Land.
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Für Stadt- wie auch Dorfbewohner interessant sind auf jeden Fall die zwei abendlichen Vorträge über Igel, die in Kürze an der VHS Ingolstadt angeboten werden (einer davon online). Große Empfehlung von uns!
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Bitte leiten Sie diesen Newsletter also besonders gerne an stadtlebende naturinteressierte Menschen weiter! Für die dürfte auch der erneute Hinweis auf unsere Vogelschutzfolie für Fensterscheiben besonders interessant sein. Diese Folie ist gerade auf Erfolgskurs durch ganz Deutschland; zuletzt wurde sogar das Springer-Hochhaus in Berlin damit eingekleidet, was wir sehr begrüßen! Es wäre so schön, wenn jeder von uns diesen einfachen Schritt tun würde, um Vögeln die schlimmen Verletzungen oder gar den Tod durch einen Zusammenprall mit spiegelnden Glasscheiben zu ersparen.
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Womit wir schon bei unserem wichtigen Workshop am 24. Oktober sind: Naturnahes Bauen und Sanieren im Außenbereich. Denn genau darum geht es: Die Natur - Vögel, Insekten, Fledermäuse und andere - bei Bau- und Sanierungsmaßnahmen zu berücksichtigen. Ihre Bedürfnisse zu beachten, ihnen vielleicht Lebensräume und Nischen einzuräumen. Sie finden den Flyer zur Tagung unten im Blogbeitrag; bitte machen Sie in Ihrer Kommune, bei Architekten, Baumeistern und Planern nochmal kräftig Werbung für diese Veranstaltung. Es gibt noch freie Plätze!
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Im Außenbereich entstehen ja derzeit auch immer mehr Windräder. Aber wussten Sie, dass die - neben den schädlichen PFAS-Chemikalien und nicht recyclebaren Verbundstoffen aus Tropenholz und Glasfaser - auch eine Menge Mineralöl verbrauchen? Lesen Sie unseren Beitrag dazu. Ein Gericht hat übrigens den Bau solcher Anlagen vor kurzem gestoppt - weil sie sich in rund einem Kilometer Nähe zu einem europäischen Vogelschutzgebiet befanden, und mal wieder niemand die Auswirkungen auf dessen Schutzgüter unter die Lupe genommen hatte. Auch das haben wir mit einem Blogbeitrag thematisiert.
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Ein anderes Gefilde, dem wir nicht so oft Aufmerksamkeit schenken, wie es nötig wäre, sind die Gewässer als Lebensraum von Fischen, Amphibien und zahllosen Kleinstlebewesen. Der 8. Oktober trug den sperrigen Namen "Dam removal day", was sich auf Deutsch noch viel sperriger anhört, ungefähr "Damm Entfernungs Tag". Es geht darum, Gewässer von Barrieren zu befreien und sie für wandernde Tiere wieder durchgängiger zu machen. Wir nehmen den Tag jedenfalls zum Anlass, auf die traurige Situation vieler heimischer Fischarten hinzuweisen, aber auch auf einen Preis, der Projekte zur Renaturierung würdigt. Bitte nehmen Sie sich die Zeit für diesen Blogbeitrag, denn die "Stimme" der Fische ist ohnehin schon sehr leise und selten zu hören.
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Die Fülle unserer Meldungen aus den letzten zwei Wochen ist so groß, dass Sie einen Teil wieder im Blog direkt anschauen sollten, zum Beispiel zu den Themen Insektenlebensräume, Vogelfütterung oder dem ärgerlichen Phänomen von "Schrott-Wissenschaft". An dieser Stelle möchten wir Ihnen aber noch zwei hoch spannende Wissenschaftsergebnisse präsentieren, über die jeder Wildtierfreund Bescheid wissen sollte. Beide handeln von Schlüsselrolllen: Zum einen haben Wissenschaftler die Schlüsselrolle der Genetik für die Bewahrung der biologischen Vielfalt herausgearbeitet.
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Ein wichtiges Thema, das wir unter anderem anlässlich der Isolation von Rotwild in weit verstreuten Gebieten nicht müde werden, zu betonen: Selbst wenn an einem Ort der Bestand zu hoch wäre, kann das trotzdem bedeuten, dass der Aussterbeprozess der Population hier bereits im Gange ist. Denn genetische Vielfalt, die einhergeht mit Gesundheit, ist etwas vollkommen anderes als eine Vielzahl an Individuen. Das Wissenschaftlerteam arbeitet das hervorragend und umfassend heraus. Lesenswert!
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Die zweite Studie - einer der Wildes Bayern-Favoriten dieser Woche - hat die Schlüsselrolle verschiedener Wildsäugetiere bei der konkreten Verbreitung und Erhaltung der Artenvielfalt aufgedeckt. Am Beispiel isolierter Feuchtlebensräume in Toteiskesseln in Nordostdeutschland ließ sich zeigen, dass der tierische Transport von Samen, aber auch kleinen aquatischen Rädertierchen und anderen Wirbellosen den Austausch und die Verbreitung zwischen den Tümpeln aufrecht erhält. Die "Spediteure" hießen Reh, Damhirsch, Fuchs, Wildschein und Co., und sie schmuggelten die Samen und Tiere in ihren Haaren, Hufen und sogar im Magen-Darm-Trakt von einem Lebensraum zum nächsten. Gerade die Sauen taten sich dabei hervor, weil sie sich nicht nur im Dickicht herumtreiben, sondern ebenso gerne im Matsch suhlen. Das bietet Mitfahrgelegenheiten für alle Arten von Organismen!
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In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein vielfältiges und schönes Wochenende mit offenen Augen und sonstigen Sinnen für die Schönheiten, aber auch die komplexen dahinter liegenden Strukturen und Prozesse unserer Natur.
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Ihr Team vom Wilden Bayern
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Neue Wissens-Initiative in München - Führung "Neuperlach der Tiere"
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In München gibt es eine spannende neue Initiative, die Wissenschaft gut verständlich und interessant unter die Leute bringen will: AHA - the science communication hub. Daran beteiligen sich zum Beispiel die Max Planck-Gesellschaft, das Frauenhofer-Institut oder die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns. Wer Lust hat, kann sich am 24. Oktober selbst ein Bild davon machen. Da findet ein AHA-Stadtteilspaziergang statt zum …
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Fischzustandsbericht und Preis für renaturierte Gewässer UPDATE
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Zum heutigen Dam removal day (also dem Tag, der der Entfernung von Staudämmen in Gewässern gewidmet ist) hat das Projekt Fluss.Frei.Raum nochmal den bayerischen Fischzustandsbericht der Landesanstalt für Landwirtschaft veröffentlicht. Dieser gibt einerseits einen hervorragenden Überblick über die Verbreitung unserer Fischarten, liefert aber vor allem eine schier endlose Liste an Verbesserungs- und Maßnahmenvorschlägen. Wer diese liest, dem wird klar: Für …
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München: Wildes Bayern stoppt Baumfällungen
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In München-Sendling soll ein grüner Innenhof mit fünf alten Bäumen mit drei "Townhouses" bebaut werden. Weil die alten Bäume besonders elementare Lebensräume für Vögel, Fledermäuse sowie zahlreiche Insekten darstellen, hat Wildes Bayern Klage erstattet und vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einen Etappen-Sieg errungen: Die bisher gültige Baugenehmigung ist vorläufig ausgesetzt. Damit konnten die Bäume, darunter eine sehr schöne alte Linde, nicht, …
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24. Oktober Wildes Bayern-Workshop für naturfreundliches Bauen
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Wildes Bayern lädt ein zu einer Tagung mit Workshop zu Naturfreundlichem Bauen und Sanieren im Außenbereich. Termin: 24. Oktober, 9 Uhr in Rottach-Egern. Berghütte, Liftstation, Stadel oder Einzelgehöft – Bauwerke im Außenbereich sind nicht nur für den Menschen da. Sie sind auch ein Teil des Lebensraum der Wildtiere von Insekten über Vögel bis Fledermäuse, und sehr oft liegen diese Bauwerke …
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Neue Wildtier-Studie: Ungeahnte Schlüsselakteure der Artenvielfalt!
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Wildschweine, Waschbären und Rehe sind weit mehr als bloße Bewohner unserer Wälder und Feuchtgebiete, sie sind ungeahnte Schlüsselakteure im komplexen Netzwerk der Biodiversität. Das belegt eine aktuelle Studie der Universität Potsdam, die eine Vielzahl an Fell- und Kotproben analysierte und dadurch spektakuläre Einblicke in die Verbreitungswege von Pflanzen und winzigen Tieren lieferte. Unsichtbares Leben reist mit den Körpern Die Methodik …
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UPDATE Windräder wider Vogelschutz: Neues Gerichtsurteil
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Das Bundesverwaltungsgericht hat eine wichtige Entscheidung für den Vogelschutz gefällt: Es hat die Genehmigung für Windenergieanlagen im Landkreis Göttingen für rechtswidrig erklärt, weil keine Vorprüfung dazu stattfand, ob das Vorhaben auch ein nahegelegenes Vogelschutz- und ein FFH-Gebiet beeinträchtigen würde. Hier ein Auszug aus der Pressemitteilung des Gerichts vom 12. September 2025: "Kann sich ein Vorhaben außerhalb eines Vogelschutzgebietes nachteilig auf …
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Jetzt anmelden: Igel-Vorträge an der VHS Ingolstadt
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Die VHS Ingolstadt bietet im Oktober wieder einen Präsenz-Vortrag und ein Online-Seminar mit Igelexpertin Ninja Winter. Dafür kann man sich jetzt schon anmelden! Die Termine und Inhalte sind: Donnerstag, 16. Oktober, 18.30h bis 20.30h: Unser Igel - leben oder (aus-)sterben lassen "Der Igel ist das älteste, in unveränderter Form auf unserem Planeten lebende Säugetier. Seit fast 16 Mio. Jahren hat …
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Städtische Mauereidechsen sind toleranter
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Unterschiedliche Lebensbedingungen können dazu führen, dass Tiere sich aus unserer Sicht untypisch verhalten. Das hat eine Studie an Mauereidechsen in Städten in Koratien gezeigt. Ein Forschungsteam um Avery Maune von der Universität Bielefeld hat herausgefunden, dass Mauereidechsen in Städten deutlich mehr Kontakte pflegen und stabilere Bindungen aufbauen als ihre Artgenossen in naturnahen Gebieten. Diese Eidechsen verhalten sich normalerweise sehr territorial …
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Forscher warnen: Genetische Vielfalt nicht außer Acht lassen!
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Ein Forschungsteam des Senckenberg Forschungsinstituts, des Naturmuseums sowie der Goethe-Universität Frankfurt fordert mehr Fokus auf genetische Vielfalt im Biodiversitätsschutz. Die genetische Vielfalt – die Diversität innerhalb von Arten – sei eine entscheidende, jedoch oftmals unterschätzte Grundlage für den Schutz der biologischen Vielfalt, heben die Wissenschaftler in einer Pressemitteilung hervor. In einer aktuellen Publikation, die unter anderem von der Senckenberg-Forscherin Deborah M. …
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Neu im Shop: Vogelschutz-Folie für Ihre Fenster daheim! UPDATE
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Ein Autohaus in Dessau hat seine riesigen Glasscheiben professionell mit Vogelschutz-Folie bekleben lassen, nachdem wegen immer wieder tot gefundener Vögel auch aus der Nachbarschaft der Druck wuchs. Bitte kümmern auch Sie sich darum, dass Fensterscheiben in Ihrer Umgebung vogelschlagsicher gemacht werden! Unten finden Sie eine Meldung zu unserer neuen Vogelschutzfolie, die Sie im Wildes Bayern-Shop bekommen, und die auch in …
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Essay: Vier Punkte für eine bessere Wolfs- und Raubtierpolitik
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Die Rückkehr großer Raubtiere wie des Wolfs ist eine Erfolgsgeschichte - zumindest aus Sicht des Naturschutzes. Jahrzehnte strikter Schutzmaßnahmen haben dazu geführt, dass sich die Bestände in weiten Teilen Europas stabilisieren oder dass sie wachsen. Doch dieser Erfolg wirft längst neue Fragen auf: Wie viel Schutz ist noch notwendig? Ab wann steht die Koexistenz im Vordergrund, und wer trägt die …
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Aufleben.ch - tolle Tipps für mehr Artenvielfalt in Stadt und Gärten
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In der Schweiz haben 70 beteiligte Organisationen ein neues Projekt begonnen, das auch von uns so ziemlich jeder nachmachen kann: Es heißt "Aufleben" und gibt prima Tipps fürs Begrünen von Balkonen, Häusern und Gärten, ob in der Stadt oder auf dem Land. Es gibt sogar einen digitalen Trittstein-Designer, der hilft, das Potenzial der eigenen Umgebung für mehr Biodiversität sichtbar zu …
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Windräder: Nicht nur Tropenholz und PFAS, sondern auch Mineralöl
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Dass Windräder Tropenholz und giftige Chemikalien enthalten, wegen denen man sie eigentlich nicht recyclen kann, ist nichts Neues - die Publikation "agrarheute.de" hat Ende letzten Jahres aber auch mal den Ölverbrauch bilanziert. Ihr Resümee: "Windräder brauchen reichlich Mineralöl, um effektiv zu arbeiten. Außerdem gib es durch die hohe mechanische Beanspruchung immer wieder Schäden, durch die Mineralöl in die Umwelt gelangt: …
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