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willkommen zu Halloween und Herbstferien! Heute ist der offizielle Tag des Gruselns, und wir schicken Ihnen einen Newsletter voller nächtlicher Kreaturen, Pilze, Saurier und Parallelwelten ins Haus. Wir sind ja sozusagen Experten auf dem Gebiet des Unheimlichen, weil uns auch unterm Jahr echt oft das Grausen packt angesichts dessen, was unseren Wildtieren draußen so zugemutet wird.
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Erst kürzlich wieder: Da haben wir davon Wind gekriegt, dass auf der Gipfelstation des Wallbergbahn eine ganz große Sause geplant ist. Heiße Techno-Beats für mehrere Hundert Leute beim "Snow-Peak-Festival" bis in die Nacht hinein, und das in der sensiblen Wild-Schonzeit im Februar und direkt neben dem Vogelschutzgebiet. Wir sind der Meinung: No Peak Festival! Wildes Bayern hat gleich mal alle Genehmigungsbescheide angefordert, um ggf. dagegen vorgehen und den Machern Saures geben zu können.
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Kaum zu toppen ist allerdings die Parallelwelt, die wir in den vergangenen Wochen ebenfalls betreten haben - Stichwort "Wurmloch". Denn Wildes Bayern war mit einem Messestand auf den Jagd- und Schützentagen in Grünau vertreten - und während wir wunderbare Kontakte mit Besuchern, Kindern und Hunden hatten, konnten wir uns nur die Augen reiben, was sich da an Surrealem in unmittelbarer Nachbarschaft abspielte. Ein regionaler Jagdverband hatte nicht nur den Erfolg des jahrelangen Einsatzes von Wildes Bayern und anderen Akteuren für die Gams zur Gänze gekapert, sondern verbreitete auf der Messe auch noch Flyer mit so vielen falschen Infos zu dieser Wildart, dass wir das Ganze für uns schlicht unter "Geisterbahn" verbuchten. Den Lesern des entsprechenden Blogbeitrags seien an dieser Stelle auch die Kommentare nochmal ans Herz gelegt...
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Aber wer sich unter Halloween was Anderes vorstellt, der geht hier natürlich auch nicht leer aus. Bitteschön: Videoaufnahmen mit der Infrarotkamera, auf denen man sieht, wie Ratten Fledermäuse fangen und totbeißen. Damit wartete das Museum für Naturkunde in Berlin auf - und stellt die Naturschutz-Community nicht nur vor die Frage, wie man die bedrohten Segler vor den invasiven Wanderratten schützen kann, sondern auch, wie man mit dem Übertragungspotential möglicher Zoonosen an dieser Stelle umgeht.
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Schleimig-Feuchtes erreicht uns aus dem Reich der Funga, für das eine Pilzforscherin auf internationaler Ebene jetzt den gleichen Schutz einfordert wie für Fauna und für Flora. Sich auf ihre ungewöhnliche Sicht auf die Schwammerl einzulassen, ist hoch spannend.
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Aber - so spaßig Spuk und Spinnerei auch sind - die vergangenen Wochen waren vor allem fachlich wirklich top. Wildes Bayern veranstaltete seine Tagung zum wildtierfreundlichen Planen und Bauen und konnte sich über ein sehr interessiertes Publikum, hervorragende Vorträge und anregende, konstruktive Diskussionen freuen. Im Blog und auf unserer Themenseite "Ökologisch planen und bauen" finden Sie schon jetzt mehr dazu. Außerdem werden wir das Thema weiter verfolgen und die interessanten Ideen von der Tagung konkret umsetzen - bleiben Sie dran!
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Diverse wissenschaftliche Untersuchungen, die wir teils über nette persönliche Kontakte bekommen haben, haben uns in der letzten Zeit ebenfalls gefesselt. Jene über Gartenschläfer im Schwarzwald zum Beispiel, bei denen sich traurigerweise der massive Rückgang ihrer Population im abnehmenden Gewicht ihrer Individuen widerspiegelt. Oder der Bericht eines Wildbiologen über das Aussterben des Europäischen Nerzes in Belarus, vor dem leider kaum jemand die Rolle der Füchse als Prädatoren bedacht hatte. Interessant auch die These einer weiteren Studie, dass das Betrachten von Fotografien wilder Tiere und Pflanzen unsere Einstellung zu Natur- und Artenschutz beeinflusst.
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Eine Untersuchung zu Waldböden, die mit der Methode der Computertomografie arbeitete, fand heraus, dass das Befahren mit einem Harvester einzelne Schichten so verdichtet, dass sich das Gefüge selbst 18 Jahre später noch nicht erholt hatte. Gut, dass die EU jetzt gerade eine Bodenschutzrichtlinie erlassen hat, die die Bewirtschafter auch zur Überwachung der Bodengesundheit nötigt! Bislang wird der Begriff "Auf den Boden schauen" ja immer nur mit Scham oder Verlegenheit assoziiert - vielleicht sollte hier ein Paradigmenwechsel einkehren und "auf den Boden zu schauen" wird oberste Pflicht jedes Land- und Forstwirts!
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Da müssten dann vermutlich auch die Bayerischen Staatsforsten ein wenig umdenken, denn bislang scheint der Boden für sie einzig dann einen Wert zu haben, wenn sie zum Beispiel ein Windrad drauf stellen und damit Geld machen können. In der Bilanz fürs letzte Jahr steht das Unternehmen gut da - aber um welchen Preis ist das erkauft? Lesen Sie unseren Blog dazu!
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Womit wir letzlich noch zum Stichwort "Herbstferien" kommen, das wir oben ja auch noch gesetzt haben und für das wir Ihnen und Ihren Kindern oder Enkeln von Herzen schönes Wetter wünschen! Falls nicht, haben wir einige spannende Indoor-Veranstaltungstipps für Sie: Eine große Saurierausstellung in Stuttgart, die letzten Tage der Zoo-Ausstellung des Franz Marc-Museums und - kurz danach - einen Onlinevortrag vom bekannten Rewilding-Projekt Gut Knepp in England. Bevor Sie die Aktivitäten mit Ihrem Kind planen, lesen Sie doch am besten auch noch unseren Blogbeitrag über die Untersuchung zu Eltern und Artenkenntnis - denn es liegt in Ihrer Hand, was Ihrer Kinder in die Zukunft mitnehmen.
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Wenn Sie in den kommenden Tagen Ihren Garten aufräumen, denken Sie bitte unbedingt daran, dass Igel und andere Winterschläfer sich vielleicht schon irgendwo eingerollt haben könnten, und lassen Sie unaufgeräumte Ecken in Ruhe. Sammeln Sie Laub und Äste in Haufen unter Ihren Hecken (es reicht völlig, sie im Frühjahr wegzuräumen, bis dahin können sie am Boden von großem Nutzen sein). Und setzen Sie vielleicht doch noch die eine oder andere Zwiebel eines insektenfreundlichen Frühjahrsblühers in die Erde! Unser neuer Partner im Naturgartenshop.com berät Sie sicher gerne zum Nutzen einzelner Pflanzen für unsere Wildtiere.
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In diesem Sinne ein schönes und ruhiges Herbstwochenende, und bleiben Sie gesund!
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Ihr Team vom Wilden Bayern
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Jetzt anmelden: Online-Vortrag über das Knepp rewilding project
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Unser Partnerverein "Naturnahe Weidelandschaften" lädt zu seinem nächsten Online-Vortrag ein! Am 10. November um 19 Uhr spricht Isabella Tree über das legendäre Knepp-Projekt. Gut Knepp in Sussex in England wurde in der Geschichte lange landwirtschaftlich bewirtschaftet, überwiegend beweidet, da die schweren Tonböden eine Ackernutzung schier unmöglich machten. 1987 erbte der junge Charlie Burrell das Gut von seinen Großeltern. Als ausgebildeter …
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Die Halloween-Studie: Ratten fressen Fledermäuse * VIDEO
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Hui, Halloween lässt grüßen! Hier kommen einzigartige Videos, wo Ratten Fledermäuse aus der Luft greifen und fressen. Gelungen sind diese spektakulären und gruseligen Aufnahmen Forschenden vom Museum für Naturkunde Berlin um Florian Gloza-Rausch. Leider sind sie nicht bloß spooky, sondern geben auch Hinweise auf eine ernste mögliche Gefahr. Ort des Geschehens ist der Segeberger Kalkberg, wo viele Tausend Fledermäuse überwintern. …
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Artenkenntnis: Die Eltern haben sie in der Hand
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"Artenkenntnis" ist schon fast ein Buzz-Word unter Naturschützern dieser Tage, also ein elektrisierendes Schlagwort, denn sie scheint noch schneller dahin zu schmelzen als unsere Biodiversität. Eltern können aber was dagegen tun, haben die Wissenschaftler Prof. Martin Remmele und Petra Lindemann-Matthies von der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe in einer Studie herausgefunden. Sie haben untersucht, von welchen Faktoren das Naturwissen der Kinder beinflusst …
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No Peak Festival! Wildes Bayern verteidigt Birkhühner gegen Beats
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Vor einigen Tagen sind wir auf ein spektakuläres Event aufmerksam geworden: Das „Snow peak festival“ am 7. Februar 2026 am Tegernsee - "ein exklusives Winter-Event auf dem Wallberg", "eine glitzernde Partylocation mit Musik, Drinks und alpinem Flair". Eine Veranstaltung, die nach Ansicht von Wildes Bayern absolut nicht genehmigungsfähig ist, für die aber schon jetzt Karten zum Preis von über 75 …
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UPDATE - EU verabschiedet Bodenüberwachungsgesetz
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Die EU hat Ende September eine neue Richtlinie verabschiedet, die helfen soll, bis 2050 gesunde Böden wiederherzustellen. In der Pressemeldung des Rats der Europäischen Union heißt es: Den verfügbaren Daten zufolge befinden sich über 60 % der Böden in Europa in einem ungesunden Zustand und Untersuchungen zeigen, dass sie sich weiter verschlechtern. Die Bodendegradation wird durch nicht nachhaltige Landbewirtschaftung, Kontamination …
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UPDATE Gartenschläfer - alarmierende Studie aus dem Schwarzwald
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Eine neue Studie von Stefanie Erhardt, Marc Förschler und Joanna Fietz von der Universität Hohenheim hat das Gewicht von Gartenschläfern in den Fokus genommen. Denn eines der Warnzeichen, bevor eine Population zusammenbricht und womöglich ausstirbt, ist ein Rückgang des Gewichts (Body mass) der einzelnen Individuen. Nachdem der Gartenschläfer in den letzten Jahrzehnten aus über der Hälfte seines früheren Lebensraums in …
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Wildes Bayern-Workshop für naturfreundliches Bauen hat gezündet!
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Das millionenfache Sterben von Vögeln lässt sich leicht und kostengünstig vermeiden - wenn man bloß dran denkt, etwas dagegen zu tun. Das war ein Grundtenor der Wildes Bayern-Tagung mit Workshop zu "Naturfreundlichem Bauen und Sanieren im Außenbereich" am 24. Oktober in Rottach-Egern. Natur- und Wildtierschutz müsse einfach nur mitgedacht werden – von der Fassadengestaltung bis zur „Igel-Schublade“. Die Tagung war …
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Das Geheimnis um den ausgestorbenen Nerz
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Der Europäische Nerz ist in Deutschland wie auch in ganz Mitteleuropa so gut wie ausgestorben, die Gründe hierfür sind nicht abschließend geklärt. So steht es auf der Internetseite des Bundesamts für Naturschutz. Dann ist die Rede von Gewässerverschmutzung und -ausbau, Nahrungsmangel, Jagd und Verdrängung durch den Mink. Der Zoologe Vladim Sidorovich hat jetzt eine völlig neue These aufgeworfen - Jahrzehnte, …
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Nur noch bis 9.11.: Franz Marc-Museum widmet sich den Tieren
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Das Franz Marc Museum präsentiert noch bis 9. November mit der Ausstellung „Die Moderne im Zoo“ einen faszinierenden Einblick in die Rolle zoologischer Gärten als Inspirationsquelle für die Kunst der Moderne. Mit mehr als 100 Gemälden, Plastiken, Grafiken, Skizzen und Fotografien von Künstlerinnen und Künstlern wie Franz Marc, August Gaul, Oskar Kokoschka, Paul Meyerheim, Renée Sintenis, Paul Klee und August …
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Von Schwammerln und ihren Erforschern
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Was wollen die da jetzt mit ihren Schwammerln; Wildes Bayern ist doch ein Wildtierschutzverein. Denken Sie so was ähnliches, wenn Sie diesen Blog hier lesen? Aber Schwammerl sind keine Pflanzen - "sie sind deutlich enger mit Tieren verwandt", beschreibt die Pilzforscherin Giuliana Furci in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung. "Ihre Zellwände bestehen nicht aus Cellulose, wie bei Pflanzen, …
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Ausstellungstipp: "Triassic life" mit Wundersaurier in Stuttgart
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Das Naturkundemuseum Stuttgart eröffnet am 17. Oktober die große Sonderausstellung des Landes Baden-Württemberg: „Triassic Life – Aufbruch in die Welt der Saurier“. Neben der bekanntermaßen unbändigen Attraktion von Sauriern speziell auf Kinder gibt die Ausstellung einen tollen Einblick in unsere Erdgeschichte und die Entstehung und Auslöschung von Artenvielfalt. Sie stellt dar, wie komplexe Ökosysteme auf dramatische Umweltveränderungen reagieren und bietet …
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BaySf-Gewinnmeldung: Kasse statt Klasse
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Das Unternehmen Bayerische Staatsforsten glänzt mit der vierten positiven Geschäftsbilanz in Folge - eigentlich ein Grund zur Freude, schließlich verwaltet das Unternehmen unsere staatlichen Wälder und damit einen sehr hohen Wert. Aus Sicht von Wildes Bayern ist der Gewinn aber anscheinend nie genug, um auch mal "großzügig" sein zu können, und zwar mit unseren heimischen Wildtieren! Die Supergewinne der BaySF …
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Feiern wir das Wilde nur, wenn es uns vertraut erscheint?
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Es gibt Fotos, die nicht nur Tierarten, sondern vermeintlich ihre ganze ökologische Situation in einem einzigen Blick einfangen. Der Eisbär auf einer schmelzenden Scholle ist hier sicher das Paradebeispiel dafür. Solche Fotos bewegen, inspirieren, und sie gelten als Fenster in die Wildnis. Doch was, wenn diese Fenster nicht den ganzen Raum zeigen, sondern nur die glänzendsten Ausschnitte? Eine neue Studie, …
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Das Wurmloch von Grünau oder: der Triumph des Trittbretts UPDATED
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Am vergangenen Wochenende präsentierte sich Wildes Bayern auf den Jagd- und Schützentagen im Schloss Grünau bei Neuburg. Wir hatten hervorragenden Zulauf, viele gute Gespräche und neue Kontakte, von denen zahlreiche unseren Newsletter abonnierten oder sich für eine Mitgliedschaft interessierten. Am meisten haben wir uns über jene Besucher gefreut, die an den Stand kamen, um uns für unseren Einsatz fürs Wild …
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