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Liebe/r Leser/in,

der erste Wintereinbruch ist da und hat uns mit Schnee und bis zu zweistelligen Minustemperaturen, zum Beispiel im Alpenbereich, gleich mal Klauen und Zähne gezeigt. Wir Menschen retten uns mit Lichterglanz, Spekulatius und Glühwein über die kommenden dunklen Wochen bis zur Wintersonnwende - und unser Wild?

Steht draußen im eisigen Frost mit hungrigem Magen vor leeren Trögen. Aktuell verfolgen wir vom Wilden Bayern mindestens drei Fälle, wo das Rotwild schlichterdings kaltgestellt wird. Langjährige Fütterungen, an die die Tiere sich und ihren Nachwuchs gewöhnt haben, bleiben einfach unbeschickt.

Wer argumentiert, das Füttern von Schalenwild im Winter sei ja ohnehin unnatürlich, der muss wirklich große Scheuklappen haben oder absolut keine Ahnung davon, was sich draußen in unserer (Berg-)Natur so abspielt. Denn die nötige RUHE und artgerechte Wintereinstände, die ein Wildwiederkäuer braucht, um tatsächlich mit unfassbar geringer Nahrung durch Eis und Schnee zu kommen, sind unseren Wäldern und Landschaften längst genommen. Zu jeder Tages- und Nachtzeit wandern, walken, snowshoen, rodeln Menschen auch bei eisigsten Temperaturen kreuz und quer durch die Natur. Und der Jagddruck nimmt in diesen Wochen noch mal deutlich zu. Dass dieses un-ökologische, tier- und naturverachtende Treiben von einigen großen Lobbyverbänden und staatlichen Behörden geradezu gefördert wird, ist der eigentliche Skandal in diesem Land!

Dazu kommen dann noch so abgehobene Events wie die geplante Techno-Party auf der Bergstation des Wallbergs oder auch schlicht Silvester mit großen Feuerwerken. Wo sollten Hirsch und Co. angesichts unserer menschlichen Unruhe noch sichere Rückzugsräume finden, um sich tatsächlich in ihr natürliches winterliches Kreislauftief fallen lassen zu können? Darauf zu setzen, ist Augenwischerei oder bewusste Täuschung der Öffentlichkeit.

Nicht mal hoch wertvolle, strenge internationale Schutzgebiete wie die Allgäuer Hochalpen bleiben unangetastet. Gemeinsam mit anderen Naturschützern engagieren wir uns hier, damit bei Seilbahnausbauten wie bei der Scheidtobelbahn vorher zumindestens gesetzesgemäß geschaut wird, ob und wie die Natur beeinträchtigt wird. Dass sich Bayern kaltschnäuzig von strengen Umweltprüfungsvorschriften verabschiedet hat, heißt noch lange nicht, dass auch der hohe EU-Schutzstatus unter den Tisch fallen darf.

Statt die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um zerstörerische Natur-Übernutzung zu verhindern, sorgen leider bei uns in Bayern die Verantwortlichen in Staatsforst, Ämtern und Behörden dafür, dass unser Bergwild den Winter auch noch unter Todesangst durchleben muss. Gerade sind im ersten Landkreis (Garmisch-Partenkirchen) die behördlichen Weichen gestellt worden, damit wieder ohne Schonzeit auf Gams und Co. Jagd gemacht werden kann. Aus solchen Aktionen spricht die blanke Verachtung für gerichtliche Entscheidungen – und für die Natur. Wir berichten Ihnen in Kürze mehr dazu.

Wildes Bayern sieht jedenfalls einer un-ruhigen, vielmehr hoch aktiven Vorweihnachts- und Winterzeit entgegen, denn die Wildtiere brauchen uns jetzt noch mehr als sonst. Wir rechnen damit, in mehreren Fällen juristische Schritte einleiten zu müssen. Deshalb bitten wir Sie dringend um Ihre Unterstützung! Bitte spenden Sie jetzt für unsere wichtige Arbeit im Sinne der Wildtiere, gerade angesichts von Winter, Not, Fütterungsauflösungen, Seilbahnprojekten und Schonzeitaufhebungen. Konto: DE31 7115 2570 0012 2325 83. Die Natur, der wir eine Stimme verleihen, dankt es Ihnen!

Zum Glück gibt es auch einige ermutigende und erfreuliche Nachrichten jetzt zum Advent. Dazu zählt der nachhaltige Erfolg, den Wildes Bayern mit dem Einschreiten gegen Baumfällungen im Münchner Stadtteil Sendling erlangen konnte. Der Verwaltungsgerichtshof hat nämlich nicht nur in unserem Sinne entschieden, sondern in der Begründung auch sehr wichtige grundsätzliche Dinge zur Frage des Baumschutzes bei Bauprojekten und zum Klagerecht von Umweltverbänden gesagt. Viele andere Organisationen, die sich mit diesem Thema befassen, kommen gerade auf uns zu, vernetzen sich und tragen die wichtige Entscheidung weiter. Das beschwingt uns, hier weiter zu machen.

Auch schön: Die Groß- und Bundeshauptstadt Berlin nimmt ihre Rolle als Wildtierlebensraum ernst und hat zusammen mit dem Wildtierforschungsinstitut eine Initiative gegründet, die Bürger bei Kontakten mit Fuchs, Wildschwein, Marder, Igel und Co. berät und im Notfall sogar mit einem eigenen Wildtiermobil anrücken kann, um verletzte Tiere aufzunehmen. Was für ein Lichtblick!

Gefreut haben wir uns zudem, dass ein Gründungsmitglied von Wildes Bayern, die Leib-und-Seele-Tierschützerin Tessy Lödermann aus Garmisch-Partenkirchen, mit dem Bayerischen Tierschutzpreis für ihr Lebenswerk geehrt wurde. Neben ihr standen unter anderem auch Ilona Wojahn, Präsidentin des Tierschutzbunds in Bayern, und Vertreter von Rehkitzrettungsorganisationen aus allen Regierungsbezirken auf dem "Siegertreppchen". Tierschutz kann gar nicht genug Glanz und Aufmerksamkeit bekommen! Zu wünschen wäre bloß, dass die Politik dem Thema auch im Alltag mehr Aufmerksamkeit und Tatkraft widmen würde.

Unsere Wissenschaftsbeiträge enthalten diesmal auch einen großen Aspekt an Unterhaltung. Komplett bezirzt hat uns zum Beispiel der Ameisenbär, den wir Ihnen als Schirmart eines Ökosystems vorstellen, vergleichbar mit unserem Igel. Unser Tipp: Schauen Sie in ein paar der Videos der Zoologin Lydia Möcklinghoff rein, deren Seite wir Ihnen verlinkt haben. Auch die Beiträge zur Evolution des Küssens oder das Video einer üblen Hofintrige in einer Ameisenkolonie sind absolut spannend.

Für sehr wichtig, aber leider von der "dunklen Seite" der Nachrichten, empfinden wir den Bericht über eine Studie zu den Wasserumwälzungen in großen Alpenseen. Diese natürlichen Bewegungen, die einhergehen mit dem Austausch von Sauerstoff, Schadstoffen und mehr, sind nämlich durch die zunehmende Erhitzung im Klimawandel nahezu zum Stillstand gekommen - mit fatalen Auswirkungen. Wer dieses Thema weiterdenkt, den erfasst das kalte Grausen. Unbedingt lesen!

Ins Wochenende möchten wir Sie natürlich trotzdem gerne mit Lichterglanz und Alpenhirsch schicken. Deshalb haben wir einige Tipps der Deutschen Wildtier Stiftung aufgegriffen, wie Weihnachtsbeleuchtung und Umweltschutz zusammenzubringen sind. Und der Rothirsch, das gerade zu Weihnachten so sehr umschwärmte Symboltier, bekommt im neuen Jahr gleich doppelt mehr Aufmerksamkeit: Er wurde von der Deutschen Wildtier Stiftung zum Tier des Jahres 2026 gemacht, und in Norddeutschland hat sich die wildbiologisch fundierte Initiative "RotWildes Deutschland" gegründet.

Wir hoffen, das gibt möglichst vielen Journalisten Anlass, mal gründlich hinter die Kulissen zu schauen und die Tragödie der nicht artgerechten Lebensbedingungen aufgrund wirtschaftlicher Interessen auf den Tisch zu bringen. Es darf einfach nicht länger so sein, dass ausgerechnet die Gegensprecher unserer Wildtiere, wie Berufsverbände aus Landwirtschaft und Forst, mit lauter Stimme unhinterfragt Halb- oder Garnicht-Wahrheiten in die Öffentlichkeit blasen, während Wildbiologen und ehrenamtliche Jäger oder Tierschützer als Kenner der Fakten einfach übertönt werden.

Wir vom Wilden Bayern werden unsere Stimme wieder laut für Hirschkuh Hanna und ihre Artgenossen draußen erheben. Bitte unterstützen Sie uns auch hier, informieren Sie sich, tragen Sie die Informationen weiter und engagieren Sie sich, wo es Ihnen möglich ist, für unser heimisches Rotwild.

Einen guten, tatkräftigen Start in einen glanzvollen Advent wünscht Ihnen

Ihr Team vom Wilden Bayern

P.S.: Nicht vergessen haben wir, dass wir Ihnen eigentlich für diesen Newsletter Kinderbuchtipps versprochen hatten. Aber zu viel Aktuelles und Dringendes kam dazwischen. Wir versuchen, den schönen Überblick nächste Woche mit einem Nikolaus-Spezial-Newsletter nachzuholen!

UPDATE Lichtverschmutzung - so klappt es trotzdem mit dem Weihnachtsglanz

Die Winternächte sind lang und dunkel - wie wohltuend ist es da, sie gerade jetzt vor Weihnachten mit Sternenglanz und Lichterketten ein wenig zu erleuchten! Aber wie können wir vermeiden, dass Wildtiere, die auch im Winter unterwegs sind, davon beeinträchtigt werden? Die Deutsche Wildtier Stiftung empfiehlt Kommunen und Privatpersonen konkrete Schritte für weniger Lichtverschmutzung und mehr Schutz für Wildtiere: 1. …

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Eine Einkaufsgasse mit Weihnachtsbeleuchtung, an den Seiten beleuchtete und geschmückte Stände

Vorbildlich: Berlin gründet Wildtierinitiative

Ein Fuchs läuft auf einer Straße, dahinter sieht man den unteren Teil eines fahrenden LKW
In manchen Städten leben zwischen Menschen und Autos auch zahllose Wildtiere - aber wohin kann man sich wenden, wenn es ein Problem gibt? In Berlin hat jetzt das Institut für Zoo- und Wildtierforschung im Forschungsverbund Berlin e. V. die Initiative "WildtierNah Berlin" gegründet - inklusive einer Notfallnummer und einem Wildtiermobil. Wir finden das eine ganz hervorragende Initiative, die wir deshalb …

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Blaue Elise? Nein, das ist ein Ameisenbär!

Am 19. November war der "World Anteater Day" - also der Welttag der Ameisenbären. Was hat das mit uns vom Wilden Bayern zu tun? Der Ameisenbär und seine Gefährdung weisen viele Parallelen zu unserem heimischen Igel auf. Die deutsche Zoologin Lydia Möcklinghoff, die in Brasilien an Ameisenbären forscht und ganz wunderbare Podcasts, Vorträge u. a. darüber hält, vergleicht die beiden …

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Ein großer Ameisenbär streift über Graslandschaft.

Wir gratulieren zum Bayerischen Tierschutzpreis!

An einem Rednerpult steht eine blonde Frau in bunter Tunika, im Hintergrund ein Mann
Am 24. November hat Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber in Nürnberg den Bayerischen Tierschutzpreis verliehen. Zum 25-jährigen Jubiläum dieses Preises wurde unter anderem ein Gründungsmitglied des Wilden Bayern für sein Lebenswerk geehrt: Tessy Lödermann aus Garmisch-Partenkirchen. Wir gratulieren aber auch allen anderen Preisträgern, vor allem Ilona Wojahn, Präsidentin des Tierschutzbunds, Landesverband Bayern, und den sieben Kitzrettungsorganisationen aus allen Regierungsbezirken Bayerns, die …

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3.12. Abschlussinfo zum Projekt "Insektenfreundliches Günztal"

Diese Veranstaltung ist für alle interessant, die ihre Landschaft insektenfreundlicher machen wollen: Nach sechsjähriger Projektlaufzeit stellt die Stiftung KulturLandschaft Günztal online die Ergebnisse des Projekts "Insektenfreundliches Günztal" vor. Termin: Mittwoch, den 03.12.2025 von 15.30 - 17.00 Uhr Schwerpunkte im Projekt waren die insektenschonende Grünlandwirtschaft und die Optimierung des Biotopverbundes Günztal für Insekten. Von der Anlage zahlreicher „Mikrohabitat-Inseln“ über die Vorführung …

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Ein blauer Schmetterling über weißen und rosa Blüten

Stumme Gewässer: Wie der Klimawandel den „Herzschlag“ der Seen stoppt

In den Alpenregionen sind Seen wie der Gardasee, Comer See oder Lago Maggiore seit jeher dynamische Lebensräume, in denen sich Schichtung und Durchmischung der Wasserschichten als natürliche Prozesse regelmäßig abwechseln. Während der warmen Jahreszeit bildet sich typischerweise eine stabile Sprungschicht, die das wärmere Oberflächenwasser vom kälteren Tiefenwasser trennt. Diese Schichtung wird normalerweise von Zeit zu Zeit durchbrochen, wenn im Herbst …

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Ein kleiner dunkelgrüner See in den Bergen

München: Wildes Bayern stoppt Baumfällungen UPDATE

Ein Eichhörnchen sitzt auf einem dicken Baumast
Wildes Bayern kann sich nicht nur über den großen Erfolg für den Erhalt der Bäume in der Lindenschmitstraße, sondern auch für den Baumschutz im Allgemeinen freuen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat nämlich am 13. November seine frühere Entscheidung bekräftigt und mit Argumenten untermauert. Demnach hat die Klage von Wildes Bayern geholfen, einen echten Meilenstein in Sachen Baumschutz in Städten zu …

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It started with a kiss: Unser tierisches Erbe aus dem Miozän

Man möchte nicht glauben, dass wir modernen Menschen etwas tun, dass Tiere schon zig Millionen Jahre vor uns gemacht haben, aber beim Küssen ist das so! Das haben Forscher der Universität London herausgefunden. Sie sind den Spuren von innerartlichen Küssen in der Evolution der Primaten nachgegangen und kamen bei den Vorläufern von Affen vor 20 Millionen Jahren heraus. Auch die …

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Eine Affenmutter beugt sich zu ihrem Jungtier und berührt es mit der Schnauze

Hinterlistige Hofintrige unter Ameisen * VIDEO

Ameisenhaufen
Also wir vom Wilden Bayern sind ja wirklich große Ameisen-Fans - aber dieses Video japanischer Forscher, das in den letzten Tagen echt überall kursierte, ist nichts für schwache Ameisenliebhaber-Nerven. Es zeigt, wie eine parasitische Wegameisenkönigin in eine fremde Kolonie hinein wandert und die dortige, mit ihr sogar entfernt verwandte Königin mit einem Sekret besprüht, das ihr sofort alle Arbeiterinnen auf …

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Rothirsch ist Tier des Jahres 2026

Der Rothirsch ist unser größtes Landsäugetier, das dauerhaft in Deutschland lebt. Bei der Abstimmung über das "Tier des Jahres 2026", die die Deutsche Wildtier Stiftung durchgeführt hat, hat sich der Hirsch gegen Goldschakal und Hermelin durchgesetzt. Wir sind sehr froh darüber, denn das traurige Schicksal dieser Art, die wir kurz vor einem Ausrottungsprozess sehen, kann momentan nicht genug Aufmerksamkeit bekommen. …

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Eine Hirschkuh im Porträt

RotWildes Deutschland: Gesellschaft für Wildbiologie gegründet

Ein Rothirsch mit weiblichen und jungen Tieren in einem Bergwald
Frank Zabel, der immer fürs Rotwild rührige Wildbiologe aus Norddeutschland, hat ein tolles neues Projekt ins Leben gerufen, das unserem Wilden Bayern sehr nahe kommt: RotWildesDeutschland oder die Gemeinnützige Gesellschaft für Wildbiologie & Nachhaltige Nutzung. Natürlich geht es hier aber wieder exklusiv um den Rothirsch. Zabel schreibt: "Ziel der gemeinnützigen Gesellschaft ist es, den Wildtieren eine Stimme zu geben, die …

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Naturschutz? Aber doch nicht im Oberallgäu!

Der Wildes Bayern-Lieblingslandkreis Oberallgäu hat offenbar gerade eine Testphase gestartet, um mal zu schauen, wieviel Umweltschutz sich mit dem Dritten Modernisierungsgesetz in Bayern so vermeiden lässt. Das ist jedenfalls unser Eindruck, nachdem wir erfahren haben, dass in Oberstdorf direkt neben und in  einem Schutzgebiet ein Zweier- in einen Sechser-Sessellift umgebaut werden soll, ohne eine Umweltprüfung durchzuführen. Nun liegt ausgerechnet in …

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Allgäuer Hochalpen