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vor meiner Eingangstüre schläft jede Nacht ein Spatz. Er hat sich auf einem Balken unter dem Vordach eine Nische gesucht, in die er sich hineinkuschelt. Wenn ich vor der Tür auf Zehenspitzen stehe und mich strecke, kann ich ihn dort ab ungefähr halb fünf Uhr nachmittags sitzen sehen.
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Der Spatz hat es trocken und geschützt und braucht dort nichts fürchten. Auf eine Weihnachtsbeleuchtung habe ich verzichtet. Es tut mir gut, so ganz passiv etwas für dieses eine kleine Tier zu tun, indem ich ihn dort dulde (und, naja, um die Ecke eine verlässliche Futterstelle betreibe). Wir sehen uns und lassen uns in Ruhe. Ich freue mich an ihm und frage mich zugleich, was er von mir wahrnimmt. "Kennt" er meinen Geruch? Meine Stimme?
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Ich bin mir sicher, dass der Spatz mich aus seinem Eingekuscheltsein heraus beobachtet, wenn ich abends das Haus verlasse oder zurückkomme. Wenn ich mal über Nacht weg bin, weiß ich, er sitzt dort und "bewacht" meinen Eingang.
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Das mag alles nur eingebildet sein, aber wir alle wissen wohl, dass es einen Draht zwischen Menschen und Tieren gibt, auch mit Wildtieren. Besonders schön hat das gerade erst Wolfram Martin in seinem Buch "Wolfsjagd" dargestellt.
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Sehr, sehr viele Leute missachten diese Verbindung, indem sie sie ignorieren und so handeln, als hätten sie nichts mit den Tieren zu tun. Andere treten sie mit Füßen, indem sie bei vollem Bewusstsein Bedingungen schaffen, an denen Tiere leiden oder zugrunde gehen.
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So war es in der vergangenen Woche, als mehrere Landratsämter auf Betreiben der BaySf-Betriebe wieder die Schonzeit für Gämsen, Rehe und Hirsche im bayerischen Bergwald gestrichen haben. Männliche Jungtiere, die in solchen Gebieten geboren werden, haben bis spät in ihr Leben nie einen einzigen Tag Schonzeit von der Jagd! Können die Verantwortlichen wohl ruhig schlafen? Und wie ist das mit den Funktionären des Jagdverbands in Kärnten, der 2025 Abschusspläne fürs Rotwild verteilt hat, als wolle er die Art lieber heute als morgen vom Erdboden tilgen?
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Ich frage mich oft, was die Wildtiere - lachen Sie jetzt bitte nicht - "von uns denken". Denn ich bin fest davon überzeugt, dass sie auf einer bestimmten Ebene wahrnehmen, ob wir sorgsam und gut mit ihnen und ihren Lebensräumen umgehen, seien es Wälder oder Äcker oder andere. Ob wir halt "leben und leben lassen", oder ob wir sie mit allen Mitteln verfolgen. Ob wir Müll oder Abwässer in jede Pfütze kippen, oder ob wir auch mal eine Hecke pflanzen oder ein Stück Land brachliegen lassen.
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Sie, liebe Leserinnen und Leser, haben sich auf die Seite der Wildtiere geschlagen. Indem Sie unserem Verein folgen, vielleicht bei uns Mitglied sind und uns unterstützen, kämpfen Sie gemeinsam mit uns darum, dass die uralte Verbindung von Mensch und Kreatur nicht den Bach runter geht. Dass wir mit offenen Augen durch die Natur gehen und wahrnehmen, dass da sozusagen verschwisterte Lebewesen sind, die vielleicht mal Unterstützung brauchen. Und dass wir ihnen zur Seite stehen, wenn andere achtlos, missgünstig oder gar hasserfüllt mit ihnen umgehen.
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2025 war kein gutes Jahr für die Wildtiere, weder in Österreich noch hier bei uns in Bayern. Schonzeitaufhebungen waren nur eins der katastrophalen Themen; hinzu kommt zum Beispiel der Beschluss für ein neues bayerisches Jagdgesetz, das unter anderem die Rehwildjagd in den sensiblen April vorverlegt und viele andere Verschlechterungen bringt.
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Manches konnten wir verhindern, wie die Fällung von Bäumen im dicht besiedelten München, doch anderswo geht es den Tieren gnadenlos ans Leder - oder an den Lebensraum. Immer mehr Windräder werden in unsere Wälder gestellt und dafür Bäume gerodet, die Lebensräume mit Fahrstraßen zerschnitten und ihr Kleinklima aufgebrochen. Allem wird die Ruhe geraubt. Viele andere Ereignisse, über die wir Sie auf unserem Blog ja immer informiert haben, haben uns vom Wilden Bayern 2025 permanent auf Trab und unter Stress gehalten.
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Das ändert sich ganz sicher auch über Weihnachten und Silvester nicht, schließlich haben wir unseren Kampf gegen die aktuellen Schonzeitaufhebungen gerade erst aufgenommen. Trotzdem oder gerade deswegen werden Sie jetzt über den Jahreswechsel ein paar Wochen nichts oder nur sehr wenig von uns hören. Wo es die Arbeit zulässt, werden wir versuchen, uns zurückzuziehen und einzukuscheln wie der Spatz auf dem Balken.
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Dort erlauben wir uns dann auch ein bisschen zu träumen - von vielen, vielen Verbesserungen für unsere Wildtiere in 2026.
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Davon, dass Jäger einfach aus eigenem Antrieb waidgerecht jagen und Hege betreiben und sich nicht länger auf Ausrottungs-Kurs bringen lassen, nur weil Forst- und Landwirtschafts-Lobbyisten knallhart ihre Interessen durchsetzen.
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Davon, dass Landwirte und Grundstücksbesitzer ihre Mähroboter und Motorsensen stilllegen, damit Igel und Kröten nicht länger tödlich verletzt irgendwo in stillen Ecken verenden.
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Davon, dass es die Regel sein könnte, bei einem Hausabriss oder -neubau auch an Schwalben, Eulen, Fledermäuse und andere Gebäudebewohner zu denken und ihnen bei der Planung Nischen einzuräumen.
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Und vor allem davon, dass es den Menschen ein Bedürfnis sein könnte, der Natur etwas zu geben statt immer nur zu nehmen.
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Falls Sie bis gerade eben noch gute Vorsätze fürs neue Jahr gesucht haben - hier wären welche! Ein weiterer könnte sein, Mitglied beim Wilden Bayern zu werden oder unsere Arbeit für die Natur mit einer großzügigen Spende zu unterstützen.
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Und auch wenn Sie sich für etwas entscheiden, das nicht auf unserer Traumliste steht: Jede einzelne gute Tat für die Wildtiere und die Natur zählt, ob wir nun wegen Kröten bei Regen das Auto stehen lassen oder am Feldrand einen Baum pflanzen, um der Natur Schatten, Früchte und Lebensraum zu verschaffen.
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Wildes Bayern dankt Ihnen, liebe Unterstützer, für Ihre treue Begleitung und Ihre Aufmerksamkeit für das tierische Leben um uns herum. Unseren Verein kann es nur geben, weil es Mitglieder gibt, die seine Ziele wollen und tragen, sowie großartige Unterstützer, die ihr Geld für die Anliegen der Natur teilen.
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Wir wünschen Ihnen allen von Herzen eine ruhige und schöne Weihnachtszeit und danach einen (leisen, weil wildtierfreundlichen) Rutsch al gusto ins neue Jahr. Möge 2026 Sie wohlmeinend empfangen und ein ausgesprochen gutes Jahr für Sie werden!
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Ihr Team vom Wilden Bayern
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P.S. Voraussichtlich melden wir uns am 16. Januar mit einem Newsletter zurück!
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Und weiter geht die Schusszeit - dank irrer Argumente
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Kurze Gedächtnisminute! Heute wäre der erste Tag der Schonzeit fürs Gamswild in Bayern im Winter 2025/26. Die Tiere sind ausgepowert nach der Brunft, und eiskalte Nächte im Wechsel mit fast krankhaft warmen Tagen bei großem Freizeitdruck durch Skifahrer, Tourengeher und mehr machen ihnen zu schaffen. Doch in den Alpenlandkreisen wird es wieder unzählige Ausnahmeflächen von der wohlverdienten Jagdruhe geben. Wie …
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Das unterirdische Ende der Fahnenstange - Rotwildprozess in Kärnten
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Was sich derzeit in Sachen Rotwild in Kärnten abspielt, kann uns nur inständig hoffen lassen, dass das allerunterste Ende der Fahnenstange damit jetzt mal erreicht ist. Dort muss gerade das Landesverwaltungsgericht über einen "Abschussplan" entscheiden, der einen Mindestabschuss von 1202 Stück Rotwild auf knapp 600 Hektar Revier vorsah, mindestens - verfasst vom Landesjagdverband, der Kärntner Jägerschaft. Die ist nämlich seit …
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17. Januar Amphibienschutztagung
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Am 17. Januar findet ganztägig eine Amphibienschutz-Tagung des BN und des Landesbunds für Amphibien und Reptilienschutz statt. Interessierte können in Präsenz in Würzburg oder auch online teilnehmen! Hier ein paar Highlights aus dem Programm: Management eines ehemaligen Fischteichs für Laubfrosch, Unke und Wechselkröte (Bernhard Pellkofer, Poxau) Kreuzkrötenschutz in Abbaustellen (Ulrich Meßlinger, Büro für Naturschutzplanung und ökologische Studien, Flachslanden) Habitatmanagement für …
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Die Geheimsprache der Fischotter
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Hundehaufen, Vogeldreck - von tierischem Kot halten wir uns am liebsten fern. Aber viele Biologen feiern ihn! Den Kot einer seltenen Art zu finden, bedeutet nämlich zuvorderst den Beweis, dass sie da ist. Bei vielen Arten ist das sonst nicht so einfach festzustellen, zum Beispiel beim Fischotter. Die Schweizer Organisation InfoFauna hat aufgeschlüsselt, was Fischotterkot darüber hinaus so alles verraten …
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UPDATE Gerichtsentscheid: Gams-Poolabschüsse in der Kürnach nicht rechtens!
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Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat entschieden - und Wildes Bayern vollauf Recht gegeben. Die Pool-Abschusspläne für Gamswild, die das Landratsamt Oberallgäu in 2021 und den darauffolgenden Jahren bis 2024 immer wieder ausgegeben hatte, waren nicht rechtmäßig (Az. 19 B 24.1898). Dass diese Entscheidung noch vier Jahre nach unserer ursprünglichen Klage gefällt wurde, obwohl der betreffende Abschussplan natürlich längst nicht mehr gilt, …
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UPDATE Weltumspannende Razzia gegen Wildtierschmuggel
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Seit neun Jahren führen Interpol und die Weltzollunion WCO gemeinsam mit Partnern auf der ganzen Welt internationale Razzien gegen den Handel mit Wildtieren und ihren Teilen durch. Bei einer globalen Aktion im September und Oktober 2025 wurden in 134 Ländern erneut 30.000 wild lebende Tiere und unzählige Teile beschlagnahmt. Rund 1100 Personen stehen unter Verdacht. Die Zahl der lebenden Tiere, …
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Wie schlau sind Wölfe wirklich? * VIDEO *
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Ein Video, das auf der Seite von "National Geographic" zu sehen ist, gibt Wissenschaftlern zu knabbern. Zu sehen ist ein Wolf, der eine Krabbenfalle plündert - so weit, so gut. Dass Caniden mit Futter trainierbar sind, wissen wir spätestens seit Ivan Pavlov, und auch, dass sie schlau genug sind, komplexe Lösungen zu entwickeln. Doch die Wölfin in diesem Video von …
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