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Liebe/r Leser/in,

das neue Jahr ist gerade mal 14 Tage alt, aber merken Sie auch, wie sich draußen das Licht verändert hat, dass es heimlich abends ein bisschen länger hell ist, und dass den Vögeln hier und da schon mal eine Strophe Balzgesang entschlüpft?

Unter dem Eis und Schnee der letzten Tage liegt der Vor-Frühling in Lauerstellung - und mit ihm das neue Leben in unserer Natur. Die Wildschweine haben mitten in Kälte und Schnee schon erste Frischlinge zur Welt gebracht, die sich mit ihnen noch in geschützten Kesseln verbergen, denn der Schnee hindert sie am Fortkommen. In den Rehen, Hirschkühen, Hasen und vielen anderen Wildtieren wachsen ebenfalls Nachkommen heran - die werdenden Mütter suchen jetzt vor allem nahrhaftes Futter auf den Wiesen.

Umso mehr schmerzte es uns, zu erfahren, dass mitten in dieser sensiblen Phase des aufbrechenden Lebens Mitte Januar im Spessart von einer vermeintlich wohltätigen Organisation Drückjagden mit hochläufigen Hunden veranstaltet wurden - und das auch noch nach einem Wochenende mit viel Neuschnee, der dann aufgrund von einsetzender Wärme schnell antaute und wieder zu hartem Harsch überfror. Was Frischlingen blüht, wenn sie im Kessel von diesen Hunden aufgespürt werden und nicht flüchten können, darf sich jeder selbst ausmalen. Und auch, wie die Läufe von Rehen und Hirschen aussehen, die gezwungenermaßen über eisharte Flächen um ihr Leben laufen müssen.

Nicht umsonst stellen waidgerechte Jäger meist zu Weihnachten die Schalenwildjagd komplett ein - sie wissen, dass die kalten Tage und Nächte im Januar dem Wild schon genug zusetzen, und dass jede Beunruhigung eine Gefahr für Verletzung oder Tod darstellen kann. Um wieviel herzloser und schlimmer ist es da, das Wild auch noch mit Plotthounds zu verfolgen, die in den USA für die Jagd auf wehrhaftes Raubwild wie den Schwarzbären gezüchtet wurden?

Wir wir es schon geahnt und befürchtet hatten, war die Weihnachts- und Neujahrspause absolut keine ruhige für unsere Wildtiere und fürs Wilde Bayern. Denn wir konnten auch nicht einfach zusehen, wie bei diesen Bedingungen das Rotwild in Rottach-Egern den zweiten Winter in Folge ohne Futter gelassen wurde. Unser beständiger Kampf hat das Landratsamt letztlich bewogen, eine Fütterungsanordnung herauszugeben und sogar, als diese nicht befolgt wurde, die Ersatzvornahme einzuleiten. Details können Sie in unserem Blog nachlesen. Prompt wurde an besagter Fütterung schon in den folgenden Nächten ein führendes Alttier erschossen - was muss noch alles passieren, damit endlich alle sehen, dass hier blanker, sinnloser Wildhass regiert und dafür selbst Gesetze mit Füßen getreten werden?

Fortgesetzt haben wir auch unsere juristische Gegenwehr gegen die erlassenen Schonzeitaufhebungen für Gams im Bergwald. Und wir haben viel, viel der "staden Zeit" darauf verwendet, unsere Position zum Jagdgesetzentwurf zu formulieren, die Sie in unserem Blog verlinkt finden. Der Gesetzentwurf enthält nach unserer Expertise allzu viele kontraproduktive, nicht wildgerechte Regelungen und löst an anderer Stelle bestehende Probleme nicht. Wir hoffen inständig, dass das Ministerium ihn nochmal gründlich überarbeitet, denn eine Novellierung bietet die seltene Chance, Dinge zum Besseren zu ändern.

Position bezogen haben wir auch zu den Plänen im Oberallgäu, eine sogenannte Brecheranlage am Grünten zu vergrößern. Dank gut informierter Mitstreiter vor Ort wissen wir, dass schon die ursprüngliche "Genehmigung" dieser Anlage zur wünschen übrig ließ. Wir haben den Verdacht, dass das aktuelle Verfahren diese Mängel einfach übertünchen soll, und haben uns auch deshalb sehr kritisch geäußert, wie Sie in unsererem Blog nachlesen können.

Auch wenn gerade überhaupt nicht Saison für die Kitzrettung ist, beschäftigt uns dieses Thema tatsächlich das ganze Jahr über. Im Dezember haben wir die Gelegenheit genutzt, uns bei Landwirten, die wirklich bemüht und kooperativ mit unseren Wildrettungs-Drohnenteams zusammenarbeiten, mit einem Buch zu bedanken. Kunden sollten ein Augenmerk darauf haben, ob die Käsereien oder Hofläden, wo sie einkaufen, ihre Produkte unter möglichst guter Schonung der Wildtiere herstellen oder nicht. Vielleicht denken auch Sie beim nächsten Mal daran und fragen Ihren Landwirt, wie er es damit hält?

Und noch zwei positive Themen haben wir zum Schluss. Zum einen haben wir uns sehr gefreut, aus dem Schweizer Kanton Aargau von Untersuchungen zu erfahren, die die Rückkehr des Rotwildes ins Mittelland mal aus der Perspektive der Bedürfnisse der Wildtiere angehen, anstatt immer nur mögliche Schäden zu fokussieren. Zum anderen bietet das Biodiversitätszentrum Rhön über Online-Vorträge im Januar und Februar jede Woche abendliche Einblicke in Naturschutzprojekte. Das lohnt sich bestimmt! Die Details finden Sie unten in den Blogbeiträgen.

Für uns vom Wilden Bayern geht die Arbeit an den Brennpunkten in voller Intensität weiter. Unser besonderes Augenmerk gilt dem Rotwild, dem Wildtier des Jahres 2026. Just heute war die Wildes Bayern-Vorsitzende im kleinsten Rotwildgebiet Bayerns, in den Haßbergen. Dort ist das Rotwild akut gefährdet - die weitgehend isolierte Population umfasst gerade mal noch etwa 80 Stück. Nach unserer Ansicht ist sie akut vom Aussterben bedroht. Zusammen mit den Behörden und Beteiligten haben wir Möglichkeiten der Ersten Hilfe und des Umgangs mit dieser Population ausgelotet und diskutiert. Hoffen wir, dass das Jahr 2026 dem wildbiologischen Sachverstand wohlgesonnen ist.

Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen
Ihr Team vom Wilden Bayern

Auf ein wildtierfreundliches neues Jahr!

* Liebe Leser, liebe Mitglieder und Freunde des Wilden Bayern, * wir wünschen Ihnen und uns ein wunderbares neues Jahr, in dem unseren Wildtieren die Sterne günstig stehen und hoffentlich viele Dinge anders laufen als bisher! Starten Sie gut hinein, bleiben Sie gesund und tun Sie jeden Tag eine kleine gute Tat für unsere Natur!  ** Glitzernde Neujahrsgrüße, ** Ihr …

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Foto von einem Fuchs im verschneiten Wald, der den Betrachter aufmerksam anschaut

Neuer Jagdgesetzentwurf - verpasste Chancen und Mankos

Über zehn eng beschriebene Seiten umfasst die Stellungnahme von Wildes Bayern zum aktuell in der Diskussion befindlichen Entwurf eines neuen Bayerischen Jagdgesetzes. Nachdem das Ministerium den Verbänden ausgerechnet die Zeit zwischen Mitte Dezember 2025 und Mitte Januar 2026 zur Begutachtung zur Verfügung gestellt hat, haben wir die Gelegenheit der "staden Zeit" dazu genutzt, über die geänderten Passagen hinaus auch viele …

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Ein Rehbock dreht sich auf dem Weg in den herbstlichen Wald zum Betrachter um.

"Fütterung" bei Rottach-Egern UPDATE: Endlich eine Lösung!

Im dicken Schnee liegen zwei unberührte, zugeschneite Futterraufen mit Heu darin
Endlich kommt das Rotwild bei Rottach-Egern zu seinem Recht! Nach konsequentem Dranbleiben von Wildes Bayern hat das Landratsamt offenbar die Ersatzvornahme eingeleitet. Davon berichtet heute der Miesbacher Merkur. Die Behörde hat in der vergangenen Woche die Notzeit erklärt, die Jagdgenossenschaft hat die Fütterung aber erst nach konkreter Aufforderung angefangen. Bei einer Kontrolle stellte dann das Veterinäramt fest, dass das angebotene …

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Dank an wildtierfreundliche Landwirte für Kitzrettung

Im Frühjahr 2025 haben die beiden Wildes Bayern-Drohnenteams um Vivienne und Thomas Burger und Manfred und Christine Röder wieder mit zahlreichen Landwirten, Jägern und Grundbesitzern in den Bereichen Fahrenzhausen/Hohenkammer und Ettenstatt zusammengearbeitet, um deren Wiesen vor der Mahd nach Kitzen und anderen Tieren abzusuchen. Allein über 55 Kitze konnten wir in 2025 so vor einem sicheren Tod durch die Erntemaschinen …

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Ein Mann und eine Frau stehen vor einer offenen Graslandschaft, sie halten gemeinsam ein Buch in die Kamera.

UPDATE Böllerverbot: Petition und neuer Antrag

Silvester liegt zum Glück hinter uns und den Tieren, aber das Problem der Knallerei und Verschmutzung an sich ist damit nicht gelöst. Die Petition der Berliner Polizei, die wir unten schon vorgestellt hatten, hat mittlerweile über 3,3 Millionen Unterschriften und wird weitergeführt - bitte also weiterhin teilen und unterschreiben! Die Deutsche Umwelthilfe hat zudem noch eine tolle, sehr einfache Möglichkeit …

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Farbige Leuchtraketen malen Blumen an den Himmel (Feuerwerk)

Brecheranlage am Grünten - Wildes Bayern bezieht Stellung

Auf einer Wiese zwischen Büschen ein Haufen Schutt
Nach dem Beschluss des Kreistags Oberallgäu vom Oktober 2024, die Brecheranlage am Grünten zu erweitern (s. u.), ist die Gemeinde Rettenberg in die Planung eingestiegen - und musste dazu die betroffenen Umweltverbände anhören. Wildes Bayern hat natürlich eine Stellungnahme eingereicht. Darin lehnen wir das Vorhaben ab. Unter anderem ist nämlich nach wie vor ungeklärt, auf welcher naturschutz- und baurechtlichen Grundlage …

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Und weiter geht die Schusszeit auf Gams UPDATE

Die Jagd auf die Gams im Bergwald läuft - aufgrund der Schonzeit-Aufhebungsbescheide verschiedener Landratsämter. Wie unten schon angekündigt, hat Wildes Bayern gegen acht von neun Bescheide geklagt, dieser Tage gehen auch die entsprechenden Eilanträge dazu raus. Wir wir mitkriegen, kommt der Druck auf die Landratsämter offenbar nicht aus den BaySf-Betrieben direkt, auch wenn diese die Anträge für die Schonzeitaufhebungen gestellt …

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Im Schnee an einem Berghang liegt eine tote Gams, dahinter ein Jagdhund, beide scheinen ins Tal zu blicken

Klimaanpassung? Der Lebensraum zählt!

Immer wieder hören oder lesen wir, dass sich Arten an den Klimawandel "nicht schnell genug anpassen" könnten. Aber was heißt das genau? Eine neue Studie klärt auf und zeigt, dass wir diesen Arten vielleicht helfen können, denn entscheidend ist nicht nur ihre Genetik, sondern auch der Zustand unserer Landschaft. Die Studie liefert einen seltenen experimentellen Beleg dafür, dass ökologische Degradation …

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Ein graubrauner Watvogel sitzt an einem Strand

Schöpfungsverantwortung? Nix fürs Juliusspital...

Ein Wildschwein mit gestreiften Frischlingen wühlt im Schnee
Das Juliusspital in Würzburg ist eine jahrhundertealte Einrichtung, die sich vor allem für alte, kranke und bedürftige Menschen einsetzt. Auf der Homepage findet man deshalb salbungsvolle Wörter wie "mildtätig", "gemeinnützig" oder "humanitär". Der Ursprung liegt im christlichen Glauben, verkörpert durch den Stifter Julius Echter von Mespelbrunn. Dass echtes Christentum aber nicht nur den Menschen, sondern die ganze Schöpfung wohlwollend umfasst, …

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Eisiger Winter gefährdet unsere Wildtiere

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat anlässlich der heftigen Schneefälle am vergangenen Wochenende in Norddeutschlang vor den Auswirkungen von Eis und Schnee auf unsere Tiere gewarnt. Hier die Pressemeldung im Wortlaut: "Der Winter zeigt sich derzeit von seiner harten Seite: Schnee und Eis bedecken die Böden, in manchen Regionen kommt starker Wind dazu. Für viele Wildtiere bedeutet das eine ernste Gefahr. …

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Eine Gams kauert im verschneiten Wald am Boden

Online-Tipp: Wöchentlich Naturschutzprojekte gucken

Ein Wasserbüffel steht in einem Tümpel, auf seinem Rücken sitzt ein weißer Reiher
Für einen Monat jeden Mittwochabend eineinhalb Stündchen Naturschutzprojekte gucken - ist das nicht ein guter Start ins neue Jahr? Das Biodiversitätszentrum Rhön bietet eine Online-Vortragsreihe, mit der das ab dem 14. Januar möglich ist. Sie heißt "Blickpunkt Biodiversität: Naturschutz hautnah - Praxis-Projekte in Bayern" und läuft immer zwischen 19 und 20.30 Uhr. Anmeldemöglichkeit siehe unten! Wö Hier im Schnelldurchlauf die …

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Hirsche im Kanton Aargau oder: Guter Wille zum Wildmanagement

Die Schweizer haben, was das Rotwild betrifft, ähnliche Ausgangsbedingungen wie wir in Bayern. Viele alpenfernere Regionen wurden in der Vergangenheit rotwildfrei geschossen. Jetzt breitet sich die Art aus den Alpen heraus ins so genannte Mittelland aus - und das Resultat ist nicht etwa ein Zeter und Mordio mit dem Tenor "die Viecher müssen weg", sondern eine wunderbar sachliche Analyse. In …

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Blick von oben in grünes Gebüsch, in dem ein roter Hirsch steht