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Liebe/r Leser/in,

jetzt ist es schon über einen Monat, dass Schnee und Eis uns ziemlich im Griff haben, und obwohl wir vermutlich alle eine Wohnung, genug zu essen und ein warmes Bett haben, wird es langsam zäh, und viele sind auch krank.

Müssen Sie nicht auch immer wieder daran denken, wie die Wildtiere das da draußen überhaupt meistern? Wenn es einmal dick schneit, dann drauf regnet und dann wieder ein eisiger Wind das Ganze in einen Panzer verwandelt?

Unsere Stimmung ist entsprechend ein wenig düster - aber hier schonmal ein Lichtblick: Am Ende dieses Newsletters wird es heller und noch richtig beschwingend. Halten Sie durch!

Wie Sie wissen, kämpfen wir zur Zeit zum Beispiel um die Fütterung des Rotwilds in Rottach-Egern. Doch die Nahrungsknappheit ist nicht das Einzige, das den Tieren zusetzt. Besonders schlimm ist, dass das Wild in diesen Zeiten nicht mit der "Jagd" verschont wird - die wir hier in Anführungszeichen setzen, weil es in den genannten Fällen eigentlich keine Jagd ist, sondern eine Verfolgung ohne Regeln oder Fairness.

Was die Polizei in den letzten Wochen meldete, war ein Blick in menschliche Abgründe: Nächtlicher Abschuss eines führenden Muttertiers in Rottach-Egern, nächtlicher Abschuss einer Rehgeiß ("ohne Kitze") bei Schongau... Da draußen gibt es Menschen, die kennen nicht nur kein Erbarmen mit der Kreatur, sondern ihnen scheinen auch die Jagd- und Waffengesetze zunehmend egal zu sein. Besonders erschreckend ist, dass das auch auf Angehörige staatlicher Institutionen zutrifft.

Wundern Sie sich bitte nicht, dass wir angesichts dieser Vorkommnisse auch einem aktuellen Jagdunfall, bei dem ein junger Mann erschossen wurde, einige Zeilen widmen, denn was diesen tragischen Vorgang ausmacht, prägt den Alltag unserer jagdbaren Wildtiere. Der Vater des Getöteten, der in einem hier verlinkten Podcast zu Wort kommt, hat absolut Recht: Es muss sich etwas ändern, insbesondere beim Thema Nachtzieltechnik! Wildes Bayern bleibt an den weiter oben genannten Fällen dran und wird die Ermittlungen mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen - seien es Beobachtungen oder auch Anzeigen und Klagen bei Gericht.

Vielleicht möchten manche Wildtierfreunde morgen eine kurze Gedenkminute einlegen, wenn laut Gesetz die Jagdzeit auch fürs Rotwild vorbei geht, doch jene Individuen, die in den bayerischen Alpen leben, aufgrund von Schonzeitaufhebungen vielerorts einfach weiter bejagt werden dürfen - so wie auch Gämsen und Rehe. Die Klagen von Wildes Bayern inklusive Eilantrag gegen entsprechende Einzelanordnungen der BaySf-Betriebe liegen längst bei Gericht, doch der von den BaySf beantragte Sofortvollzug lässt sich so schnell nicht stoppen. Wir hoffen inständig auf eine Entscheidung in der nächsten Woche.

Ähnlich, wie es uns im Wildtierschutz geht, ergeht es auch dem Deutschen Tierschutzbund beim Thema Nutztierhaltung. Wir haben Ihnen eine Rede des Präsidenten Thomas Schröder verlinkt, in der er auf der Grünen Woche in Berlin ernüchtert feststellte, dass sich beim Schutz der Nutztiere irgendwie gar nichts mehr bewegt. Empathie, Mitgefühl mit anderen Kreaturen und grundlegende Menschlichkeit sind in der heutigen Politik wohl gnadenlos auf dem Rückzug.

Auch beim Thema Windkraft stehen viele Aktivisten ratlos vor einer Politik und Praxis, der geltende Rechtslagen offenbar egal sind und nicht mal mehr Anlass für ein Innehalten und einen Richtungswechsel geben. Aus dem "Märchenland" Reinhardswald in Hessen erfahren wir, dass die Bauarbeiten am Windpark fortschreiten, obwohl inzwischen auch noch bekannt geworden ist, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Rücklagen, die in 20 bis 30 Jahren den sauberen Rückbau garantieren sollen, nicht in ausreichender Höhe vorliegen.

Es ist ein weiterer Baustein im Bild einer verblendeten Bürokratie im Bund mit Unternehmern, die einfach nur noch vorwärts stürmt und alle Hürden einer demokratischen Rechtsgesellschaft unbesehen aus dem Weg sprengt. Wildes Bayern-Vorsitzende Dr. Christine Miller wird in einem Vortrag am 6. Februar als Gast von "Gegenwind Altötting" darauf eingehen, was der Windkraft-Wahn im Wald für unsere Wildtiere bedeutet.

Schon vor längerer Zeit haben wir darüber berichtet, dass die Vogelgrippe den Sprung auf die Säugetiere geschafft hat, und zwar auch auf die Kühe und in ihre Milch. Damals war das in den USA - jetzt ist der erste Fall in den europäischen Niederlanden dokumentiert. Was uns am Rande dieser sehr beunruhigenden Meldung zusätzlich irritiert hat, ist, dass nicht etwa die auffällige Milchprobe oder die kranke Kuh die Veterinärbehörden aufmerksam werden ließen, sondern eine tote Katze...! Lesen Sie selbst.

Unten hängen wir Ihnen noch eine Vielfalt weiterer Blogbeiträge an, zum Beispiel zu Wissenschaftsmeldungen, Ankündigungen und mit Links zu Videos. Mehrere Beiträge der letzten Zeit befassen sich auch mit der Kitzrettung - einem Thema, das uns vom Wilden Bayern ebenso wie alle anderen Kitzretter nie loslässt und auch mitten im Winter beschäftigt.

An dieser Stelle möchten wir aber vor allem auf ein Video eingehen, das unser Herz ganz besonders erfreut hat - wir grüßen Witgar Wiegele aus Kärnten. Der Bäcker und Nebenerwerbslandwirt ist Besitzer einer Kuh namens Veronika, die gelernt hat, sehr gezielt und reflektiert die beiden Enden eines Besens zu nutzen, um sich selbst zu schrubben oder zu kratzen. Wissenschaftler hinterfragen wegen ihr, ob wir die Intelligenz und den Werkzeuggebrauch bei Nutztieren eigentlich immer falsch eingeschätzt haben.

In der veröffentlichten Studie finden sich viele Videos von Veronika - und eins, in dem am Schluss auch Witgar ins Bild kommt. Der Mann wirkt auf den ersten Blick etwas unbeholfen, aufgeregt und vielleicht komisch. Doch was er sagt, enthält eine tiefere Weisheit, die uns schier die Sprache verschlagen hat, und die wir Ihnen, liebe Leser, an dieser Stelle mit in die nächsten zwei Wochen geben möchten. Sie lautet:

Schützt die Natur, denn so schützt Ihr Euch selbst. Vielfalt in der Natur ist der Schlüssel zu unserem Überleben auf diesem Planeten.

Ohne dem noch etwas hinzuzufügen verbleiben wir herzlichst,

Ihr Team vom Wilden Bayern

Beringte Vögel bitte unbedingt melden!

Wer immer wieder Vögel beobachtet, ist sicher schonmal auf einen mit einem Farbring am Bein gestoßen. Der Ring verrät, dass dieser Vogel von Menschen mit professionellem Background kurz gefangen, registriert, markiert und wieder freigelassen wurde. Seine Daten sind festgehalten. Er bleibt jetzt zeit seines Lebens identifizierbar: Wird er irgendwo gesehen, der Ring richtig abgelesen und die Information an die richtige …

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Zwei Paar Menschenhände beringen einen jungen Falken

Nachtabschuss im BaySf-Revier?

Zwei Männer in jagdlicher grüner Kleidung mit roten Caps und Waffen unter dem Arm gehen vom Betrachter weg in einen Wald
Und wieder blitzt auf, was im Dunkel der Nacht mit unseren Wildtieren gemacht wird... Die Polizei in Schongau hat spät in der Nacht vom 9. auf den 10. Januar bei einer Streifenfahrt im Bereich Wildsteig ein Fahrzeug am Straßenrand entdeckt und untersucht. Darin waren zwei Waffenkoffer und ein erlegtes Reh ohne Haupt und Läufe erkennbar. Nachdem einer der Polizeibeamten glücklicherweise …

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Was uns Jagdunfälle lehren müssen

Am Abend des 9. Januar kam es in Norddeutschland zu einem tragischen und schockierenden Jagdunfall, bei dem ein 23-jähriger Jäger von einem Jagdkollegen erschossen wurde. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen ihm nahestehenden Menschen. Der Vater, selbst Jäger und Schweißhundeführer, ist trotz oder gerade wegen seiner tiefen Trauer in die Öffentlichkeit gegangen und findet starke Worte dafür, was …

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Was uns Jagdunfälle lehren müssen

Erstmals Vogelgrippe bei Kuh in Europa entdeckt

Kühe schauen aus einem Offenstall
In den Niederlanden ist im Januar zum ersten Mal in Europa das Vogelgrippevirus H5N1 in einer Kuh und in ihrer Milch nachgewiesen worden. Wie so häufig, wirft der Fall ganz nebenbei ein Schlaglicht auf Umstände, die beinahe noch beunruhigender sind als die biologischen Tatsachen an sich. Denn: Erst nachdem auf einem Bauernhof in Nordfriesland eine Katze verendete, kam heraus, dass …

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Neue Naturschutz-Vorträge der ANL

Am 5.2. um 14 Uhr bietet die Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege online den Vortrag "Management von Amphibienlaichgewässern", von Andreas Zahn (BUND Mühldorf) an. Jeder kann sich kostenlos einklinken! Management von Amphibienlaichgewässern: Warum ist das nötig und wie macht man das? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Vortrags. Gerade viele stark gefährdete Amphibienarten haben ihre natürlichen Lebensräume in dynamischen Landschaften, die …

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Ein Frosch sitzt auf Seerosenblättern in einem Teich

UPDATE Windkraft Öttinger Forst: Vortrag von Christine Miller

(c)Bushcraft und Abenteuer / Outdoor Chiemgau - Windkraft statt Wald?
Was kostet Windkraft unsere Natur und Wildtiere? Aufschluss darüber gibt die Wildes Bayern-Vorsitzende, Wildbiologin Dr. Christine Miller in einem Vortrag am 6. Februar um 18.30h in 84561 Mehring-Hohenwart. Die Veranstaltung von "Gegenwind Altötting" findet im Gasthof Schwarz statt. Den kompletten Flyer zur Veranstaltung können Sie hier herunterladen - zum Ausdrucken und Weiterverteilen! Mehr Infos der Initiative "Gegenwind Altötting" finden Sie …

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Spionage in der Spechthöhle

Das Team des CornellLab, eines ornithologischen Instituts in Ithaka, New York, hat sich Spechtlöcher vorgeknöpft. Mithilfe eines präparierten Baums haben zwei Mitarbeiter eine Kamera von hinten in eine unbenutzte Spechthöhle eingeführt - und dann gewartet, wer alles so reinschaut. Einer der Gäste: ein Kleiber (kopfüber)... Macht echt Spaß, den beiden Filmern beim Tüfteln und Warten und Beobachten zuzuschauen! Dieses Video …

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Ein Stück Baumstamm mit Spechthöhle ragt durchs Bild, dahinter blauer Himmel und Gebäude

Sehr schönes Video über Rehkitzrettung

Ein Rehkitz liegt versteckt im Gras
Der Verein Rehkitzrettung München hat gemeinsam mit Landwirten ein wirklich schönes und berührendes Video zum Thema Rehkitzrettung veröffentlicht. Das Video können Sie hier anschauen - bitte weiterleiten und teilen!

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Mit eDNA seltene Fische in der Donau aufgespürt

Ob eine Tierart in einem Fluss vorkommt oder nicht, hat man bisher erst gewusst, wenn man ein Exemplar gefunden oder gefangen hatte. In Zeiten, in denen viele Arten aber immer seltener werden, ist das ganz schön mühselig, und die Aussagekraft schwindet - plus, man schadet genau jenem seltenen Tier oder es stirbt sogar bei der Entnahme. Jetzt gibt es zum …

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Zwei große Fische schwimmen über Kies in einem Fluss

UPDATE - Das ökologische Desaster in Grimms Märchenwald

Luftbild einer Trasse zur Großbaustelle für ein Windrad im Wald
Windräder haben eine Lebensdauer von um die 20 bis 30 Jahre, dann müssen sie entweder abgebaut oder aufwändig saniert werden. Aber wer redet von den Kosten, die hier entstehen? Das Gesetz regelt, dass die Mittel dafür von Beginn an zurückgelegt werden müssten, sonst ist die Anlage nicht genehmigungsfähig. Doch im hessischen Reinhardswald agieren Unternehmer und Behörden wieder mal, als gäbe …

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Kühe - so viel intelligenter als gedacht * VIDEO*

Dieser Beitrag ist nicht nur wissenschaftlich relevant sondern zudem auch noch unfassbar unterhaltsam, und er fordert unser gängiges Weltbild heraus. Forscher der Veterinärmedizinischen Universität in Wien haben Beobachtungen und Experimente an einer Kuh gemacht und dabei festgestellt, dass sie tatsächlich Werkzeuge nutzt - und zwar auf unterschiedliche Weise, jeweils angepasst an den Zweck. Die 13-jährige Kuh namens "Veronika", zuhause in …

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Porträt einer braunen Kuh mit Hörnern

Symposium zur Kitzrettung

Drei Personen in einer Wiese; eine setzt ein Rehkitz in einen Wäschekorb
Der Bayerischer Jagdverband und die Rehkitzrettung München veranstalten am 20. und 21. März eine Tagung zur Kitzrettung in München-Oberföhring. Folgende Inhalte stehen laut den Veranstaltern unter anderem auf dem Programm: rechtliche Grundlagen aus dem Agrar- und Jagdrecht Flugrecht und EU-Verordnungen für UAS technische Lösungen und Software zur Planung, Disponierung und Dokumentation Entwicklungsgeschichte der drohnengestützten Jungwildrettung sowie ein Ausblick auf zukünftige …

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"Fütterung" bei Rottach-Egern UPDATE: Neue Tierschutz-Skandale

Die Vorfälle im Revier der Jagdgenossenschaft Rottach-Egern kommen nicht zur Ruhe - ganz im Gegenteil, sie eskalieren völlig. Neben dem ungeklärten Abschuss eines führenden Alttiers (mehr dazu unten) steht die gerade erst begonnene Fütterung per Ersatzvornahme auf der Kippe. Offenbar haben die Jagdvorstände kein Interesse daran, dass Beauftragte des Landratsamts auf ihre Kosten das Wild weiterhin artgerecht versorgen, und haben …

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Im dicken Schnee liegen zwei unberührte, zugeschneite Futterraufen mit Heu darin