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Liebe/r Leser/in,

die Sonne wärmt wohltuend, und in Ihr Postfach flattert ein Newsletter, der auf den ersten Blick so flockig-leicht und bunt daher kommt wie ein verfrühter Schmetterling. Wir haben Meldungen über Eichhörnchen und Eisbären, über Gänse und über Gartenvielfalt, über Wasserfledermäuse und den wunderbaren neuen Film "Flüstern der Wälder" für Sie.

Aber wie immer hat auch diese Goldmedaille zwei Seiten. Denn die "leichten" Meldungen haben es in den Vordergrund geschafft, weil im Hintergrund hart und zäh an etwas Langfristigem gearbeitet wird. Und das ist weder flockig noch bunt.

Wildes Bayern nagt sich durch Tausende Seiten Akten, die unsere Klagen gegen neue Anträge zur Schonzeitaufhebung im Bergwald auf unseren Schreibtisch gespült haben. (Wobei "spülen" wiederum euphemistisch ist... das hier kommt eher einem Tsunami gleich.)

Zur Erinnerung: Ende 2024 hat Wildes Bayern vor dem Bundesverwaltungsgericht den langjährigen Kampf gegen die alte, für ganz Oberbayern geltende Schonzeitaufhebungs-Verordnung gewonnen. Auf deren Basis wurden im Bergwald über 30 Jahre hinweg Gämsen, Hirsche und Rehe das gesamte Jahr hindurch ohne Schonzeit bejagt. Das haben wir beendet.

Doch sofort schob die Regierung von Oberbayern eine neue, ebenso schwache Verordnung nach. Nachdem diese wegen ihrer Rechtswidrigkeit keine Chance auf Bestand hatte, zog die Behörde sie auf Klage und Antrag von Wildes Bayern dann postwendend wieder zurück.

Jetzt erfahren wir aus den Akten: Statt künftig rechtskonform zu handeln, hat die Regierung unmittelbar nach ihrem Scheitern die Unteren Jagdbehörden der Gebirgs-Landkreise angeschrieben und angekündigt, dass ihnen Einzelanträge des Unternehmens Bayerische Staatsforsten für jedes Gebiet zugehen würden. Und sie hat die Behörden dazu "verdonnert", diese Anträge positiv zu bescheiden, und entsprechend Druck gemacht.

Eine Aussage taucht in diesem Zusammenhang in den Unterlagen immer wieder auf: Alle drei Ministerien wollen das.

Wie bitte, alle drei Ministerien? Das Forst-, das Umwelt- und das Jagdministerium? Also drei Häuser, von deren Spitzen sich mindestens zwei in der Öffentlichkeit nur tief zerstritten zeigen, darunter jene, die zwar als einzige für die Jagd zuständig ist, aber kaum jemals ein Wort über die Thematik Schonzeitaufhebung verliert?

Gab es, während sich die Minister Aiwanger und Kaniber über ein Jahr lang Schaukämpfe ums Jagdgesetz lieferten, insgeheim bestes Einvernehmen im knallharten Vorgehen gegen Gams, Rotwild und Co.? Oder läuft hier Politik nach dem Motto "Du willst es doch auch..." ab? Weit und breit können wir jedenfalls keinen Willen erkennen, geltendes Recht nach dem Bundesverwaltungsgerichts-Urteil auch umzusetzen. Statt dessen eine furchteinflößende Vermischung aus Legislative und Exekutive. Die Gewaltenteilung scheint außer Kraft gesetzt, und das ist für jedes Land zu jeder Zeit gefährlich.

Eins ist uns ebenfalls klar - bei diesem Projekt "Einzelanträge für jedes Schonzeitaufhebungsgebiet" ging es von Anfang an auch darum, Ressourcen zu binden; eine bewährte Methode, unliebsame Feinde lahmzulegen. Also gut. Wir nehmen uns die Zeit, alles gründlich durchzuforsten, denn die Erkenntnisse und Einblicke, die wir dabei am Rande gewinnen - siehe oben - sind es wert und kommen uns definitiv an anderer Stelle zugute.

Sie, liebe Leserinnen und Leser, kommen derweil in den Genuss vieler spannender Veranstaltungstipps, aktueller Hinweise und witziger Meldungen. Die Drohnenförderung für die Kitzrettung wird neu aufgelegt. Die Amphibien und Igel erwachen aus dem Winterschlaf und brauchen unsere Unterstützung. Und die wunderbaren Benefiz-Konzerte beim Wuids Bayern-Festival stehen auch bald wieder auf dem Programm.

Neuigkeiten gibt es zudem in Sachen Eigenjagd in Anger: Wenige Minuten vor dem Verfassen dieses Newsletters hat uns eine Pressemitteilung von Jagdgenossen und ehemaligen Jägern aus der Jagdgenossenschaft Högl erreicht. Sie stellen klar, dass sie mit dem wildfeindlichen Kurs in ihrer Heimatgemeinde nicht einverstanden sind und dass hier satzungsgemäße Rechte mit Füßen getreten werden. Wir sind äußerst froh zu hören, dass nicht alle Wald- und andere Grundbesitzer blindlings der Hetze gegen unsere Wildtiere verfallen sind.

Der Rückblick auf die letzten zwei Wochen zeigt uns also erneut, dass es überall nur um einen wachen Verstand, Zivilcourage, Mut und bei Bedarf auch juristische Gegenwehr gehen kann. Wir vom Wilden Bayern befinden uns da gerade mitten im Getümmel und schwingen klirrend unserer Schwerter. Wir halten Sie weiterhin auf dem Laufenden.

Mit kriegerischen Grüßen,
Ihr Team vom Wilden Bayern

"Rehfriedhof" im Wald bei Anger UPDATE

Die polizeilichen Ermittlungen über die Vorkommnisse in der eigenbewirtschafteten Jagd in Högl bei Anger laufen. Jetzt haben sich Jagdgenossen und frühere Jäger in einer Mitteilung an die Presse zu Wort gemeldet. Ihr Schreiben, das auch Wildes Bayern zuging, zeigt: Längst nicht alle Grundeigentümer sind einverstanden mit den schier ungezügelten Eingriffen beim Wild, die auf ihrem Land passieren. Und: Der Notvorstand, …

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"Rehfriedhof" im Wald bei Anger UPDATE

Kitzrettung - Bund fördert jetzt wieder Drohnenkauf

Eine mit Kamera ausgestattete Drohne schwebt über einer Landschaft
Das Bundeslandwirtschaftsministerium fördert wieder die Anschaffung von Drohnen für die Kitzrettung! Das gab es am 25. Februar in einer Pressemitteilung bekannt. Anträge können von jetzt bis  30. Juni gestellt werden. Anders als in den Vorjahren gibt es pro Drohne einen Festbetrag von 3.000 Euro an Zuschuss. Alle weiteren Informationen finden Sie hier

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Bitte langsam fahren, Amphibien wandern wieder!

Nach all dem Eis und Schnee klettern die Temperaturen in Deutschland gerade rapide nach oben. Viele Wildtiere könnten also aus ihrer Winterstarre oder dem Winterschlaf erwachen und uns wieder auf den Straßen begegnen, bitte fahren Sie deshalb wieder besonders achtsam! Bei Regen und Dämmerung sowie Dunkelheit tauchen vermutlich bald wieder Kröten und Lurche auf den Straßen auf. Bitte überlegen Sie …

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Eine Kröte sitzt auf Asphalt

Filmtipp: "Das Flüstern der Wälder"

Meldung vom 19. Februar 2026 Heute ist Kinostart für einen ganz besonders berührenden und verzaubernden Naturfilm: Das Flüstern der Wälder von Vincent Munier. Hier die Info des Filmverleihs zum Inhalt: "Geduld ist die wichtigste Eigenschaft, die Michel Munier auf seinen Streifzügen tief in die alten, moosbedeckten Wälder der Vogesen mitbringen muss. Mit Rucksack, Stock und einer warmen Jacke …

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Ein dunkles Foto einer Baumhöhle mit leichten Schneerändern, aus der ein Kauz herausschaut

Was Braunkehlchen brauchen

Ein kleiner, braun gemusterter Vogel sitzt in Schilfgras
Das Braunkehlchen ist eine so genannte Leitart für artenreiche Wiesenlandschaften. Sein Schutz kommt vielen anderen Arten zugute. Wenn es gelingt, seine Lebensräume zu sichern und zu verbessern, profitieren ganze Ökosysteme. Darüber sprach am 20. Februar Martin Küblbeck für die Ornithologische Gesellschaft in Bayern in einem Fachvortrag zum Braunkehlchen- und Wiesenbrüterschutz im Gebiet der Loisach-Kochelseemoore und des Murnauer Mooses. Küblbeck betreut …

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Über unser Verhältnis zu Behörden....

Hin und wieder bekommen wir vom Wilden Bayern zu hören, wir würden ja "Krieg" gegen Ämter und Behörden führen. Insbesondere Naturschutzbehörden stehen immer wieder im Mittelpunkt von Anfragen oder Anzeigen von Wildes Bayern, siehe zum Beispiel beim "Snow Peak Festival" in Miesbach. Doch der Schein trügt. Und das möchten wir hier mal klarstellen. Wildes Bayern schätzt die Arbeit der fachlich …

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An einem mitteldicken Baum hängt ein dreieckiges Metallschild mit grünem Rand und der Schrift "Naturschutzgebiet" sowie einem symbolischen Adler

Schmelzendes Eis: Nicht alle Eisbären leiden gleichermaßen

Auf treibenden Eisschollen stehen ein großer und ein kleiner Eisbär
Ein Hubschrauber landet auf dem Meereis vor Spitzbergen. Wissenschaftler nähern sich vorsichtig einem betäubten Eisbären, messen seinen Bauchumfang und schätzen sein Gewicht. Diese Szene wiederholt sich seit 1995 jeden Frühling – und liefert überraschende Erkenntnisse. Die Eisflächen rund um die Arktis sind der Lebensraum von Eisbären, dem größten Land-Raubtier unserer Erde. So mächtig die Bären auch scheinen, ihre Welt verändert …

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SAVE THE DATE: 2. Mai 2026 Wuids Bayern Festival

Yippieh, es ist bald wieder soweit! Das "Wuids Bayern-Festival", die supertolle Benefiz-Veranstaltung in Weyarn, organisiert von Michi Schmidt mit dem Girgl in der Weyhalla, steht in den Startlöchern. Bitte Termin reservieren, Freunde einpacken und unbedingt dabei sein! 2. Mai 2026, ab 19 Uhr, Weyhalla Mangfallweg 24 83629 Weyarn Wer hat Lust uns zu helfen, zum Beispiel an der Kasse? Bitte …

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Musiker in bunten Strumpfhosen auf einer beleuchteten Bühne, im Vordergrund die Hinterköpfe einiger Zuschauer

Gänsestudie: Fressen ist wichtiger als fürchten

Mehrere grau-weiß-schwarze Gänse äsen auf einer Wiese
Viele Jäger und Landwirte kennen die Situation nur allzu zu gut: Wiese oder Acker sind frisch eingesät, erste grüne Spitzen lassen sich blicken - und morgens stehen die Gänse darauf. Man fährt hinaus, vergrämt, vielleicht fällt auch ein Schuss. Die Vögel streichen ab. Und ein oder zwei Tage später stehen sie wieder da. Oder auf dem Nachbarfeld. Da stellt sich …

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Jetzt anmelden: Tagung Jagd & Artenschutz

Jagd und Artenschutz stehen in einem komplexen, manchmal widersprüchlichen und manchmal sich ergänzenden Verhältnis zueinander. Auf der 22. Fachtagung "Jagd und Artenschutz" der Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen und des Landesjagdverbands Thüringen wird das Thema von Experten genauer beleuchtet. Sie findet am 6. und 7. März in Jena statt - alle Details entnehmen Sie bitte den unten stehenden Links. Auf dem Programm …

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Ein großer schwarzer Vogel sitzt mit ausgebreiteten Schwingen an einem Gewässer

Mein liebster Gärtner - der Maulwurf UPDATE

Ein Maulwurf schaut oben aus einem Erdhaufen zwischen Gras und Gebüsch
Den ganzen Winter über habe ich die Aktivitäten der Maulwürfe auf der Wiese hinter unserem Dorf beobachtet, und ich kann wirklich nur niederknien vor diesem großartigen, tatkräftigen Tier. Selbst bei strengstem Frost hat er daran gewerkelt, den von der intensiven Bodenbearbeitung mit schweren Maschinen völlig verdichteten, lehmhaltigen Boden aufzulockern und hat uns am Morgen - oft durch zentimeterdicke Eis- und …

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Eichhörnchen - Daten sammeln und helfen!

Der BUND Naturschutz wirbt weiterhin dafür, Daten für sein Projekt „Eichhörnchen in Bayern“ einzuspeisen. Dazu gibt es eine Mitmach-App. Seit ihrem Start  vor knapp sechs Jahren wurden 91.000 Eichhörnchen in rund 74.000 Meldungen erfasst. Daten sind wichtig, um Eichhörnchen besser schützen zu können. Dank der Daten können die Naturschützer großräumig nachvollziehen, wo Eichhörnchen leben, wie sie sich anpassen und wo …

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Ein Eichhörnchen schaut frech um einen Baumstamm herum

Update gArtenvielfalt: Broschüre mit aktuellen Tipps

Gartenblume mit einem Schmetterling darauf, im Hintergrund andersfarbige Blumen erkennbar
Wir bitten unsere Leser und Leserinnen sehr, dass sie ihren Garten dieser Tage noch weitgehend in Ruhe lassen, denn allzu viele Winterschläfer brauchen noch eine Weile, bis sie aus ihren Quartieren kriechen - draußen ist ja noch nichts zu fressen, weder Blüten noch Insekten oder Würmer. Es ist definitiv noch früh! Aber für die Vorbereitung und Planung sammeln wir natürlich …

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Dem Bösewicht auf der Spur: Erster Waldschädling entdeckt

Endlich konnten Forscher den ersten Wildschaden der Welt feststellen. Schon die Wälder im Carbon litten unter Verbiss. Wer weiß, wie viel höher heute die Öl- und Gasreserven der Erde sein könnten, wenn der rund 30 Zentimeter kleine, plumpe "Tyrannoroter heberti" nicht die Knospen, Triebe und Verjüngung der ersten üppigen Wälder verbissen hätte. Wären damals schon verantwortungsvolle Förster durch das Unterholz …

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Zeichnung eines reptilienartigen Sauriers

Wochenstuben gesucht: Wasserfledermäuse fliegen aus

Sehr dunkles Bild, das eine mittelgroße Fledermaus im Flug zeigt
Inspirierter Sex ist nicht gerade die Sache der Wasserfledermäuse: Ihre Paarung, die irgendwann jetzt dieser Tage stattfindet, passiert ohne großes "Vorspiel" manchmal sogar noch im Winterquartier, wo die Männchen die lethargisch herumhängenden Weibchen befruchten. Das Artenschutzzentrum des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) hat im Januar die Wasserfledermaus als Art des Monats vorgestellt, und es lohnt sich, ab Ende Februar schonmal …

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