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Lieber Leser, liebe Leserin,
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aus Vorarlberg erreichte uns die Nachricht von einem Urteil, das aufhorchen lässt. Dort gibt es seit dem letzten Jahr eine neue Jagdverordnung, und diese schreibt doch tatsächlich vor, dass bei der Auflösung von Wildfütterungen darauf zu achten ist, dass kein Tierleid entsteht. Jetzt hat erstmals ein Gericht auf dieser Basis die angeordnete Auflösung einer Fütterung wieder aufgehoben - lesen Sie selbst!
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Ansonsten, tja, ansonsten kommen wir uns manchmal vor wie in einer Filterblase (was wir natürlich auch sind, nämlich in der Filterblase Natur und Wildtiere). Aber wenn dann Spezialthemen, die uns ohnehin schon eine Weile beschäftigen, vermehrt auch von außen auf uns einströmen - dann ist das wohl entweder "magische Anziehung", ein guter Riecher fürs aktuelle Geschehen oder tatsächlich irgendein Algorhythmus. Oder müssen wir hier irgendeine Verschwörung argwöhnen...?
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Momentan befinden wir uns jedenfalls definitiv in der Filterblase Wald, Abteilung Alt- und Totholz. Dazu hatten wir uns ja letzte Woche schon ausführlich geäußert - und prompt erreichen uns auch diese Woche interessante Meldungen und Studien dazu. Zum Beispiel jene, dass das Rote Liste-Zentrum die Panther-Ameisenjungfer vorgestellt hat. Da haben Sie natürlich gleich ein Bild vor Augen, oder? Panther - Ameise - Jungfer....herrlich, diese wilde Mischung...
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Aber nein. Die Panther-Ameisenjungfer ist ein winziges, quasi durchscheinendes, schlankes und flugfähiges Insekt, das höchstens durch seine dunklen Punkte auf den Hautflügeln besticht. Vom Panther hat es immerhin sein raubtierhaftes Beutegreiferverhalten. Es versteckt sich im Mulm alter Baumhöhlen, wartet auf arglos heranwackelnde Käfer und schlägt zu. Mit seinen furchteinflößenden Kiefern durchstößt es die Hülle seines Opfers und saugt es aus.
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Beim Stichwort "Mulm" haben wir natürlich gleich wieder aufgeworfen - denn da liegt der Clou an der Sache. Panther-Ameisenjungfern brauchen (trockenen!) Mulm abgestorbener Bäume, und sie stehen deshalb als kaum erfassbar auf der Roten Liste, weil dieses Totholz zu selten ist, um der außerdem wärmeliebenden Art eine weite Verbreitung zu ermöglichen.
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Da geht es der Panther-Ameisenjungfer nicht anders als den großen, eindrucksvollen Totholzkäfern, über die höchst interessant in einem Artikel von Birdlife Schweiz berichtet wird. Auch sie brauchen stehengelassene, verrottende Bäume in unseren Wäldern und darüber hinaus. Ebenso wie übrigens die Fledermäuse und Eichhörnchen, von denen in weiteren Blogs in diesem Newsletter die Rede sein wird. Was wir - insbesondere zum anstehenden Tag der Artenvielfalt am 3. März - tun können, um diese Arten zu fördern, finden Sie ebenfalls dort.
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Merken Sie was? Diese Filterblase "Totholz im Wald" funktioniert beinahe schon unheimlich effizient. Besonders eindrucksvoll illustriert das auch der Forstliche Arbeitskalender für den Monat März, in dem doch tatsächlich darauf hingewiesen wird, dass man abgestorbene Käferbäume auf ihre Tauglichkeit als Totholz zur Förderung der Artenvielfalt prüfen sollte. (Wird Ihnen auch gerade so mulmig zumute?)
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Dass wir Ihnen außerdem in diesem Newsletter ausgerechnet das Kinderbuch "Café Käfer" vorstellen, ist aber wirklich unsere freie Wahl gewesen (glauben wir jedenfalls). Und es ist schlicht Zufall, dass dort Borkenkäfer, Hirschkäfer und Tausendfüßler die Hauptrollen spielen.
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Zum Schluss noch ein kleiner, aber wichtiger Hinweis: Mit dem heutigen 1. März dürfen keine Hecken mehr abgeschnitten werden, um die Vögel nicht beim Brüten zu stören. Pflegeschnitte sind zwar noch erlaubt, aber: Brüten heißt nicht nur, dass in dem zu schneidenden Busch kein Nest sein sollte, sondern dass man auch auf die Brutabläufe, wie das Füttern, im Garten achten und es auf keinen Fall unterbrechen sollte. Bitte haben Sie also hier ein Auge und ein Herz für Ihre fliegenden Mitbewohner!
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Wir verbleiben mit totholzkäferliebenden Grüßen und wünschen ein kerniges Wochenende,
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Ihr Team vom Wilden Bayern
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Was Waldbauern im März tun sollten
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Wie jeden Monat, leiten wir unseren Lesern einen "Forstlichen Arbeitskalender" weiter, in dem nach unserer Ansicht viele wirklich sinnvolle Tipps stecken. Zum Beispiel: Bäume bei Bedarf vor Wildverbiss schützen (auch einzeln), Müll im Wald aufsammeln und wegbringen sowie abgestorbene Borkenkäferbäume auf ihre Eignung als Totholz für die Biodiversität prüfen. In unserem Blog weisen wir immer wieder auf die Wichtigkeit von …
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Vorträge und Ausstellungen im Bündner Naturmuseum
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Das Bündner Naturmuseum in Chur in der Schweiz bietet übers ganze Jahr 2024 hinweg immer wieder spannende Sonderausstellungen, Vorträge und mehr. Ein Blick in das Programm lohnt sich auf jeden Fall! Einige Themen sind zum Beispiel: Bären, Eichhörnchen, Insekten und Spinnen, Rotmilan, Regenwürmer oder Fledermaus. Los geht es am 13. März um 19.15h mit der Vernissage zur Jahres-Sonderausstellung "Eichhörnchen". Alle …
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"Café Käfer": Kinderbuch über eine bunte Insektenparty
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Die Wirtin Karli im Café Käfer ist unzufrieden. Bis auf ein paar Stammgäste ist einfach nichts los! Also sucht sie Verbündete, möbelt mit ihnen das Café auf und veranstaltet eine fröhliche bunte Party mit Ameisen, Blattläusen, Wildbienen, Tausendfüßlern und vielen anderen Gästen. Wie sie das macht, und wer so alles - mit welchen Haustieren oder sonstigen Eigenheiten - hereinschneit, das …
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Auch diese Ameisenlöwen brauchen alte Bäume
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Ameisenlöwen sind leider nicht die exotischen Fantasiewesen, als die man sie sich gern vorstellen möchte - also eine Mischung zwischen Ameise und Löwe. Es sind vielmehr Insekten und konkret die räuberischen Larven der Ameisenjungfern. Aber ihre Beutezüge wären eines Löwen würdig: Sie graben sandige Trichter in Böden und fangen dort Spinnen oder Asseln. Das Rote-Liste-Zentrum macht jetzt auf einen nahen …
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Wie reagieren Fledermäuse auf PV-Anlagen?
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In unserer Landschaft werden immer mehr Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) aufgebaut, sowohl auf Dächern, als auch im freien Feld. Dabei wird nicht nur Fläche verbraucht, also zugebaut bzw. überschattet, sondern für manche Tierarten stellen sich konkrete Probleme. Bekannt ist, dass PV-Freiflächenanlagen polarisiertes Licht reflektierten, ähnlich wie eine Wasseroberfläche. Dies zieht tagsüber Insekten an, die versuchen, ihre Eier auf der Oberfläche abzulegen. Auch …
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Verborgene Edelsteine im Wald
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Unsere Wälder stecken voller Leben - wir kriegen nur meist nicht allzu viel davon mit, weil viele Tierarten klein sind und sich verstecken, also womöglich erst abends, nachts oder am frühen Morgen erlebbar wären. Noch bevor wir einige Tierarten zu Gesicht bekommen, haben wir ihre Lebensräume oft schon vernichtet oder sie ausgerottet. Dazu gehören die seltenen, spektakulären holzbewohnenden Großkäfer, wie …
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Vorarlberg: Markantes Urteil zur Fütterungsauflassung
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In Vorarlberg, nicht gerade für seine Wildfreundlichkeit bekannt, weht der Wind seit dem Erlass der neuen Jagdverordnung offenbar aus einer neuen Richtung. Das Landesverwaltungsgericht hat einer Beschwerde stattgegeben, die sich gegen einen Bescheid zur Auflösung einer Rotwildfütterung wandte. Argument: Das Tierwohl. Darüber berichtet die "Vorarlberger Jagd" Konkret handelt es sich um eine Fütterung in einer Eigenjagd, zu der im Winter …
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