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Lieber Leser, liebe Leserin,

das Wetter bringt etwas mehr Sonne und Wärme, und sofort schwärmen die Landwirte auf ihren großen, schnellen und starken Maschinen mit scharfen Klingen aus, die Wiesen zu mähen. Wohl dem, der jetzt eine Drohne und ein Kitzretterteam an der Hand hat - zum Beispiel eins vom Wilden Bayern! Zwischen Fahrenzhausen und Hohenkammer waren wir an den vergangenen Morgen unterwegs im Auftrag von Landwirten und verantwortungsbewussten Revierpächtern.

Die Vegetation ist früh dran in diesem Jahr, und so liegt auch der Mahdzeitpunkt recht früh. Je nach Region sind aber noch nicht viele Kitze gesetzt, viele Geißen stehen noch grau und schwer in den Wiesen. Eine Studie mit Schweizer Daten belegt, dass der Setzzeitpunkt der Rehe nicht, wie oft vermutet, mit dem Klimawandel nach vorne wandert. In der Schweiz werden die Rehe bei der Rettung auch gleich markiert, und es gibt interessante Ergebnisse aus langen Datenreihen.

Aus Hessen hat uns ein Hilferuf der Organisation Aktionsbündnis Märchenland erreicht, der niemanden kalt lassen kann. Die Bürger dort kämpfen um den Erhalt des Reinhardswalds, der Heimat der Gebrüder Grimm und ihrer Märchenwelt. Seit Jahren ist - entgegen aller Proteste - beschlossen, mitten in den großen unzerschnittenen alten Wald eine zehn Kilometer lange Kette aus Windrädern zu stellen. Die Gegner kämpfen zwar noch vor Gericht, die Befürworter schaffen aber schon mal Fakten, roden Bäume und vernichten gesunde Waldökosysteme. Der Wald wird von Schneisen zerschnitten, Zäune wurden errichtet und dann vergessen, so dass sie jetzt wie Müll als Falle für Tiere herumliegen. In den tiefen Fahrspuren keimt zwar neues Leben in Form von Fröschen, Molchen und anderen Amphibien, aber die sind jetzt von den nächsten Bauschritten bedroht.

Da tut es doch gut, auch mal von Urteilen zu lesen, mit denen Gerichte den Bau von Solarparks aus Vogelschutzgründen unterbunden haben...

Wenn Sie selbst Bauherr sind oder vielleicht ein älteres Gebäude besitzen, dann sollten auch Sie sich überlegen, wie Sie der Natur und den Tieren bei aller Modernität gerecht werden können. Es gibt jede Menge gute, kluge Ansätze und nützliche Tipps dazu, die wir Ihnen jetzt wie kürzlich versprochen auf unserer Themenseite "Ökologisch Planen & Bauen" zusammengestellt haben. Lesen Sie und geben Sie das Wissen gerne reichlich weiter!

Passend dazu stellen wir Ihnen diese Woche auch noch einen Bewohner alter Gemäuer vor, an den man vielleicht nicht so denkt, wenn man wildtierfreundlich renovieren möchte: Der Bierschnegel. Nicht unbedingt ein Sympathieträger auf den ersten Blick, finden manche an ihm doch seinen Charme.

Uns selbst beschäftigte in der vergangenen Woche natürlich vor allem der scheußliche Vorfall von Mitterskirchen. Die Tötung der drei Rehe ist in den Medien breit aufgenommen worden, der Tenor einhellig. Unsere Strafanzeige läuft. Ein Gutes hatte die schreckliche Geschichte aber: Sie hat viele Landwirte offenbar "aufgemüdet", denn von Rehkitzrettern aus der Region hören wir von deutlich vermehrten Anfragen.

Wir vom Wilden Bayern stellen uns ohne Wenn und Aber in den Dienst der Wildtiere. Das wissen unsere Mitglieder und auch viele andere Menschen draußen und informieren uns, wenn sie Tierleid beobachten. Was wir allerdings nicht können, ist, eine Art ADAC für Wildtierpannen zu sein - ein derartiges System funktioniert einfach anders, nämlich indem eine sehr große Mitgliederschaft mit festem Jahresbeitrag ein hauptamtliches System finanziert.

Wildes Bayern wie auch andere Initiativen funktionieren hingegen von unten nach oben, also indem die Mitglieder die Aufgaben mit tragen und zu erfüllen helfen. In diesem Sinne wiederholen wir unseren Aufruf und unsere Bitte: Kommen Sie, und arbeiten Sie mit! Wir haben verschiedene, zeitlich befristete Projekte am Start, für die wir dringend noch Unterstützung brauchen. Effektiver und unmittelbarer können Sie unseren heimischen Wildtieren eigentlich gar nicht helfen.

Wir freuen uns auf Ihren Kontakt!
Ein schönes, sonniges Wochenende wünscht Ihnen
Ihr Team vom Wilden Bayern

UPDATE Grimms Märchenwald - für die Windkraft zerschnitten und vermüllt

Pressemitteilung des Aktionsbündnis Märchenland vom 9.5.2024: Gefahr der Verletzung und des Todes von Wildtieren - Windparkgesellschaft Reinhardswald unterläuft Genehmigungsauflagen des Regierungspräsidiums Mit der Genehmigung der 18 Windanlagen verbundene Auflagen aus dem Regierungspräsidium Kassel und die damit verbundenen Schutzzwecke werden durch fortdauernde Missachtung einiger dieser Auflagen seitens der Windpark Reinhardswald GmbH&Co.KG nachweislich und offensichtlich seit langem unterlaufen. Die Gefahr der lt. …

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UPDATE Grimms Märchenwald - für die Windkraft zerschnitten und vermüllt

Rehkitzmarkierung Schweiz gibt interessante Einblicke

Seit über 50 Jahren werden in der Schweiz Rehkitze vor der Mahd gesucht und bei dieser Gelegenheit unter wissenschaftlicher Obhut markiert (Achtung, eine private Markierung von Wildtieren ist nicht erlaubt!). Im Jahr 2023 wurden fast 1200 Kitze markiert, was laut den Organisatoren eine Rekordzahl darstellt. Aus diesem Projekt fließen auch Daten in eine Doktorandenstudie der Technischen Universität München, die die …

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Rehkitzmarkierung Schweiz gibt interessante Einblicke

UPDATE "Das Edelwild": Sonderheft Lebensraumzerschneidung

Aus aktuellem Anlass haben die Macher von "Das Edelwild" sich entschieden, eine Sonderausgabe zum Thema "Lebensraumzerschneidung" herauszugeben. Die 2. Ausgabe kann über diesen Link heruntergeladen werden. Der Downloadlink der 1. Ausgabe hat sich geändert. Die 1. Ausgabe erreichen Sie nun über den folgenden Link: https://dasedelwild.de/wp-content/uploads/2024/04/Das-Edelwild-Ausgabe-1.pdf Ursprüngliche Meldung vom 26. Januar 2024 Aus Schleswig-Holstein stammt eine neue Initiative, das Wissen …

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Auszug aus dem Titelbild der Zeitschrift "Edelwild" mit Schriftzug und Hirschfoto vor hellgrünem Hintergrund

UPDATE Denk Mal an alte Stadel (auch als Wildlebensräume!)

Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege veranstaltete am 26. April wieder eine Tagung zur historischen Baukultur, diesmal in Kronburg-Illerbeuren im Landkreis Unterallgäu. Was hat Wildes Bayern damit zu tun? Ganz einfach: Gerade alte Gemäuer und Stadel sind oft Lebensräume für Wildtiere, wie Eulen, andere Vögel, Fledermäuse oder ähnliche. Deshalb saß Wildes Bayern-Vorsitzende Dr. Christine Miller mit auf dem Podium, als es …

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Blick auf eine alte Gemäuerwand mit Holztüren und alten Fenstern

Ein wenig zwielichtig und schmierig: Der Bierschnegel

Unter uns Menschen nehmen die Liebhaber des Bieres ja gefühlt eher zu als ab. In der Tierwelt hingegen gibt es einen Vertreter, der am Verschwinden zu sein scheint... oder macht er sich einfach unsichtbar, weil er das zwielichtige, schlüpfrige Milieu liebt, eine nächtliche Lebensweise pflegt und sich noch dazu gerne in feuchte Keller verdrückt? Die Rede ist vom Bierschnegel (Limacus …

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Eine gefleckte Nacktschnecke kriecht an einer stockig ausschauenden Wand