|
|
|
|
Lieber Leser, liebe Leserin,
|
dem Sommer ist offenbar aufgefallen, dass es uns Bayern ja auch noch gibt, und so beehrt er uns mit ein paar Tagen Sonnenschein und Hitze. In den Feldern fallen jetzt tagsüber planlos umherhüpfende Rehe auf, denn sie sind in Brunftstimmung, und da setzt ungefähr jedes intelligente Denken aus. Bei uns Menschen kommt sofort Urlaubsstimmung auf, und es zieht uns in die Berge - naja, thematisch jedenfalls ist das so in diesem Newsletter (wir selbst schaffen es natürlich mal wieder nirgendwo hin, weil zu viel Arbeit wartet).
|
Bevor wir uns den schönen Dingen widmen, müssen wir noch zwei ernste Themen behandeln: Während alle angesichts der sich ausbreitende ASP in Hessen die Luft anhalten, ist bei der Seuchenprophylaxe in Bayern noch viel Luft nach oben. So jedenfalls unser Eindruck in der versuchten Zusammenarbeit mit dem LGL, das für die Untersuchung von Fallwild zuständig ist, oder wäre. Denn nur durch vorausschauende Vorsicht kann man Wildtierseuchen und Erkrankungen vorbeugen.
|
Und ab Montag ist der neue Entwurf der Verordnung zur Aufhebung der Schonzeit in Oberbayern auf dem Tisch – zumindest auf sechs ausgewählten Tischen, je einem in den fünf Berglandkreisen und einem in der Regierung von Oberbayern. In der Sache hat sich kaum etwas geändert. Zu fast 90% wurden die gleichen Schonzeitaufhebungsflächen wie schon seit Jahren wieder als Gams-muss-weg!-Flächen ausgewiesen. Allerdings mit einem kleinen Unterschied. Diesmal wird die flächenhafte Schonzeitaufhebung auch explizit vom Bayerischen Jagdverband mitgetragen – das versicherte uns der Präsident des BJV. Ob das das letzte Wort ist? Oder nur en Missverständnis? Oder ganz was anders? Wir bleiben dran und werden diese Schonzeitaufhebung genauso bekämpfen wie die vorherige.
|
Das schönste Thema aus den Alpen ist der neue Nationalerbe-Baum "Miss Cembra", eine Zirbe auf rund 2000 Metern Seehöhe im Alpengarten des Botanischen Gartens Nymphenburg. Falls Sie sich jetzt fragen, warum wir als WILDTIERschutzverein uns bitteschön mit Pflanzen befassen: Einige Pflanzen, vor allem auch alte Bäume, sind elementare Lebensräume für unsere Tierwelt und müssen unbedingt erhalten werden. Da kann man einer Nationalerbe-Initiative, die ja insgesamt das Bewusstsein für alte Bäume schärft, nur zujubeln.
|
Der nächste Lebensraum, den wir dringend brauchen, der immer mehr schwindet und der deshalb unterstützenswert ist, sind artenreiche Wiesen. Im Ostallgäu fand dieses Jahr die Wiesenmeisterschaft des Landesamts für Landwirtschaft statt - wir stellen Ihnen die Gewinner, teils steile Berghangwiesen, vor.
|
Gewinner? Da war doch was! Unser Quiz von vergangener Woche, in dem wir Ihnen drei Bilder weiblicher Rehe zum "Ansprechen" vorgelegt haben, ist aufgelöst! Die Gewinner sind bereits benachrichtigt, die Bücher auf dem Weg. Hier nur soviel: Alle drei Bilder zeigten die selbe Geiß... Wir danken unseren wirklich aufmerksamen und sorgfältigen Lesern, die sich zum Teil sogar noch fachliche Verstärkung an die Seite holten, um die Bilder richtig beurteilen zu können. Bitte seien Sie draußen in der Natur ebenso kritisch und gründlich!
|
Leider gibt es aus den Alpen auch noch weitere nicht so schöne Dinge zu berichten: Aus Südtirol erreichte uns das Foto einer Gams, die sich in einem Herdenschutzzaun verfangen hatte und dort verendet ist - Anlass für uns, erneut auf die Maienfelder Erklärung und unsere Kampagne "Todesfalle Zaun" hinzuweisen und darauf, dass nicht genutzte Zäune in der Natur als Müll gelten und abgebaut werden müssen! Und je weniger Zäune aufgestellt werden müssen, desto besser!
|
Der Prozess um die Zerstörung des Allgäuer Rappenalptals soll eingestellt werden - das jedenfalls ist der Vorschlag der zuständigen Richterin.
|
Und der Streit um die Blankensteinhütte, eine neu und besonders "modern" aufgebaute Berghütte des Alpenvereins, hat über die Fernsehsendung Quer jetzt die breite Öffentlichkeit erreicht. Was dabei nicht gesagt wurde: Wildes Bayern ist seit dem Winterausgang mit dieser Sache befasst und hat bereits im Mai Anzeige erstattet. Uns geht es dabei weniger um die Optik der modernen Hütte als vielmehr darum, dass Vogel- und Naturschutz hier mal kurz links liegen gelassen wurden.
|
Und jetzt weg von den Bergen, runter auf den Boden, ins kühl-feuchte Milieu liegengelassener Ziegelsteine oder alter Keller: Der Lebensraum der Asseln! Auch wenn diese Krabbelviecher ungefähr einen Kuschelfaktor von minus einhundert haben, sind Asseln doch hoch spannende Zeugen unserer Evolution. Sie gehören zu den Krebstieren, einige leben noch im Wasser, andere schon am Land. Das Rote Liste-Zentrum hat nachgeschaut, wie es ihnen dabei geht.
|
Viel, viel schöner sind dagegen die eleganten, oft metallisch schimmernden Laufkäfer. Man findet die Nützlinge in verschiedensten Lebensräumen, dem Wald, der Agrarlandschaft... das sollte man zumindest. In alten Buchenwäldern haben Wissenschaftler jetzt einen ganz erschreckenden Rückgang festgestellt. Das wirkt sich auf die ganze Biodiversität aus, denn Laufkäfer stehen unter anderem auf dem Speiseplan von Fledermäusen, vielen Vögeln, Amphibien oder Reptilien. Sie selbst fressen zum Beispiel Blattläuse oder Schneckeneier. Wer ihnen helfen will, kann das sehr einfach tun, indem er in seinem Garten hier und da Asthaufen, Totholz und ähnliches für sie einrichtet bzw. liegen lässt.
|
|
Wir wünschen Ihnen ein wunderbares Wochenende, ob in den Alpen, im Garten oder doch am See...
|
Ihr Team vom Wilden Bayern
|
|
|
|
|
|
Schonzeitaufhebung - und der BJV hebt fleißig mit
|
|
|
Seit über einem Viertel Jahrhundert gibt es jetzt die großflächigen Schonzeitaufhebungen mittels Verordnung in den bayerischen Alpen. Alle fünf Jahre wird die entsprechende Verordnung erneuert, mit der dann das ganze Jahr hindurch und auch im Februar, März, April (Osterferien!) und Mai vor allem an ausgeaperten Südhängen auf Gams gejagt werden darf. Hirsch und Reh sind als "Beifang natürlich auch frei. …
|
|
|
|
|
|
Seuchenprophylaxe à la Freistaat
|
|
|
In den vergangenen Wochen durfte Wildes Bayern Erfahrungen sammeln, wie die staatlichen Einrichtungen in Bayern bereit stehen für Seuchenbekämpfung und Wildtier Untersuchung. Immerhin steht die Afrikanische Schweinepest direkt vor den Toren Bayerns, die Vogelgrippe könnte sich ganz neu verbreiten, die Hasenpest lauert in den Revieren und andere teils gefährliche Erreger leben teils unerkannt in der freien Wildbahn. Nimmermüde fordern daher …
|
|
|
|
|
|
Alpen-Zirbe ist jetzt Nationalerbe-Baum
|
|
|
Wieder ist ein bayerischer Baum zum Nationalerbe-Baum ausgerufen worden: Am 30. Juni war es "Miss Cembra", eine Zirbe im Alpengarten in fast 2000 m Höhe vor der Felswand des Wettersteingebirges bei Garmisch-Partenkirchen. Weil das so ein besonderes Event war, hier die gekürzte Pressemitteilung der Initiative "Nationalpark-Bäume": "Alle Teilnehmer:innen mussten 3-4 Stunden hochlaufen – was man einigen deutlich ansah, als sie …
|
|
|
|
|
|
Blankensteinhütte - Anzeige von Wildes Bayern läuft seit Mai
|
|
|
Der Neubau einer Alpenvereinshütte (des DAV) erregt derzeit die Gemüter in Rottach-Egern und weit darüber hinaus - vor allem, seit nun die BR-Sendung "Quer" das Thema aufgegriffen hat. Es geht um die Blankensteinhütte, eine relativ große Selbstversorgerhütte auf über 1200 Metern Höhe. Der Verein hat die traditionelle, alte Hütte mit viel Eigenleistung seit 2022 abgerissen und in moderner Form neu …
|
|
|
|
|
|
UPDATE GEWINNER: Kleines Quiz zu "Sauber Ansprechen"
|
|
|
Die Gewinner aus unserem Quiz stehen fest! Die beiden Bücher "Sauber Ansprechen" von Christoph Burgstaller im Sternath Verlag gehen an Ulrich S. im Münsterland und Dirk S. aus Aurachtal. Und hier kommt die Auflösung: Es handelte sich bei allen drei Fotos um das selbe Reh, und zwar nicht um ein junges, sondern um eine Geiß, die tatsächlich bereits ein Kitz …
|
|
|
|
|
|
Unbenutzte Weidezäune müssen weg!
|
|
|
Aus Südtirol erreicht uns diese überaus traurige Erinnerung daran, dass Weidezäune in der Landschaft noch immer vielerorts ein Todesrisiko für Wildtiere darstellen. Hier wurde ein unbenutzter Herdenschutzzaun im Pustertal einer Gams zum Verhängnis, im selben Zaun kam im Vorjahr bereits ein Rehbock ums Leben. Deshalb hier nochmal für alle Grundbesitzer die Aufforderung, ihre Zäune regelmäßig zu warten und sie abzubauen, …
|
|
|
|
|
|
Berichte zum Rotwildmanagement in Baden-Württemberg
|
|
|
Im Juni 2023 veranstaltete das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) kurzfristig ein Rotwildsymposium in Karlsruhe, um erste Ergebnisse aus dem Projekt „Weiterentwicklung des Rotwildmanagements in Baden-Württemberg auf der Basis von wissenschaftlichen Grundlagen” vorzustellen. In den Vorträgen durch die Mitarbeiter des FVA-Wildtierinstituts kam unter anderem die genetische Diversität des Rotwilds zur Sprache, die nach dem Jahr 2007 erstmals …
|
|
|
|
|
|
UPDATE - Prozess um Zerstörung des Rappenalptals
|
|
|
Update 17. Juli 2024 Im Prozess um die Zerstörung des Rappenalptals gibt es eine neue Wendung: Der Richter hat gegen Geldauflage die Einstellung des Verfahrens angeregt. Den Bericht des BR findet Ihr hier Update 8. September 2023 Die ersten Arbeiten zur Wiederherstellung des Rappenalpbachs sind angeblich größtenteils abgeschlossen, berichtet der BR - erneut unter massivem Baggereinsatz, vielen Terminen und Besprechungen …
|
|
|
|
|
|
Erschreckender Schwund an Laufkäfern im Wald
|
|
|
Eine neue Studie der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde zeigt einen erschreckenden Rückgang der Laufkäfer in elf alten Buchenwäldern Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns seit Anfang der 2000er Jahre. Sowohl die Anzahl wie auch die Gesamtbiomasse gingen um über die Hälfte, teils um 65 Prozent zurück. Dass dieser Rückgang sowohl in geschützten wie auch in nicht geschützten Wäldern stattfand, führt die Forscher …
|
|
|
|
|
|
Asseln - ein Stück lebendige Evolution
|
|
|
Asseln sind nicht unbedingt Spitzenkandidaten für Lieblingstiere, dabei sind sie hoch spannende, nützliche und harmlose Lebewesen. Sie gehören zu den Krebstieren, und von ihnen gibt es Arten, die noch im Wasser leben, während sich andere an das Leben in absolut trockenen Umgebungen angepasst haben, wie die Mauerassel. Insofern sind sie eigentlich ein Stückchen lebendige Evolution. Das Schöne ist: Asseln richten …
|
|
|
|
|
|
Glückwunsch und Wildtier-Dank an die Wiesenmeister!
|
|
|
Die Grünland-Bewirtschaftung ist besonders wichtig für die Artenvielfalt - allerdings sind leider viele so genannte "Wiesen" heute alles andere als artenreich. Wo vier oder fünf mal im Jahr gemäht und dazwischen mit Gülle gedüngt wird, halten nur noch die härtesten Pflanzenarten durch, alle seltenen machen sich im wahrsten Sinne des Wortes "vom Acker". Entsprechend wenig oder viel Lebensraum bieten solche …
|
|
|
|
|