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Lieber Leser, liebe Leserin,

am letzten Sonntag bin ich nach einem schweren Gewitter mit dem Auto zum Flughafen gefahren, um eine Freundin abzuholen. Sie erinnern sich - der Tag war heiß, die Straße also noch warm. Und mir ist es wie ein Blitz durch Mark und Bein gegangen, als mir klar wurde: Jetzt gerade wandern unzählige Frösche und Kröten auf die Straßen, um sich nach dem Guss aufzuwärmen. Und ich fahr die alle tot.

Eigentlich müsste man nach so einem Wetter an bestimmten Stellen gar nicht mehr fahren dürfen. Eigentlich müsste es tatsächlich ein paar Regeln geben, die verhindern, dass wir - voraussehbar! - auf unseren Wegen Tiere töten, zumal, wenn diese Weg aus Genuss, Freizeit oder zumindest Freiwilligkeit genommen werden. Das gilt natürlich nicht nur für Amphibien, sondern auch für Reh, Hirsch und Gams, die nicht an ihre Nahrung gelangen oder wilde Fluchten hinlegen müssen, wenn wir ihnen nachts im wahrsten Sinne des Wortes "in die Quere kommen".

Kröten und Salamander kommen oft zu Hunderten auf den Forstwegen im Bergwald um, wenn dort in der Dämmerung oder Nacht noch Autos fahren oder Mountainbiker entlang preschen. Mein Vorsatz für den anstehenden Urlaub lautet deshalb: Draußen rumtreiben möglichst nur zwischen 9 und 18 Uhr - danach hab ich als Freizeitler in der Natur nichts mehr verloren. Denn selbst achtsames Gehen wird zum Spießrutenlauf, wenn Ihnen aktuell die Jungkröten in Größen von Zehn-Cent-Stücken im Weg sitzen.

Ja, der Urlaub steht an, aber bei uns im Wilden Bayern geht es grad zu, als wären wir mitten in der Saison. Zuvorderst beschäftigt uns natürlich die Verordnung über die geänderten Jagdzeiten auf Schalenwild im Bergwald. Da haben wir Anfang der letzten Woche mal wieder ein eiskaltes Erwachen erlebt, als wir doch tatsächlich dachten, man könne sich als Öffentlichkeit in der Regierung von Oberbayern ganz normal über den Entwurf informieren, so wie es angekündigt war. Haste gedacht...

Die mit Spannung erwartete Abstimmung über den Landtagsantrag, dass ein Nachtfahrverbot für Mähroboter verhängt werden sollte, ist enttäuschend verlaufen. Jetzt hat eine Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage auch gezeigt, wie gering die Aufmerksamkeit im Umweltressort für den bald bedrohten Igel ist. Eng verknüpft damit ist die absolut nicht ausreichende Wertschätzung und eine fehlende Entschädigung oder finanzielle Unterstützung für all jene, die sich in ihrer Freizeit aufopfern, um verletzte oder zu kleine, kranke Tiere aufzunehmen und gesund zu pflegen. Da reichen hohle Worte nicht aus, hier müssten längst Taten zu sehen sein!

Wir schauen kurz über den Tellerrand und verraten Ihnen die neuesten Entwicklungen aus dem Reinhardswald in Hessen - dort ist den Naturschützern gelungen, dass die verwilderten und eingewachsenen Zäune rund um die Baustellen jetzt endgültig entfernt werden müssen. Ein wichtiger Erfolg für die Natur, leider aber ein Randschauspiel angesichts der weiterhin bestehenden, verheerenden Windradplanungen.

Erfreulich sind hingegen die Studienergebnisse und Empfehlungen des Landschaftsökologen Prof. Dr. Johann Kamp, den eine Zeitung anlässlich der Auswilderung von Wildpferden in Kasachstan befragt hat. Er befasst sich intensiv mit der Rolle großer Pflanzenfresser in der Natur und kommt zu dem Schluss, dass wir deutlich mehr Hirsche bräuchten!

Für den Sommerurlaub haben wir auch noch zwei tolle Ausstellungstipps und ein ganz besonderes Highlight für Sie. In Garmisch-Partenkirchen präsentiert unser langjähriges Mitglied Monika Baudrexl Teil 2 ihrer wunderschönen Wildtier-Porträts. Gehen Sie doch mal beim Tierheim vorbei!

Und nachdem wir erfahren haben, dass das Franz Marc-Museum in Kochel sich mit der Ausstellung "Das Reh fühlt" der Mensch-Tier-Beziehung widmet, haben wir sofort eine Exklusiv-Führung für unsere Wildes Bayern-Mitglieder und -Freunde organisiert. Wollen Sie mit dabei sein? 8. September - 13 Uhr. Preis: 8 Euro pro Person. Dann jetzt gleich anmelden bis 19. August unter: office@wildes-bayern.de. (Das Aufmacherbild oben stammt übrigens aus dieser Ausstellung.)

So, und jetzt nochmal zum Thema Urlaub. Die Wildes Bayern-Geschäftsstelle macht Ferien bis zum 19. August. Sie erreichen uns nicht am Telefon, und alle Mails bleiben liegen! Unsere Vorsitzende Dr. Christine Miller geht in dieser Zeit in Arbeitsklausur und will nicht gestört werden. Bitte also nur in besonders wichtigen Fällen kontaktieren!

Wir wünschen Ihnen einige wunderbare Sommertage, vielleicht mit schönen Tiererlebnissen in den Bergen, an einem See oder am Meer. Machen Sie es gut, behalten Sie unsere wilden Freunde gut im Blick und kommen Sie heil und gesund zurück.

Ihr Team vom Wilden Bayern

Unsere Ökosysteme brauchen mehr Hirsche!

"Aus naturschützerischer Sicht sollten wir mehr Rothirsche zulassen." Das ist ein typischer Satz des Landschaftsökologen Prof. Dr. Johannes Kamp, der sich für die Wiederkehr großer Pflanzenfresser in unsere Landschaft einsetzt. Er hat hoch interessante Erkenntnisse über die Rolle von Rothirsch, Wisent und anderen Arten für unsere Natur und unsere Evolution. Zuletzt sprach die TAZ mit ihm darüber (Link s. u.) …

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Unsere Ökosysteme brauchen mehr Hirsche!

Wunderbare Tierfotos von Moni Baudrexl in Garmisch

Im Tierheim Garmisch-Partenkirchen ist wieder eine sehr schöne Ausstellung von Monika Baudrexl zu sehen. Unseren Lesern und Mitgliedern ist sie als langjährige Schriftführerin unseres Vereins und durch ihre tollen Wild-Aufnahmen schon lange bekannt. Auch im Tierheim ist es nicht ihr erster Auftritt. Unter dem Titel "Augenblicke" zeigt sie aktuell Teil 2 ihrer Fotografien von Wildtieren unserer Heimat. Die Bilder berühren …

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Wunderbare Tierfotos von Moni Baudrexl in Garmisch

UPDATE Igelschutz: Neues aus dem Landtag - Petition läuft weiter!

Der Antrag der GRÜNEN für ein Verbot des nächtlichen Einsatzes von Mährobotern ist leider gescheitert - er wurde abgelehnt. Man kann in diesem Fall nur hoffen, dass es so läuft, wie häufig in der Politik, nämlich dass die Regierungsparteien der Opposition ein Thema verweigern und anschließend klauen. In der Zwischenzeit wurde allerdings eine Landtagsanfrage zur Tätigkeit der Regierung für den …

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Foto Jungigel im Garten

"Das Reh fühlt" - Wildes Bayern-Führung im Franz Marc Museum

In der Kunst von Franz Marc hat das Reh - ebenso wie andere Tiere - einen so prominenten Platz wie bei wenigen anderen. Marc hat selbst Rehe als Haustiere gehalten und ihr sanftes, friedliches, scheues Image immer wieder in seiner Kunst reflektiert. Das Franz Marc-Museum in Kochel widmet dem Reh jetzt eine eigene Ausstellung mit Werken von Franz Marc, Renée …

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Ein farbintensives Gemälde von roten Tieren vor grünem und blauem Hintergrund

Letzter Jungadler im Landkreis Garmisch tot

Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gibt es 14 etablierte Steinadler-Paare. In diesem Jahr schaffte es nur ein einziges Paar, die Jungen bis zum Flüggewerden aufzuziehen. 1 von 14.! Das ist alpenweiter Negativ-Rekord. Auch das Adlerpaar am Kienjoch hatte einen Jungadler im Horst, der noch vor ein paar Tagen dabei gefilmt wurde, wie er an einem Knochen herumkaute. Inzwischen ist der Jungadler tot. …

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Ein Adlerhorst in einer Felswand mit einem toten Jungadler darin

UPDATE Grimms Märchenwald - die Zäune müssen weg

Angesichts der riesigen Baustelle und der katastrophalen Pläne ist es nur ein kleiner Zwischensieg, aber fürs Wild macht es definitiv einen Unterschied: Das Aktionsbündnis Märchenwald konnte seine Forderung durchsetzen, dass die maroden, teils niedergedrückten Zäune rund um die Baustellen der Windräder abgebaut werden müssen. Hier die PM des Aktionsbündnisses dazu: "Behörde bestätigt Naturschützer: Windparkgesellschaft Reinhardswald muss alle Zäune abbauen Die …

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UPDATE Grimms Märchenwald - die Zäune müssen weg

Schonzeitaufhebung - und der BJV hebt fleißig mit * UPDATE

Heute hat die knapp 4-wöchige Auslegungsphase der neuen "Schonzeitverordnung"  begonnen (s. u.). Wildes Bayern war natürlich gleich vor Ort bei der Regierung von Oberbayern, wo man den Entwurf sowie die Karten der Flächen einsehen kann - so jedenfalls hat es die Regierung im Internet angekündigt (s. u.). Das Haus in der Münchner Maximilianstraße ist allerdings mit Besuchern völlig überfordert und …

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Fünf junge Gemsen springen einen leicht mit Schnee bedeckten Berghang hinauf
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