Blogpost
Mittwoch, 29. Juni 2022

29. Juni 2022, 08:53    Webmaster

ASP-Impfstoff gefunden – Schweine jetzt aus dem Tötungs-Joch holen!


Licht am Horizont: Es gibt offenbar einen Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP). Wie „agrarheute.com“ meldet, hat der amerikanische USDA Agricultural Research Service in einem offiziellen Schreiben an das vietnamesische Ministerium für Tiergesundheit bestätigt, dass der dort entwickelte Impfstoff NAVET-ASFVAC  sicher und wirksam sei.

Für uns ist das eine äußerst erleichternde Botschaft. Denn die ASP ist derzeit wohl das größte Totschlagargument für einen gnadenlosen Kampf gegen eine Wildart unter Aufweichung des Tierschutzes. Abschussprämien, Kampftechnik und immer größerer Jagddruck sogar unter Missachtung von Muttertierschutz werden aufgefahren, um die Seuche einzudämmen. Massive, für viele Wildtiere auch tödliche, Abwehrzäune und steigende Strecken bei den Sauen werden als das geeignete Mittel dazu beworben, gefördert und verlangt. Ein erlegtes Wildschwein wird heute kaum noch als waidgerecht gestrecktes Stück Wild betrachtet sondern eher wie eine Heldentat für die Umwelthygiene – ganz egal, was für ein Stück man da aus der Sozialstruktur herausgerissen hat. Hausschweine werden in möglichst hermetisch von der Umwelt abgeriegelte Ställe verbannt. Auch kleine Hausschwein-Halter werden dazu verdonnert, ihre Tiere hinter Schloss und Rigel zu halten, ohne Zugang zu Licht und Außenluft.

Die Stimme vieler Biologen und Tiermediziner, die regelmäßig darauf hinweisen, dass es andere Faktoren gibt, die das Seuchengeschehen in Europa antreiben, verhallen meist ungehört. Dabei lassen immer wieder „spontan“ aufflammende Seuchenherde aufhorchen, wie zum Beispiel das Auftreten der ASP im Piemont, der Ausbruch von ASP in einem Mastschweinbetrieb in Baden-Württemberg oder bei Sauen im Stadtgebiet Roms. Woher mögen diese Fälle kommen, wenn eine Verschleppung auf natürlichem Wege schlicht ausgeschlossen ist?

Dass das Seuchengeschehen nicht entscheidend von den Wildschweinbeständen befeuert und verbreitet wird, nehmen die politisch Verantwortlichen nur unwillig, wenn überhaupt zur Kenntnis. Alle  Faktoren und Maßnahmen – außer der Dichte von Wildschweinen -, die eine Rolle bei der Verbreitung des ASP-Virus und der Entwicklung der Seuchendynamik in einer Region spielen, werden nach wie vor kaum untersucht oder in Erwägung gezogen: Änderungen in der Schweineproduktion, die mehr auf regionale Wertschöpfung und weniger auf Exportwirtschaft zielt, räumliche und zeitliche Dynamik von Schwarzwild bei großflächigen Zäunungen oder Bekämpfungsaktionen, die Rolle von Aasfressern, Beutegreifern und kontaminiertem Futtermitteln.

Wenn jetzt endlich ein sicherer Impfstoff zur Verfügung steht, wird es schwieriger, allein mit „Totschlag- und Wegsperr-Argumenten“ aufzutreten.

Zum Originalbeitrag auf agrarheute.com kommt Ihr über diesen Link…

 

Bildquelle: (c)Thomas Martin - Deutsche Wildtier Stiftung




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.









Aktuelle Informationen



Schwebfliegen: IUCN schlägt Alarm Mehr als ein Drittel der Schwebfliegenarten in Europa sind vom Aussterben bedroht, warnt die Weltnaturschutzorganisation IUCN in einer Mitteilung am…

Freitag, 02. Dezember 2022
Jetzt lesen
Deutsche Wildtier Stiftung: "Über die Folgen des Klimawandels für sensible Vögel wie den Waldrapp"  Das Waldrappteam Conservation & Research hat erst kürzlich eine Presseinformation veröffentlicht, dass der Schneefall das Waldrappprojekt und die Vögel auf…

Freitag, 02. Dezember 2022
Jetzt lesen
Rehwildabschusspläne sind nicht zu Ende gedacht Die Frage, ob jemand ein "guter Jäger" oder ein "schlechter Jäger" ist, wird im Alltag oft an der Erfüllung des…

Donnerstag, 01. Dezember 2022
Jetzt lesen

Mitglied werden