Seit im Frühjahr 2025 die neue Abschussplanperiode auf Rehwild begonnen hat, beobachten wir ein rätselhaftes Phänomen. Denn während es einzelne Jagdbehörden gibt, die nach wie vor ihre eigene Fachkompetenz einsetzen, wenn es um die Bestätigung oder Festsetzung von Abschussplänen geht, gibt es andere, die einfach hemmungslos draufschlagen – manchmal sogar über den gemeinschaftlichen Willen von Jäger und Jagdgenossenschaft hinweg.
Ein besonders spannender Fall scheint der Landkreis Unterallgäu zu sein, dessen Abschusspläne wir neulich im Sinne einiger Mitglieder durchgeforstet haben. Dabei sind uns ganz komische Entwicklungen aufgefallen. Zum Beispiel wurden Abschusspläne drastisch erhöht, wie etwa von 65 (alt) auf 105 (neu), von 291 (alt) auf 330 (neu) oder von 135 (alt) auf 197 (neu).
Selbst die 24 Staatsjagdreviere (StJR) in den Hegegemeinschaften des Unterallgäus haben teilsweise derartige deutliche Erhöhungen – hier aber auch noch verbunden mit abenteuerlichen Geschlechteraufteilungen. Auffallend ist, dass bis zu drei Mal soviele Geißen geschossen werden wie Böcke. Gibt es einen geheimen Beschluss zur Ausrottung der Wildart, oder wie lässt sich eine so drastische Reduktion der Zuwachsträger begründen? Und wie ist es zu deuten, dass ein so massiver Eingriff in der letzten Abschussplanperiode jetzt wiederholt werden soll – hat er nicht gefruchtet, oder wird hier auf Jagd- oder Behördenseite ohnehin nur mit Fantasiezahlen jongliert?
Spannend ist auch ein Eigenjagdrevier, das im vergangenen Jahr nicht mal ein Drittel seines Abschuss-Solls erfüllen konnte. Dass die Behörde mit dem Plan daraufhin deutlich herunterging, ist zwar irgendwie sinnrichtig und zu begrüßen – aber wie kam es überhaupt zu der ersten, vollkommen überhöhten Forderung? Und warum liegt der Plan jetzt bei mehr als einem Drittel über dem aktuellen Ist?
Uns beschleicht das mulmige Gefühl, dass es ein Paralleluniversum geben muss, in dem all diese Dinge normal und in Ordnung sind – in unserer Realität jedenfalls haben sie nichts mit dem Erhalt eines gesunden Wildbestands zu tun, wie ihn das Jagdgesetz vorschreibt und die Schalenwildhegerichtlinie präzisiert. Denn dazu gehört unter anderem ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis.
Weil wir die Daten also mit unserem Old-school-Fachwissen nicht in Einklang bringen können, hat Wildes Bayern mal eine Anfrage nach Umweltinformationen an die Bayerischen Staatsforsten und ihren Forstbetrieb Ottobeuren geschickt, in dem die Staatsjagdreviere liegen. Wir möchten doch wissen, ob es wildbiologisch begründete Sachverhalte als Ursache für die verschobenen Geschlechterverhältnisse und Alterklassenverteilung in den früheren und den aktuellen Abschussplänen gibt. Vielleicht eröffnet man uns Einblick in das neue Universum.
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