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Mittwoch, 03. Mai 2023

03. Mai 2023, 15:11    Webmaster

Garmisch: Wildes Bayern stoppt vorzeitige Rotwildjagd


Einige Jagdreviere im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, darunter das große Staatsjagdrevier des Forstbetriebs Oberammergau und zwei Reviere im Murnauer Moos, dem natürlichen Überwinterungsgebiet für Rotwild, haben bei der Unteren Jagdbehörde eine Schonzeitverkürzung fürs einjährige Rotwild erwirkt: Statt am 1. Juni wollten sie schon am 1. Mai jagen. Die Behörde genehmigte den vorzeitigen Abschuss – und das sogar, obwohl große Flächen dieser Reviere Naturschutzgebiete umfassen, in denen jetzt im Frühjahr wegen der Brut- und Setzzeit von Wiesenbrütern und anderen geschützten Arten besondere Achtsamkeit geboten ist. Gegen drei Bescheide haben wir Klage eingelegt und dank deren aufschiebender Wirkung die Jagd vorerst wieder gestoppt (Stand 2. Mai). Unsere Erfahrungen mit der Schonzeit-Praxis der Jagdbehörden aus dem letzten Jahr und diesem Frühjahr hat leider gezeigt, dass es besser ist, wenn ein Gericht die Rechtmäßigkeit der Bescheide nochmal prüft.

Leider hat die Behörde inzwischen für das Staatsjagdrevier den Sofortvollzug angeordnet (Stand 4. Mai), so dass die aufschiebende Wirkung der Klage wieder außer Gefecht gesetzt ist. Wir stellen umgehend Eilantrag bei Gericht zu dessen Aufhebung, können eine Entscheidung aber erst Ende nächster Woche erwarten. Für die beiden anderen Reviere ist der Sofortvollzug offenbar nicht angeordnet worden, so dass zumindest hier dem Rotwild noch etwas Zeit bleibt, sich mit Ruhe und grüner Äsung nach dem Winter zu erholen. Wir bleiben auf jeden Fall am Ball!




Wendt schrieb:


Sehr gut, dass Wildes Bayern Klage gegen die frühere Rotwildung eingereicht hat. Dass diese überhaupt notwendig war, beweist, dass dem Garmischer Landrat Speer Artenschutz nur dann ein Anliegen ist, wenn es darum geht, eine Abschussverfügung für den Wolf zu erwirken. Denn da behauptet er ja dreisterweise, dass der Wolf deshalb weg muss, weil andernfalls die Biodiversität auf den Almen Schaden nimmt. Ansonsten ist ihm allerdings der Artenschutz schnuppe. Selbst im streng geschützten Murnauer Moos pfeift der Garmischer Landrat auf den Artenschutz. Denn selbst da darf während der Aufzuchtzeit der Wiesenbrüter gejagt werden, obwohl dabei Gelege zertreten oder die Vögel vom Nest hochgescheucht werden. Und dann behaupten die Jäger auch noch dreist, es wäre der Fuchs, der den Bodenbrütern schadet. Dabei sind sie es selbst. Überhaupt scheint die einzige Aufgabe des Garmischer Landrats zu sein, den Bauern gefällig zu sein. So dreht er alles solange so hin, bis es für seine Bauern, seiner Stammwählerschaft, finanziell gesehen, passt. Ansonsten fiel er in seiner bisherigen Amtszeit lediglich durch Clohäusel und Keksbrückerl einweihen auf und einen Weltkulturerbeantrag, den er auch nur deshalb beantragt hat, damit seine Bauern auch weiterhin die ganzjährige, tierquälerische Anbindehaltung in Bayern beibehalten können. Auch denen liegt im Übrigen der Tier- und Artenschutz nur dann am Herzen, wenn es dafür fette Fördergelder gibt. Gäbe es diese für die Almbeweidung nicht, dann würden Schafe, Rinder und Co. nämlich genauso wie 4 von 5 Kühen im Oberland ganzjährig kurz angebunden an der Kette zum lebenslangen Stillstehen verdammt werden.

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Lutz Herz schrieb:


Die treibende Kraft sind weniger die Jäger als viel mehr der verbohrte Forst, fällt was auf? Auch Landesbehörde

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