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Montag, 17. Juni 2024

17. Juni 2024, 16:37    office@wildes-bayern.de

Hessen: Neues Rotwild-Forum fordert 10 Punkte


In Hessen hat sich das “Forum Rotwild Werra-Fulda” neu gegründet und ist gleich mit einem Forderungskatalog von zehn Punkten zur jagdlichen Behandlung des Rotwildes im nordöstlichen Hessen an die Öffentlichkeit gegangen. Es wurde dem Hessischen Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat, Ingmar Jung, vorgelegt.

Da wir diese zehn Punkte unterstützen und – übertragen auf Bayern – zum Teil ebenfalls fordern, stellen wir sie Ihnen hier vor:

  • Weitere, genetische Verarmung des Rotwildes verhindern! Der Erhalt des Rotwildes in ausreichender Dichte in den Waldökosystemen muss Teil eines Konzepts zur Bewahrung der Biodiversität werden, und dem Ziel des Aufbaus klimastabiler Wälder gleichgestellt werden. Die Zeichen für eine genetische Verarmung des Rotwildes durch wildbiologisch falsche Reduktionsabschüsse sind in den letzten Jahren evident geworden.
  • Rotwildgebiete vernetzen, Wandermöglichkeiten verbessern! Kein Rotwildabschuss in sog. “rotwildfreien Gebieten”, insbeondere muss den jungen Hirschen, die Träger des genetischen Austauschs sind, Gelegenheit gegeben werden, zwischen den Rotwildgebieten zu wandern, aber auch intensive Bemühungen um Anlage von Querungshilfen an Infrastrukturhindernissen (Grünbrücken).
  • Jagdzeiten der Wildbiologie anpassen! Keine Frühjahrsjagd in der Setzzeit! Keine Nachwinterjagd im Januar!
  • Abschussgestaltung der Altersklassen im Rahmen der zu überarbeitenden hessischen Schalenwildrichtlinie weiterentwickeln! Die derzeit bedrohliche Überbejagung der Spießer muss sofort eingestellt werden!
  • Aktive Bejagung von Hirschen der Klasse 2 einstellen! Diese mittelalten Hirsche sind die Träger des Brunftgeschehens und damit außerordentlich wichtig für den Erhalt des Genpools des Bestands. Diese Hirschen sollten gar nicht aktiv bejagt werden, gleichzeitig muss dafür Sorge getragen werden, dass genügend junge Hirsche dieses Alter erreichen.
  • Vom Bekenntnis der tierschutzgerechten Jagd hin zur glaubhaften Umsetzung! Keine Freigabe auch von einzeln anwechselnden Alttieren auf Bewegungsjagden (Muttertierschutz!). Keine Bewegungsjagden bei winterlichen Witterungsverhältnissen, keine Bewegungsjagden im Januar. Die oft auf riesigen Flächen angelegten Bewegungsjagden wecken bei der nicht-jagenden Bevölkerung zunehmend Unmut im Hinblick auf den respektvollen und mitfühlenden Umgang mit den Wildtieren!
  • Stärkung der Bedeutung der Hegegemeinschaften: keine Nachtjagd auf Schwarzwild in Kerneinständen des Rotwildes! Lebensraumverbessernde Maßnahmen erweitern und konkretisieren! Jagdliche Zonierungsmodelle (Schwerpunktbejagung einersseits, aber vor allem auch ausreichend Wildruhezonen) etablieren!
  • Frühjahrsbestandsermittlung über die derzeitige Rückrechnung hinterfragen! Hier müssen vor allem die Diskrepanzen zwischen den Ergebnissen von Befliegungen mit Wärmebildtechnik und der Rückrechnung wissenschaftlich geklärt werden!
  • Gemeinsames Verständnis von Waldbesitzern, Landwirten und Jägern fördern: Waldschäden transparent machen; Herausforderung von sinkenden Jagdwerten (Rotwild als Teil der Wertschöpfungskette im ländlichen Raum).
  • Endlich auch Berücksichtigung des Faktors Wolf beim Bestandsmanagement!

 




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