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Donnerstag, 20. November 2025

Scrollicon
Eine Affenmutter beugt sich zu ihrem Jungtier und berührt es mit der Schnauze
20. November 2025, 09:30    office@wildes-bayern.de

It started with a kiss: Unser tierisches Erbe aus dem Miozän


Man möchte nicht glauben, dass wir modernen Menschen etwas tun, dass Tiere schon zig Millionen Jahre vor uns gemacht haben, aber beim Küssen ist das so! Das haben Forscher der Universität London herausgefunden. Sie sind den Spuren von innerartlichen Küssen in der Evolution der Primaten nachgegangen und kamen bei den Vorläufern von Affen vor 20 Millionen Jahren heraus. Auch die Neanderthaler haben sich ziemlich sicher schon geküsst.

Die Frage nach dem Sinn ist besonders interessant – schließlich macht Küssen verletzlich, man kann sich dabei ja alles mögliche holen. Welche Vorteile bietet es demgegenüber? Die Forscher vermuten, dass die Altweltaffen damit begonnen haben, weil es wesentliche Vorteile für die Fortpflanzung gebracht hat – man konnte unter anderem über Geruch und Geschmack schonmal „vortasten“, ob das Gegenüber gesund, abwehrkräftig und sexuell empfangsbereit war. Außerdem diente es wohl der wechselseitigen Erregung und bereitete der Fortpflanzung auch damit den Boden.

Bis heute findet sich das Küssen – hier definiert als eine Berührung von Mund zu Mund mit Bewegung der Lippen, aber ohne Übergabe von Nahrung – auch bei allen Menschenaffen und einigen anderen Affenarten. Nimmt man die Definition nicht ganz streng, kommt es auch unter zahlreichen anderen Tiergruppen vor, zum Beispiel Säugetieren, Fischen und sogar Insekten – die waren aber nicht Bestandteil der Studie. Auch die Küsse, die unsere Hunde und Katzen an uns verteilen, standen nicht im Mittelpunkt der Forschung.

Unter uns Menschen jedenfalls nimmt das Küssen alle möglichen Rollen ein, von der eher achtlosen alltäglichen Bindungs-Versicherung über den Ausdruck von Zuneigung und Verlangen bis hin zum hoch symbolträchtigen Akt.

Die original Studie in englischer Sprache können Sie hier nachlesen

 

 

Bildquelle: Winkelmann auf Pixabay




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