Mit großer Neugier verfolgen wir vom Wilden Bayern gerade immer wieder die Geschichten von Tom Opre von den „Shepherds of Wildlife“. Er ist Filmemacher und Journalist und berichtet über hoch interessante Artenschutzkonflikte aus Afrika und den USA. Sein neuestes Thema: Montanas 369 verschwundene Wölfe.
In Montana, einem US-Bundesstaat mit besonders viel Weidetierhaltung, sorgt die staatliche Wildtierbehörde für unglaubliche Unruhe. Bisher hat sie eine offizielle Schätzung herausgegeben, der zufolge 1094 Wölfe im Bundesstaat leben. Und dann „updatet“ sie mal eben ihr Monitoringprogramm und kommt dank der Version 2.0 nur noch auf 725 Tiere. 369 Wölfe verschwinden einfach von der Bildfläche. Oder hat es sie nie gegeben?
Uns kommt diese Debatte verdammt bekannt vor, denn auch in Bayern wabern ungeklärte und damit unzuverlässige Zahlen an Beutegreifern durch die Netze. Einerseits gibt es das Monitoring des Landesamts für Umwelt mit vermeintlich stringenten Kriterien, andererseits hören wir immer wieder davon, dass Beobachtungen von Wölfen gar nicht registriert werden. Und immer wieder bleiben Vorfälle auch schlicht ungeklärt, wie der ominöse Fund eines toten Wolfswelpen an der tschechischen Grenze im April, bei dem ein LBV-Kreisgruppenvorsitzender sich hinterher vor der Polizei verantworten musste. In der LfU-Tabelle finden sich dazu „keine Angaben“, die Proben seien – fünf Monate später – „in Auswertung“. Wer glaubt da noch an ein solides Monitoring?
Das Problem: Nur ein gutes, zuverlässiges Monitoring erlaubt auch ein angemessenes Management, das dann auch funktioniert. Ideologie dagegen funktioniert nicht! Opre sagt: „Naturschutz bedeutet die weise Nutzung einer natürlichen Ressource, es ist kein reines Bewahren. Es bedeutet, dass Menschen Verantwortung für die Tierwelt und das Land, das sie ernährt, übernehmen.“ Tom Opre macht das in seinen Filmen immer wieder deutlich.
Deshalb unsere Empfehlung, sich hier das 5-Minuten Video zu den 369 verschwundenen Wölfen anzuschauen
Mehr Infos über Shepherds of Wildlife finden Sie hier
Und hier noch ein Anliegen:
Frankreich setzt gerade ein Importverbot für Jagdtrophäen um. Premierminister Sébastien Lecornu hat dem Druck grüner und linker Parteien nachgegeben und ein entsprechendes Dekret erlassen. Wildtier- und Jagdorganisationen aus Afrika reagieren bereits, so die Organisation „Shepherds of wildlife“. Ihr Argument ist nachvollziehbar: Importjagdverbote retten keine Tiere. Reguliertes, wissenschaftlich fundiertes Management rettet Tiere.
Ein Video mit sehr klaren Statements dazu, was es bedeutet, wenn ein Land die Einfuhr von legal erworbenen Jagdtrophäen aus Afrika untersagt, finden Sie hier
Bildquelle: Christel Sagniez/Pixabay.de
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