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Montag, 08. April 2024

08. April 2024, 10:30    office@wildes-bayern.de

Trophäeneinfuhr verbieten? Zoologische Gesellschaft an Umweltministerin Lemke


In der letzten Märzwoche ist ein Streit hochgekocht, der schon seit über einem Jahr schwelt: Das Thema Jagdtourismus und Einfuhr von Trophäen nach Deutschland. Umweltministerin Steffi Lemke hat sich endgültig den Zorn einiger afrikanischer Regierungschefs zugezogen, weil sie die Einfuhr von Jagdtrophäen “verbieten” will, was konkret heißt, dass sie sich auf der EU-Ebene für eine Verschärfung der entsprechenden Verordnung einsetzt.

Das tun zu wollen, hatte ihr Haus schon 2023 angekündigt. Während vorab Verbände wie ProWildlife sogar Petitionen gestartet hatten, um dieses Verbot voranzutreiben, melden sich jetzt immer mehr fachkundige Stimmen zu Wort, die die Ministerin darauf aufmerksam machen, dass das Thema vielschichtig, komplex und vielleicht nicht mit so einem simplen Verbot zu lösen ist.

Zu diesen zählt zum Beispiel die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF). Hier ein Auszug aus einem offenen Brief, den sie an die Ministerin geschickt hat:

“Für einige Arten, zum Beispiel verschiedene afrikanische Großtiere und asiatische Berghuftiere, ist Jagdtourismus ein essenzielles Element des Ansatzes von Schutz durch Nutzung. Jagdtourismus setzt diese Arten und ihre Lebensräume in Wert und ergänzt andere Formen des Schutzes und der Nutzung, wie Fototourismus. Gegenüber nichtjagdlichem Naturtourismus hat Jagdtourismus oft einen erheblich geringeren ökologischen Fußabdruck da die Zahl der „Touristen“ geringer, die Einnahmen pro Tourist aber erheblich höher sind und so weniger Flüge, Autofahrten, Infrastruktur und anderes benötigt werden.

Jagdtourismus setzt voraus, dass die Tierpopulationen geschützt und ihre Ökosysteme erhalten werden. Insbesondere die Beschäftigungsmöglichkeiten für die örtliche Bevölkerung und die Einnahmen für deren Gemeinden sind wesentlich, um Wilderei zu unterbinden und Toleranz gegenüber großen, teilweise gefährlichen oder die Landwirtschaft schädigenden Tieren zu schaffen und zu erhalten. Die Position, dass Jagdtourismus unter definierten Bedingungen ein sehr starkes und effektives Werkzeug für den Erhalt zahlreicher, auch bedrohter Arten sein kann, wird daher auch von anderen bedeutenden im Artenschutz tätigen Akteuren, wie der Species Survival Commission der IUCN, dem WWF, dem NABU und dem Bundesamt für Naturschutz geteilt.”

Hier findet Ihr den Offenen Brief der ZGAP in voller Länge

Hier ein Bericht aus der Zeitschrift Jagen weltweit

Artikel aus der Berliner Zeitung: Was wirklich hinter dem Elefantenstreit steckt… 

Auch sehr lesenswert: Ein Beitrag aus der Wuppertaler Zeitung zum Thema mit Elefanten-Baby-Video aus dem Zoo

Köstlich: Die BILD macht gleich Vorschläge, wo die 20.000 angekündigten Elefanten aus Botswana bei uns leben könnten

Antwort auf eine Bundestagsanfrage zum Thema Trophäenimportverbot aus dem September 2023

Hier findet Ihr ein Schema zur Trophäenbewertung

Bildquelle: Wildes Bayern privat, jbauer-fotographie/Pixabay




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