Blogpost
Mittwoch, 15. Mai 2024

15. Mai 2024, 21:40    Webmaster

UPDATE Grimms Märchenwald – jetzt sterben die Amphibien


Dem Aktionsbündnis Märchenwald liegen aktuelle Fotos vor, auf denen zu sehen ist, dass die durch die tiefen Fahrzeugspuren an den Windanlagen-Baustellen entstandenen Tümpel, in denen sich Molche und andere Amphibien angesiedelt hatten, während heißer Tage im Mai kurz vor dem Austrocknen standen. Die Fahrspuren hätte es eigentlich gar nicht geben dürfen, weil die zugesagte Ökologische Baubegleitung sie zuschütten lassen wollte. Bzw. sie hätten gar nicht erst entstehen müssen, wenn die Befahrung des im Oktober/November 2023 extrem durchweichten, tiefgründigen Waldboden aus Gründen des Waldbodenschutzes untersagt worden wäre.

Das Aktionsbündnis übt harsche Kritik an der Behörde: “Statt dessen wurden im Oktober und November nicht nur massive Befahrungsschäden mit allen Folgeschäden für die angrenzenden Waldbereiche und das Bodenleben provoziert, auf denen dann monatelang das so dringend im Wald benötigte Wasser z.T. über Kilometer die Hänge hinunterrann oder auf ebenen Flächen in den hochverdichteten Spuren stand – sondern es wurde in all den Monaten bis Ende Februar offensichtlich seitens der ÖBB nicht einmal in Augenschein genommen, was die schweren Fahrzeuge im Auftrag der Windparkgesellschaft dort vielfach angerichtet hatten und ob nun wenigstens in der Folge Ihre dsbzgl. Genehmigungsauflagen eingehalten würden.”

Das Aktionsbündnis hat aktuell gefordert, “umgehend Wasser in diese durch Windparkgesellschaft und ÖBB fahrlässig provozierten temporären Laichgewässer nachzufüllen, um die Amphibien dort auf den Baufeldern und Zuwegungsbereichen nicht weiter qualvoll durch Austrocknen sterben zu lassen”.

Auch im Hinblick auf die zusammengebrochenen, liegen gelassenen Zäune schreibt das Bündnis: “Wir sind zutiefst besorgt – und wirklich erschreckt über all diese Vorkommnisse mitten im Wald und erwarten, dass Sie, auch wenn es hier um Windkraft geht, die Verantwortlichen konsequent zur Rechenschaft ziehen.”

 

UPDATE vom 13. 5.2024:

Hier haben wir für Euch noch eine hoch interessante Seite, die in Filmen und Videos sogar für Schüler die Rechte und Möglichkeiten von Umweltverbänden (Aarhus-Konvention) aufzeigt:

Unabhängiges Institut für Umweltfragen

 

Pressemitteilung des Aktionsbündnis Märchenland vom 9.5.2024:

Gefahr der Verletzung und des Todes von Wildtieren – Windparkgesellschaft Reinhardswald unterläuft Genehmigungsauflagen des Regierungspräsidiums

Mit der Genehmigung der 18 Windanlagen verbundene Auflagen aus dem Regierungspräsidium Kassel und die damit verbundenen Schutzzwecke werden durch fortdauernde Missachtung einiger dieser Auflagen seitens der Windpark Reinhardswald GmbH&Co.KG nachweislich und offensichtlich seit langem unterlaufen. Die Gefahr der lt. Bundesnaturschutzgesetz verbotenen Verletzung und Tötung von Wildtieren einschließlich geschützter Arten wird somit seitens der Windparkgesellschaft im Reinhardswald billigend inkauf genommen. Die vom Vorhabenträger einzusetzende „unabhängige Ökologische Baubegleitung ÖBB“ kommt ihrem Kontrollauftrag nicht ausreichend nach.

(…)

-Infolge der Vernachlässigung ausdrücklicher Auflagen zum Amphibienschutz durch die Verantwortlichen der Windparkgesellschaft Reinhardswald, wurde vielerorts auf Baufeldern und Zuwegungsbereichen die zu vermeidende Entstehung von temporären Laichgewässern provoziert. Darin finden sich nun überall Vorkommen verschiedener geschützter Amphibien, die durch bevorstehende Befahrungen und Rodungen dieser Flächen zu Tausenden getötet würden.

Das Bündnis sieht die Naturschutzbehörden daher in der Pflicht, gemäß dem Tötungsverbot im Bundesnaturschutzgesetz die vorgesehene Rodung und damit verbundene Befahrung dieser Flächen und Zuwegungen mit all ihren Nebenflächen sofort und bis auf Weiteres zu untersagen (…)

Tümpel in Fahrspur

Molchbesatz in Fahrspurtümpel

Die vollständige Pressemitteilung findet Ihr hier

 

 

Meldung vom 7. Mai 2024

Die jüngste Geschichte rund um Grimms Märchenwald ist ein riesiges Trauerspiel und überaus bezeichnend dafür, was der Windkraftausbau derzeit mit unserer Natur macht. Der vor diesen Jahren weithin unzerschnittene Reinhardswald war Hessens größtes zusammenhängendes Waldgebiet und der größte der drei gemeindefreien(!) Forstgutsbezirke in Hessen.

Schon vor drei Jahren (siehe Meldung unten) wurde der Bau von Windkraftanlagen im Reinhardswald beschlossen. Nun ist der aktuelle Stand laut dem Aktionsbündnis Märchenland so: Die Genehmigung für alle ersten beantragten 18 Windenergieanlagen erfolgte trotz fachlicher Eingaben und langjährigen Protesten 2022. Das Vorhaben wurde jedoch umgehend von verschiedenen Seiten beklagt. So kam es natürlich zu Verzögerungen. Die gerichtliche Entscheidung, ob oder wie viele dieser 18 Anlagen tatsächlich gebaut werden dürfen, steht noch aus. Das Hauptverfahren ist noch nicht eröffnet.

Trotzdem wurden im Herbst für die insgesamt über 14 Kilometer lange und breit auszubauende Schwerlasttrasse samt allen Kurvenradien, Einfahrttrichtern, Ablageflächen etc. Bäume gefällt (übrigens weit überwiegend Laubbäume – die Hälfte über 100, sogar bis 200 Jahre alt). Die künftigen Standorte der Windkraftanlagen liegen mitten im Reinhardswald auf den Höhenlagen und ziehen sich über etwa 10 Kilometer (eine Strecke).

Die Baufeldabgrenzungen bestehen zum Teil aus etwa einem Meter hohen Plastik-Schneefangzäunen oder aus gespanntem grünen Draht, der ebenso wie die Schneefangzäune inzwischen vielfach am Boden liegt, bis zur Unkenntlichkeit überwachsen oder gerissen ist. Eigentlich sollte laut Regierungspräsidium Kassel die Funktionalität während der gesamten Bauzeit sichergestellt werden – doch jetzt liegt nur noch Müll in der Natur herum. 18 Baufeldflächen im landeseigenen, gemeindefreien Reinhardswald, jede über einen Hektar groß – und wohl überall dasselbe Bild.

 

Foto: privat

 

Ursprüngliche Meldung vom 12.6.2021

Hessens größtes zusammenhängendes Waldgebiet soll zum Wind-Industriegebiet werden. Insgesamt sind 7 sogenannte Vorrangflächen mit zusammen etwa 2000 Hektar (= 20 Millionen m²) im tausendjährigen Reinhardswald für die Bebauung mit Windanlagen ausgewiesen worden. Der massive Widerstand der betroffenen Bürger wird von der Landesregierung ignoriert. Die Natur Aller fällt der Profitgier Einzelner zum Opfer.

Die ersten 18 (+2) Anlagen in bisher kaum da gewesener Größe sind konkret geplant, das Genehmigungsverfahren dazu befindet sich in der letzten Phase. Aber auch auf weiteren Flächen im Reinhardswald wird bereits geplant: Insgesamt könnten 50 oder mehr dieser gigantischen Windanlagen im Reinhardswald im „Schatzhaus der europäischen Wälder“ entstehen.

Damit ist das Herzstück des Naturparks bedroht, das mit 200km2 Hessens größtes zusammenhängendes Waldgebiet, den weithin bekannte, tausendjährige Reinhardswald darstellt. Nach Aussage des Hessischen Umweltministeriums:  Der 44.851 Hektar große Naturpark Reinhardswald zählt zu einer der landschaftlich schönsten Regionen Deutschlands.“  

 

Alle weiteren Infos dazu unter rettet-den-reinhardswald.de

Links zu Karten und Bildern:

Bitte beachtet auch die vielen Studien und Artikel auf unserer Themenseite Windkraftanlagen

 

Bildquelle: (c)Screenshot "Mein-Reinhardswald.de", (c)Screenshot - Rettet den Reinhardswald, Verlotternde Zäune im "Märchenwald", www.rettet-den-reinhardswald.de




Utz Ernst schrieb:


Ich Appelliere an den Verstand der Hessischen Staatsregierung !

Wir Europäer erlauben uns über die Machenschaften Bolsonaros in bezug auf den Amazonas Regenwald zu Richten …
Klimawandel ist in aller Munde aber sobald es um Energie und Gewinne für einzelne Großunternehmen geht ,scheint das Urteilsvermögen nicht mehr zu funktionieren ?
Unsere Enkel und Urenkel werden uns in naherZukunft verdammen in anbedracht dieser zerstörten Erde die wir ihnen hinterlassen traurig !!
traurig — traurig
Ernst Utz

Antworten
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.









Aktuelle Informationen



Invasive Wanze bedroht unsere Eichenwälder Die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft warnt vor einer neuen eingewanderten Schädling an Eichen und bittet um Mithilfe durch Meldungen.…

Freitag, 14. Juni 2024
Jetzt lesen
Reh, Sau, Hirsch: Die Hüter der Vielfalt Aus den Tiefen des Internets haben wir eine PDF-Datei des Nationalparks Schwarzwald gezogen, die die ökologischen Wirkungen von Reh, Wildschwein…

Donnerstag, 13. Juni 2024
Jetzt lesen
Abschusspläne nach der Katastrophe - das meint eine Behörde dazu! UPDATE Wie angekündigt, haben wir die Landratsämter, die nach Dauerregen und Überflutungen Katastrophenalarm ausgerufen hatten, angeschrieben und gebeten, die Jäger auf…

Donnerstag, 13. Juni 2024
Jetzt lesen

Mitglied werden