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Montag, 23. Januar 2023

23. Januar 2023, 17:55    Webmaster

Verstöße gegen FFH-Waldschutz in Rheinland-Pfalz


In Rheinland-Pfalz hat sich eine Initiative „Waldwende jetzt!“ gegründet, die sich dagegen wehrt, dass die Umsetzung der Natura 2000- Managementpläne im Wald offenbar von einigen Forstbehörden nicht ernst genommen wird. Das sieht in Bayern leider keineswegs anders aus! Die Rheinland-Pfälzer haben einige eklatante Fälle aus den ökologisch sensiblen und wichtigen Wäldern der Rheinauen dokumentiert und  Strafanzeige wegen Gefährdung schutzbedürftiger Gebiete erstattet.

Die Auewälder am Rhein sind vom Wechsel der Wasserstände und fruchtbarem Boden charakterisiert. Sie bieten viele verschiedene ökologische Nischen auf engem Raum, sind Hotspots der Artenvielfalt und Rückzugsraum für viele Tierarten. Gerade staatliche Forstämter sollten dem in Zeiten des Klimawandels mit Feingefühl und hohem ökologischen Wissen gerecht werden, finden die Initiatoren. Die Interessen an Holzernte dürften dagegen keine Rolle mehr spielen. Vorgeschrieben ist der Schutz der wenigen verbliebenen Auwaldbereiche, ihre Erhaltung und gegebenenfalls Wiederherstellung. Die Realität sieht aber ganz anders aus:  „Waldumbaumaßnahmen“ und Hiebsmaßnahmen verfälschen den Charakter der Auen und führen zu massiven Bodenzerstörungen. Habitatbäume werden entnommen und zu Brennholz verarbeitet. Bei Ortsbegängen werden dann oft Larvengänge des bedrohten Heldbocks, Fledermausquartiere oder Spechthöhlen gefunden.

„Gerne werden solche Verfehlungen in der Waldwirtschaft wie Kavaliersdelikte behandelt“, schreiben die Initiatoren. „Das sind sie aber schon deshalb nicht, weil die Europäische Kommission bereits 2021 Klage gegen Deutschland wegen der Verletzung von EU-Umweltrecht vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) eingereicht hat. Die spätestens seit 2010 umzusetzenden Maßnahmen im Rahmen der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen hat Deutschland noch immer nicht erfüllt.“

Kontakt zur Bürgerinitiative „Waldwende Jetzt“ und weitere Informationen unter: https://www.waldwende-jetzt.de/

Ausführliche Informationen über die angezeigten Fälle der Bundesbürgerinitiative Waldschutz findet Ihr hier.

 

Bildquelle: (c)Volker Ziesling - Kleinkahlschlag mit Zaunbau (Hordergatter). Auf der Pflanzfläche breitet sich vor allem die Goldrute aus




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