Der BaySf-Forstbetrieb Berchtesgaden hat auf die Klage von Wildes Bayern hin den Sofortvollzug des Abschussplans beantragt und am 26.8. vom Landratsamt genehmigt bekommen. Wildes Bayern prüft jetzt, ob wir mit einem Eilantrag dagegen vorgehen – uns liegen nämlich mittlerweile weitere Informationen vor, die unsere Ahnungen mehr als bestätigen: Die bisher entdeckten Unstimmigkeiten bei Revierzuschnitt und Abschussplänen im Forstbetrieb Berchtesgaden waren nur die Spitze eines Eisbergs. Unsere Recherchen gehen weiter!
Inzwischen hat sich Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller gegenüber dem Merkur geäußert. In einem Online-Artikel vom 28.8.25 wird er wie folgt zitiert: „Die Vorwürfe von Wildes Bayern sind unbegründet. Selbstverständlich wurde am Forstbetrieb Berchtesgaden jederzeit im Rahmen und auf der Grundlage gültiger Abschusspläne gejagt.“ Die Abschusslisten in den Revieren Nord und Süd seien jederzeit korrekt und transparent geführt und dem Landratsamt vorgelegt worden, heißt es im Merkur.
Meldung vom 26. August 2025
Wir haben uns die Augen gerieben, als wir den Gams-Abschussplan 2025/26 für den Forstbetrieb Berchtesgaden angeschaut haben. Statt zwei Revieren gibt es dort plötzlich vier! Wo kommen denn die neuen her?
Auf den zweiten Blick ist uns klar geworden, dass die neuen Reviere isolierte Gebiete waren, die bisher einfach einem der zwei großen Reviere Berchtesgadener Alpen Nord oder -Süd zugeteilt worden sind. Was unserer Ansicht nach leider nicht der Vorschrift im Jagdgesetz entspricht, die ein Staatsjagdrevier ABZÜGLICH abgetrennter Flächen definiert.
Jede isolierte Fläche müsste also unserem Verständnis nach ein eigenes Jagdrevier mit eigenem Abschussplan sein oder, falls sie zu klein ist, einem angrenzenden Gemeinschaftsjagdrevier zugeschlagen werden. Das war dem Forstbetrieb wohl bisher nicht bekannt, denn auf eine Anfrage von Wildes Bayern wurde in der Antwort klar: Es gibt isolierte Jagdreviere im Forstbetrieb, wie zum Beispiel den Fuderheuberg bei Piding, die offensichtlich nie über einen eigenen Abschussplan verfügt haben, sondern einfach in einem der großen Töpfe der Reviere Nord oder Süd mit verwurstet wurden. Sollte der Forstbetrieb hier also seit Jahren ohne Abschussplan gejagt haben…? Und wie steht es dann um die Sanierungsfläche, auf der das Wild lange ohne Schonzeit verfolgt wurde…?
Wildes Bayern hat jetzt erstmal gegen die neuen Abschusspläne geklagt, weil uns die wundersame Reviervermehrung und die neue Verteilung der Abschusszahlen suspekt sind und nicht transparent erscheinen. Wir möchten, dass ein Gericht die Reviergrenzen und die dazu gehörigen Abschusspläne nochmal genau unter die Lupe nimmt.
Nicht zuletzt, weil uns in den Abschusslisten der letzten Jahre immer wieder Unregelmäßigkeiten aufgefallen sind. Da wurde im Revier Nord regelmäßig der Plan überschossen, im Revier Süd hingegen blieb man meist hinter den Vorgaben zurück. Die vorgegebenen Verhältnisse an Gamsgeißen und -böcken wurden seit vielen Jahren missachtet und regelmäßig deutlich mehr Böcke als Geißen erlegt. Wir befürchten natürlich, dass damit die natürliche Populationsstruktur der Art zerstört wurde.
Da unsere Klage eine aufschiebende Wirkung hat, mussten die Gamsabschüsse im Forstbetrieb jetzt erstmal komplett gestoppt werden. Wir halten Euch auf dem Laufenden, wie es weiter geht!
Bildquelle: Monika Baudrexl
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Was laufen da für Mogelpackungen in den Forstbetrieben in Bayern? Diese Frage sollte sich auch der Jagdminister in Bayern stellen.
Nicht nur der Jagdminister sondern auch die für die Staatsforsten zuständige Ministerin Kanniber.
Peinlich , peinlich, wenn man Leserbriefe schreibt, sollte man sich vorher informieren wer wofür zuständig ist.