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hier kommt, passend zur Sommerschwüle, mal ein eher leicht bekleideter Newsletter - aber mit Tiefgang! Denn in der vergangene n Woche sind wir ganz persönlich und intensiv eingetaucht ins "Jahr der Beweidung und des Hirtentums": Wir waren in der Slowakei unterwegs mit Bärenforscherin Dr. Michaela Skuban, haben Lebensräume von Bär, Luchs und Wolf erkundet und Schafe und Herdenschutzhunde am Berg besucht.
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Wer das tut, und wer sich auch den Film über die Hirten im kirgisischen Himmelsgebirge anschaut, den wir Ihnen unten verlinkt haben, dem wird sehr schnell klar: Die Welt, in der große, frei weidende Herden neben Wolf oder Bär existieren, ist eine ganz eigene, und sie hat wenig mit dem zu tun, was wir hier in Österreich oder Bayern erleben.
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Zum einen ist es eine Welt des Berufs-Hirtentums, was wir hier kaum noch kennen und auch nicht mehr zu bezahlen bereit sind. Doch die halbwegs schadensfreie Koexistenz in der gleichen Landschaft von pflanzenfressenden Nutztieren und großen Beutegreifern, speziell in so hoher Dichte wie in der Slowakei, gelingt nur unter dem beständigen Schutzschirm von Menschen, die dafür ein sehr karges und einsames Leben in der Natur auf sich nehmen.
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Zum anderen ist es eine Welt der Herdenschutzhunde, also großer, speziell gezüchteter wehrhafter und frei laufender Hunde. Auch wenn diese - bei artgerechter, richtiger Haltung - zumeist sehr menschenfreundlich sind, ist eine unvorbereitete Begegnung mit ihnen ein gewisses Risiko, ob für Wanderer, Jogger oder die sie begleitenden Hunde.
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Beides passt nach unserem Eindruck relativ wenig mit unserer hiesigen modernen, mit Infrastruktur durchsetzten und stark touristisch genutzten Bergwelt zusammen. Von den Erfahrungen solcher Länder können und sollten wir deshalb ganz unbedingt lernen, aber wir können sie keinesfalls eins zu eins übernehmen.
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Eine weitere Tierart, die in einem solchen System gut existieren kann, bei uns aber an verschiedenartige Grenzen stößt, ist der Gänsegeier, von dem jedes Jahr einige Sommergäste in Bayern auftauchen. Freuten wir uns im Juni noch an der außergewöhnlichen Sichtung zweier Exemplare so nördlich wie Grafenwöhr, mussten wir kurz darauf sehr traurige Nachrichten zur Kenntnis nehmen: Ein junger Gänsegeier wurde im Ostallgäu von einem Windrad erschlagen – offenbar ist das nicht zum ersten Mal passiert. Und in Österreich wurden sieben der eindrucksvollen Vögel mit Carbofuran-Vergiftung aufgefunden.
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Es ist ein Armutszeugnis unserer Zivilisation, wenn wir den Umgang mit vermeintlich (!) konkurrierenden Arten nur mit hinterlistigen Attacken wie Giftködern lösen können. Dabei hat doch fast jede Tierart ihre Scheu oder eine Schwäche, an der man sie bei Bedarf auch auf anderem Wege packen und vertreiben kann. Somit würde nicht nur das Individuum für sich und kommende Generationen etwas lernen, sondern auch wir Menschen und unsere Kinder: Einen fairen, mutigen und klugen Umgang mit Herausforderungen. Man kann die Natur auch bewältigen, man muss sie nicht zerstören!
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Diesen Leitsatz würden wir auch gerne den EU-Kommissären in Brüssel zurufen. Ihre Verordnung zu invasiven Arten ist ein sehr weitreichendes Instrument, das einen Umgang mit Wildtieren erlaubt, der uns zuwiderläuft, zum Beispiel eine Jagd ganz ohne Schonzeit oder die Tötung von Tieren auch in der Setz- und Aufzuchtzeit. Im vergangenen Sommer ist nun auch das Sikawild auf die Liste der invasiven Arten gesetzt worden und soll bis 2027 ausgerottet werden.
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Sika - kennen Sie gar nicht? Das liegt vielleicht daran, dass die aus Asien stammende kleine Hirschart in Bayern fast nur in der östlichen Oberpfalz freilebend vorkommt. Dass die EU-Kommission als Grund für die Einstufung ausgerechnet eine befürchtete Vermischung mit Rotwild angibt, ist für Ostbayern nicht nur wissenschaftlich widerlegt, sondern erscheint in einem Land wie Bayern auch wie der blanke Hohn.
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Hier tritt man das Rotwild und seine Genetik doch ohnehin mit Füßen, selbst die Gefahr der Inzucht durch die ministeriell verordnete Verinselung wird tapfer weggeforscht. Viel näher liegt der Verdacht, dass mit dem Sika ein weiterer unerwünschter Pflanzenfresser aus dem Weg geräumt werden soll...
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Aus dem Weg geräumt werden derzeit auch zahlreiche Vorschriften, die bisher den Schutz unserer Natur und ihrer Bestandteile garantieren sollten. In einem Vortrag hat Dr. Christine Miller vor kurzem die "Nicht-Liebesbeziehung" des Freistaats Bayern mit dem Naturschutzrecht dargestellt. Die Folien zu diesem wichtigen Thema, das uns in den kommenden Jahren immer stärker auf die Füße fallen wird, finden Sie in unserem Blog!
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Wir haben Ihnen angesichts von sommerlichen Hitzephasen außerdem eine sehr informative Pressemeldung des Instituts für Gewässerökologie (IGB) in einem Blogbeitrag vorgestellt. Am Beispiel des gut erforschten Berliner Müggelsees zeigen die Wissenschaftler auf, was die Erhitzung des Wassers auf bis über 30 Grad mit dem Lebensraum und seinen Organismen macht. Fakten statt Vermutungen oder Panikmache - da sind wir sofort mit im Boot.
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Bitte denken Sie auch weiterhin daran, sauberes Wasser für Insekten, Vögel und weitere Geschöpfe auf Balkonen und im Garten bereitzuhalten. Dass davon in der Landschaft viel zu wenig vorhanden ist, zeigte uns dieser Tage ein Feldhase, der bis in den Garten kam, um zu trinken. Hasen haben einen extrem geringen Flüssigkeitsbedarf und kommen eigentlich mit Tau und der Feuchtigkeit aus pflanzlicher Nahrung aus... aber auch daran scheint es jetzt gravierend zu fehlen.
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In diesem Sinne wünschen wir Ihnen zwei weitere sonnige, aber nicht zu heiße Wochen bis zu unserem letzten Newsletter vor der Sommerpause!
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Ihr Team vom Wilden Bayern
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Was Hitze mit dem Lebensraum See macht
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Das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) schaut sehr genau hin, was die derzeit vorkommenden Hitzeextreme mit unseren Gewässern und ihren tierischen Bewohnern machen. Auch wenn der hier so gründlich erfasste Müggelsee nicht in Bayern, sondern direkt vor den Toren Berlins liegt, möchten wir unseren Lesern die spannenden Ergebnisse der langjährigen Untersuchungen nicht vorenthalten. Die Daten zeigen, dass die Erwärmung …
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UPDATE Reise mit Bärenforscherin - wir waren dabei!
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Wer das UN-Jahr des Hirtentums und der Beweidung richtig ernst nimmt, der durfte natürlich bei der Reise in der Slowakei mit Dr. Michaela Skuban nicht fehlen. Wir waren dort und sind intensiv eingetaucht in die Landschaft der Bären, Schafe und Herdenschutzhunde! Wie von Dr. Skuban versprochen, war die Reise eine gelungene Mischung aus Kultur, Natur und traditioneller Nutzung. Die sehr …
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Gänsegeier - fragil, faszinierend und verhasst
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Manche Meldungen sind sehr schwer zu ertragen, zum Beispiel eine aktuelle aus Österreich, wo in den Hohen Tauern binnen weniger Wochen sieben (!) mit Carbofuran vergiftete Gänsegeier gefunden wurden. Nur einer überlebte. Carbofuran ist ein landwirtschaftliches Pestizid, das schon seit fast zwei Jahrzehnten in Europa verboten ist - doch immer und immer wieder werden damit Vögel getötet. Im österreichischen Fall …
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Rotwild-Genetik-Studie: Kanibers Hütchenspieler
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Vor wenigen Wochen ist sie erschienen, die bereits viel zitierte Rotwild-Genetik-Studie aus München. Prof. Andreas König von der Technischen Universität ist darin den vielen "Gerüchten" um den genetischen Niedergang unseres heimischen Hirsches auf den Grund gegangen, vermeintlich mit wissenschaftlicher Akribie. Das Ergebnis war so, wie wir es erwartet hatten, und wie es der Auftrag- und Geldgeber wohl auch verlangte: „Dem …
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Eine Insel im Mainstream: Pause machen bei Dr. Gerken
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Kurz vor der Sommerpause wiederholen wir nochmal unseren Hinweis auf eine spannende, tief schürfende Persönlichkeit mit speziellen Ansichten und Ideen: Prof. Dr. Bernd Gerken. Wir hatten ihn zuletzt wahrgenommen als Experte bei der Wildbachzerstörung im Rappenalptal und haben uns seither ein wenig an seine Fersen geheftet. Dr. Gerken, aus Deutschland stammender Chemiker, Forstzoologe, Ökologe und Naturschützer, lebt in Südportugal und …
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Wunderbarer Film über Hirten und Beweidung
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Auf der Mediathek von 3Sat sind wir auf einen sehr interessanten Film über Hirten in Kirgistans Himmelsgebirge gestoßen - wie passend angesichts des "UN-Jahres der Beweidung und des Hirtentums". In 25 Minuten kann man hier in das überaus karge, aber auf anderer Ebene sehr reiche Leben dieser Menschen eintauchen. Aus unserer Sicht ist Beweidung eine sehr natürliche Landnutzung über Jahrtausende …
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Kritischer Überblick: Bayern und Naturschutzrecht
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Vor einigen Wochen war Dr. Christine Miller als Referentin bei einer Rechtstagung eingeladen und sprach dort über den Umgang des Freistaats Bayern mit Wildtieren und Umwelt. Der Titel ihres Vortrags lautete "Bayern und Naturschutzrecht - keine Liebesbeziehung" und war kritisch. Denn Bayern ist gerade in einem Modernisierungsrausch und fegt dabei wesentliche, die Umwelt schützende Vorschriften und Regelungen einfach vom Tisch. …
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Sikawild soll als invasive Art ausgerottet werden
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Das auch in Bayern heimische Sikawild steht seit 2025 auf einer Schwarzen Liste der EU-Kommission: Es wurde als invasives Neozoon eingestuft und darf deshalb ab 2027 nicht mehr als Gehegewild gehalten werden. In freier Wildbahn gilt eine rigorose Pflicht zum Abschuss, wie sie zum Beispiel auch für Waschbären existiert. Ziel ist es, die Art unbedingt aus dem Ökosystem zu entnehmen, …
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