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Montag, 27. Juni 2022

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Laufkäfer helfen bei nachhaltiger Lebensmittelproduktion
27. Juni 2022, 11:46    Webmaster

Laufkäfer helfen bei nachhaltiger Lebensmittelproduktion


Eine Forschungsgruppe am Institut für Zoologie der Universität Innsbruck hat festgestellt, dass Laufkäufer weit mehr Unkrautsamen fressen als gedacht. Damit muss ihre Rolle als Nützling im Ackerbau neu bewertet werden.

Laufkäfer sind die artenreichste Käferfamilie mit über 6.000 Arten allein in Europa. Das Forscherteam stellte in Getreidefeldern Fallen auf, um die Exemplare lebend und unversehrt zu fangen. Mit einem Trick brachten die Wissenschaftler sie dazu, ihren Mageninhalt hochzuwürgen, was ein natürlicher Verteidigungsmechanismus der Tiere ist. Danach konnten die „Probanden“ wieder in die freie Wildbahn entlassen werden. In dieser Form wurden Mageninhalte von 6.500 Laufkäfern in Getreidefeldern zwischen Frankreich und Österreich gesammelt.

Die Nahrung wurde anschließend auf die DNA verschiedener Arten hin untersucht. Dabei stellten die Forscher fest, dass die Laufkäfer bei weitem mehr Pflanzensamen fressen als bisher bekannt. Das konnte erstmals durch diese Studie empirisch belegt werden. Aber neben Unkrautsamen ernähren sie sich auch von verschiedenen Schädlingen, wie etwa Blattläusen und Nacktschnecken, sowie von deren Eiern. Dabei sind sie nicht wählerisch, sie fressen am meisten von jener Beute, die am häufigsten vorkommt. Man kann also davon ausgehen, dass die meisten Laufkäferarten sowohl das Unkraut wie auch Schädlinge im Acker in einem gewissen Rahmen kurz halten.

(c)Institut für Zoologie der Universität Innsbruck – Carabus coriaceus vs Arion

Eine Unterstützung für diese Laufkäfer könnten die früheren Ackerraine sein – aber die gibt es fast nirgendwo mehr. Statt dessen macht gerade die Idee der „Beetle-Banks“ Furore, die nichts anderes sind, nämlich schmale, unbewirtschaftete Grünstreifen zwischen den Äckern. Bodenbearbeitung schädigt die Käfer direkt, führt zu Nahrungsmangel und zerstört ihr Habitat. Eine Reduktion des Einsatzes von Chemikalien ist ebenfalls Voraussetzung, wenn man eine gute Laufkäfer-Fauna etablieren will.

Das Projekt „Ökosystemleistungen von Laufkäfern“ hatte eine Laufzeit von fünf Jahren und wurde 2021 abgeschlossen. Informationen dazu findet Ihr hier

Hier findet Ihr Informationen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft zu Laufkäfern

Bildquelle: (c)Institut für Zoologie der Universität Innsbruck - Carabus coriaceus vs Arion, (c)CommonsWikimedia - Carabus granulatus photo by Jeffdelonge CC BY-SA 3.0




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