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Dienstag, 12. Dezember 2023

Scrollicon
Ein Marderhund in einer Wiese
12. Dezember 2023, 19:21    office@wildes-bayern.de

Marderhunde – gutes Potential für Parasiten


Wissenschaftler des Senckenberg-Forschungsinstituts und der Goethe-Universität Frankfurt haben festgestellt, dass die aus Asien eingewanderten Marderhunde mit einer vielfältigen Parasitenfauna befallen sind. Sie untersuchten bei 73 Marderhunden aus Deutschland den Mageninhalt, Parasiten und den Kot. Dabei fanden sie allein 20 Parasitenarten, darunter den Igelfloh, den Katzenfloh und andere. Sechs der so genannten Endoparasiten – also Parasiten im Inneren des Körpers – sind imstande, auch Menschen zu befallen und krank zu machen. Dazu zählen zum Beispiel der Fuchsbandwurm oder der Hundespulwurm.

Das krank machende Potential stufen die Forscher beim Marderhund allerdings geringer ein als beim Waschbär, was ihrer Meinung nach an der Lebensweise liegt: Der Marderhund kommt zwar in verschiedenen Waldtypen, in Buschland, landwirtschaftlichen Gebieten und manchmal sogar in städtischen Regionen vor, er zieht aber eher sammelnd durch sein Revier und erreicht keine hohen regionalen Populationsdichten.

Der Marderhund ist bei seiner Nahrungsaufnahme nicht wählerisch: Neben Aas, Pflanzen und Nüssen fressen die gut fuchsgroßen Raubtiere Vögel und deren Eier sowie Amphibien, Schnecken, Insekten, Fische und Kleinsäuger. Entsprechend groß ist das Potenzial an Zwischenwirten von Parasiten, die sie aufnehmen können. Bei der Analyse ergaben sich etwa ein Drittel pflanzlicher und zwei Drittel tierischer Bestandteile in ihren Mägen.

„In Deutschland wurde der erste Marderhund 1962 im Emsland gesichtet, mittlerweile finden wir sie in rund einem Drittel aller Jagdreviere der Bundesrepublik, und sie sind seit 2019 als invasive Art von europäischer Bedeutung gelistet“, erklärt Prof. Dr. Sven Klimpel vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum. Er mahnt, die weitere Ausbreitung der Art gut im Auge zu behalten.
Die vollständige Pressemitteilung des Senckenberg-Instituts findet Ihr hier

Bildquelle: WildMedia




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