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Dienstag, 12. September 2023

12. September 2023, 15:35    office@wildes-bayern.de

Per App zu geschützter Vielfalt im Garten


Wissenschaftler haben mal untersucht, welche gefährdeten Pflanzen wir eigentlich in unseren Gärten oder in Grünanlagen anpflanzen könnten, um damit deren Überleben leichter zu machen. Das Ergebnis ist beachtlich: 40 Prozent der rückläufigen und gefährdeten heimischen Pflanzenarten könnten vor unseren Haustüren wachsen, wenn wir uns den Naturschutz im Garten zum Ziel setzen würden (“Conservation Gardening”). Zu diesem Wert kommen Forschende des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung iDiv und der Universität Leipzig, nachdem sie die neuesten Daten der laut Roter Liste gefährdeten Arten aller 16 deutschen Bundesländer auf ihre Garten-Tauglichkeit durchgeschaut haben.

In einer App haben sie jetzt die Liste an “hilfsbedürftigen” Pflanzen runtergebrochen auf die Bundesländer und auf spezifische Gegebenheiten vor Ort (Feuchtigkeit, Besonnung, Boden-pH-Wert u. ä.). Theoretisch kann also jeder Gartenbesitzer, der auf seinem Grund etwas für den Erhalt bedrohter Arten tun möchte, hier nach der passenden Pflanze suchen.

Unser erster Test einer solchen Suche hat ergeben, dass man dafür ein bisschen Vorwissen besitzen muss (zum Beispiel, in welcher Klimazone man sich befindet – das wird unter “Frosttoleranz” abgefragt -, oder was die Gefährdungsstufen 0 bis 3, R, G und V bedeuten). Auf anschauliche Bilder der Pflanze, die ja für viele Gärtner durchaus ausschlaggebend sein können, muss der Anwender hier auch verzichten. Dafür kriegt er in der Tabelle alle Infos, die er haben muss, und kann jede Spalte sortieren lassen, also nach Blütenfarbe, nach Höhe oder auch nach der Frostverträglichkeit, die hier mit Grad Celsius-Werten aufgeschlüsselt ist. Es werden auch Bezugsquellen zur Verfügung gestellt – ob diese Angaben wirklich vollständig sind, kann ja jeder in der Gärtnerei oder Baumschule seines Vertrauens nochmal überprüfen.

Jedenfalls finden wir es einen guten und verfolgenswerten Ansatz, es den Flächenbesitzern leichter zu machen, ihre Gartengestaltung auch nach naturschützerischen Aspekten anzugehen.

Die Pressemeldung zur Veröffentlichung findet Ihr hier

Direkt zur App gehts hier entlang

Die original Publikation in englischer Sprache bei nature.com findet Ihr hier

Bildquelle: (c)Christian Peters auf Pixabay/Chris aus Bayern




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