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Dienstag, 22. November 2022

22. November 2022, 21:17    Webmaster

Tiroler Jagdverband sorgt sich ums Rehwild


Der Tiroler Jägerverband hat am 12. November eine Fachtagung zum Rehwild veranstaltet. Sein Aufhänger war die Sorge, dass die Bestände zusammenbrechen könnten. Rehwildreferent Robert Neururer kündigte deshalb auch an, dass der Verband ein zweijähriges Forschungsprojekt beginnt, um die Einflussfaktoren auf die Bestände des Rehwildes zu untersuchen. Er berichtete von deutlichen Rückgängen im geschätzten Bestand, in den Streckenzahlen und im Futterverbrauch in einigen Tiroler Bezirken. Auch bei der Kitzrettung würden weniger Stücke gefunden als noch vor einigen Jahren. Das sind bislang aber alles Praxiserfahrungen, es gibt weder ein Monitoring noch eine wissenschaftliche Datenaufnahme dazu – die soll das Projekt jetzt liefern.

Bei der Tagung beleuchteten Experten die möglichen Einflussfaktoren, wie Beutegreifer, Krankheiten, Lebensraum oder Klimawandel. Am eindrucksvollsten wirkte dabei eine Studie aus der Schweiz und Frankreich, die Dr. Kurt Bollmann von der eidgenössischen Forschungsanstalt WSL präsentierte. Sie zeigt auf, dass durch den Klimawandel die Vegetationsentwicklung im Tiefland rund zwei Wochen früher stattfindet als bisher, die Setzzeitpunkte der Kitze sich jedoch nicht verändert haben. Für das Wild könnte das dramatische Folgen haben: Die Setztermine für die Kitze in den Tieflagen überschneiden sich nicht mehr mit der Zeit des optimalen Nahrungsangebots für die Jungenaufzucht. Schön war auch der Beitrag von Tierarzt Christian Messner, der nochmal betonte, wie wichtig es bei einer Fütterung sei, dass sie zuverlässig regelmäßig und artgerecht stattfinde. Fütterungsfehler zusammen mit Parasiten wie dem Roten gedrehten Magenwurm können ganze Bestände regulieren.




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