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Freitag, 24. Juli 2026

Scrollicon
Ein künstlich erzeugtes Bild eines fusseligen kleinen Dinosauriers auf zwei Beinen
24. Juli 2026, 12:13    office@wildes-bayern.de

Wie der T-Rex seine Babys großzog


Wenn wir an Dinosaurier denken, sehen wir meist gewaltige Tiere vor uns: riesige Pflanzenfresser mit langen Hälsen oder furchteinflößende Räuber, wie den Tyrannosaurus rex. Doch auch die größten Dinosaurier haben mal klein angefangen. Wie genau das Leben dieser Jungtiere aussah, und wie sich ihre Fortpflanzungsstrategien entwickelten, ist allerdings bis heute nur schwer zu erforschen.

Der Grund: Fossilien von Dinosaurierbabys und frisch geschlüpften Tieren sind ausgesprochen selten. Jetzt wurde einer in Korea entdeckt – und eine neue Studie liefert nun wichtige Hinweise darauf, wie kleine Tyrannosaurier einst aus ihren Eiern schlüpften, und wie sich die Fortpflanzung dieser Tiere im Laufe der Evolution verändert haben könnte.

Der Baby-T-rex: erstaunlich klein

Ein ausgewachsener Tyrannosaurus rex konnte eine Länge von etwa 12 Metern erreichen und mehrere Tonnen wiegen. Seine Jungtiere waren dagegen winzig! Die Forschenden untersuchten Fossilien von sehr jungen Tyrannosauriern und konnten daraus ableiten, dass frisch geschlüpfte T. rex vermutlich weniger als 2,5 Kilogramm wogen. Damit machten die Jungtiere weniger als 0,1 Prozent der Körpermasse eines ausgewachsenen Tieres aus.

 

Ein künstlich erzeugtes Bild zeigt einen großen, unförmigen Dinosaurier in einem Wald und zu seinen Füßen ein sehr kleines Jungtier

So könnten Mama und Kind bei Familie T-Rex ausgesehen haben.

 

Die Forschenden gehen außerdem davon aus, dass Tyrannosaurier relativ große Gelege hatten. Für einen kleineren ausgewachsenen T. rex werden mindestens etwa 20 Eier geschätzt, bei den größten Tieren könnten es ungefähr 30 gewesen sein.

Viele Eier, kleine Babys – ein riskanter Start ins Leben

Die Kombination aus vielen Eiern und sehr kleinen Jungtieren deutet darauf hin, dass Tyrannosaurier eine Fortpflanzungsstrategie verfolgten, die sich grundlegend von den modernen Vögeln unterschied. Zwar waren die kleinen Saurier nach dem Schlüpfen vermutlich schon relativ selbstständig, konnten sich fortbewegen und möglicherweise sogar große Beute als Futter aufnehmen, doch aufgrund ihrer geringen Körpergröße lebten sie in ständiger Gefahr. Überall lauerten Fressfeinde, weshalb die Sterblichkeitsrate relativ hoch war und vermutlich nur ein kleiner Teil der vielen Jungtiere jemals das Erwachsenenalter erreichte.

Forschende vermuten, dass der T. rex zwar durchaus Brutpflege betrieb, seine elterliche Investition pro Jungtier jedoch vergleichsweise gering ausfiel. Seine Strategie lag damit im evolutionären Mittelfeld: Er produzierte deutlich mehr Nachkommen als heutige Vögel, investierte aber weniger Fürsorge in jedes einzelne Tier.

Trend zu weniger Babys und mehr Care

Diese Erkenntnisse fügen sich perfekt in einen größeren evolutionären Trend des Mesozoikums ein, der eine Entwicklung hin zu immer größerem elterlichem Aufwand zeigte. Während der T. rex noch eher auf viele Jungtiere setzte, entwickelten sich in verschiedenen Dinosauriergruppen, insbesondere in jener Linie, aus der die Vögel hervorgingen, im Verhältnis zur Eltern-Körpergröße immer größere Jungtiere und wesentlich kleinere Gelege. Die elterliche Energie verlagerte sich im Laufe der Evolution somit von der reinen Anzahl der Nachkommen hin zu einer intensiven Betreuung des einzelnen Jungtiers. Dieser Wandel zeigt eindrucksvoll, wie sich Fortpflanzungsstrategien im Laufe der Erdgeschichte innerhalb Tiergruppen verändern können.

Ein Fenster in die Jugend der Dinosaurier: „Dooly“

Wie vielfältig die Lebensweisen der Dinosaurier waren, zeigen uns heute unter anderem gut erhaltene Fossilien kleinerer Arten. Ein Beispiel dafür ist eine neu beschriebene Dinosaurierart aus der Mitte der Kreidezeit in Korea namens Doolysaurus huhmini. Benannt nach der bekannten koreanischen Cartoon-Figur „Dooly, der kleine Dinosaurier“, liefert dieses Skelett außergewöhnliche Einblicke in das frühe Stadium eines Dinosaurierlebens.

Das Fossil stammt von einem noch nicht ausgewachsenen Jungtier, das zum Zeitpunkt seines Todes vermutlich etwa zwei Jahre alt und ungefähr so groß wie ein Truthahn war. Untersuchungen des Oberschenkelknochens zeigen ein rasches Knochenwachstum ohne Wachstumsstopps – ein Hinweis darauf, dass das Tier zum Zeitpunkt seines Todes noch mitten in seiner Entwicklung stand.

Besonders spannend ist ein Detail im Bauchraum des Skeletts: Bei Doolysaurus fanden die Forschenden eine Ansammlung kleiner, abgerundeter Steine, sogenannter Gastrolithen. Solche Gastrolithen werden mit der mechanischen Zerkleinerung von Nahrung im Verdauungstrakt in Verbindung gebracht – eine Funktion, die wir auch von einigen heutigen Vögeln, wie unseren Hühnervögeln, kennen. Die Form der Steine könnte darauf hindeuten, dass Doolysaurus keine hochspezialisierte Ernährungsweise hatte, sondern sich möglicherweise relativ flexibel und teilweise omnivor ernährte – ein Merkmal, das wir heute bei vielen Vogelarten beobachten.

Die Dinos sind noch unter uns

Wenn heute ein Spatz auf dem Gartenzaun landet, eine Amsel durch das Laub hüpft oder ein Rotmilan am Himmel kreist, blicken wir nicht einfach nur auf Vögel. Wir sehen die letzten heute noch lebenden Vertreter der Dinosaurier. Denn die Dinosaurier sind nicht vollständig ausgestorben: Eine ihrer evolutionären Linien hat bis heute überlebt – die Vögel.

Die enge Verbindung zwischen Dinosauriern und Vögeln zeigt sich an zahlreichen gemeinsamen Merkmalen, unter anderem an ihrem Körperbau, der Fortbewegung auf zwei Beinen und an den Federn. Diese sind keine Erfindung der modernen Vögel, sondern entwickelten sich bereits bei verschiedenen Dinosauriern lange vor dem Auftreten der heutigen Vogelwelt.

Von den kleinen, verletzlichen Jungtieren des Tyrannosaurus rex über die vielfältigen Lebensweisen von Dinosauriern wie Doolysaurus bis hin zur intensiven Brutpflege vieler heutiger Vögel spannt sich ein beeindruckender Bogen durch die Erdgeschichte. Wer heute aus dem Fenster schaut und einen Vogel beobachtet, blickt damit gewissermaßen auch in die tiefe Vergangenheit – und auf eine Tiergruppe, deren Geschichte bis zu den Dinosauriern zurückreicht.

MW mit KI

 

Den Beitrag über die Entdeckung des Baby-Dinos in Korea finden Sie hier

Einen weiteren wissenschaftlichen Beitrag zu den „Küken“ von Tyrannosaurus Rex finden Sie hier

Bildquelle: KI generierte Darstellung, KI generierte mögliche Darstellung eines T.Rex mit Jungen




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