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Donnerstag, 28. September 2023

Scrollicon
Attrappe eines vergrößerten Regenwurms ragt aus dem Boden
28. September 2023, 12:17    office@wildes-bayern.de

Der Regenwurm, er lebe hoch!


UPDATE 29. September 2023: Heute ist sowohl der „Tag des Butterbrots“ wie auch der Tag, um mal über Lebensmittelverschwendung nachzudenken. Am Sonntag, 1. Oktober, feiern wir Erntedankfest. Wir vom Wilden Bayern widmen einige Gedanken an diesen Tagen auch dem unermüdlichen Helfer des Getreidebaus, dem Regenwurm!

Ursprünglicher Beitrag: 

„Wären die Regenwürmer eine Nation, dann wäre diese der weltweit viertgrößte Getreideproduzent .“ Was für ein geniales Bild hat die Zeitschrift „Science“ da entworfen, um die elementare Rolle von Regenwürmern für die Produktion von Lebensmitteln zu verdeutlichen. Und hier gleich noch eins aus dem selben Beitrag: Eine Scheibe in jedem Laib Brot haben wir der Leistung von Regenwürmern zu verdanken.

Was genau steckt dahinter? Eigentlich wissen wir es alle: Regenwürmer fressen abgestorbene Pflanzenteile und scheiden die Reste als winzige Klumpen wieder aus. Damit beschleunigen sie zum einen die Arbeit von Mikroben beim Umsetzen von Pflanzenabfällen, machen Nährstoffe also schneller wieder verfügbar. Zum anderen sorgen sie mit ihren Gängen und eben auch mit den kleinen Kotklumpen für eine lockere, poröse Bodenstruktur.

Die hat in Zeiten des Klimawandels einen unschätzbaren Wert: Hier kann nicht nur Luft durch, sondern vor allem Wasser in den Boden eindringen. Beides verbessert die Durchwurzelung des Bodens mit Pflanzen, und das Versickern beugt zudem noch Erosion, Überflutungen und Hochwasser vor.

Die katalysatorischen Fähigkeiten des Wurms sind so groß, dass die Forscher ihnen rund 7 Prozent der weltweiten Ernte an Reis, Weizen, Mais und anderem Getreide zuschreiben.

Wäre der Regenwurm nicht so ein zutiefst erdgebundenes Lebewesen, man müsste ihn in die Luft werfen und hochleben lassen.

Was könnten wir statt dessen für ihn tun? Weniger Agrochemie, schlagen die Wissenschaftler vor. Böden weniger verdichten, lautet sicher ein anderer Rat – also weniger mit schweren Maschinen befahren. Weniger pflügen ist ebenfalls angeraten, weil die Würmer „auf Traktoren, die sie halbieren, nicht so gut reagieren“, wie ein verantwortlicher Wissenschaftler sagt.

Das vermeintliche Wissen, dass man Regenwürmer in der Mitte durchtrennen kann, und sie überleben trotzdem, ist zwar nicht gänzlich falsch – sie haben unglaubliche Fähigkeiten zur Regeneration von Körperteilen -, aber bestimmte Organe können eben nicht neu gebildet werden. Oder es kommt zu Fehlbildungen, und die Würmer gehen elendig ein.

In Deutschland sind ungefähr 45 Arten an Regenwürmern bekannt, darunter zum Beispiel der Kompostwurm oder der Tauwurm. Jeder Gartenbesitzer kann ihnen ein wohliges  Zuhause bieten und bekommt dafür tausendfachen Dank.

Den Beitrag der Zeitschrift „Science“ in englischer Sprache über den Regenwurm findet Ihr hier

Und hier findet Ihr einen Artikel darüber in deutscher Sprache in der Zeitschrift „Spektrum“

Bildquelle: (c) Hans/Pixabay




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