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Donnerstag, 07. Oktober 2021

07. Oktober 2021, 17:15    Webmaster

Deutsche Wildtier Stiftung: „Weg mit Laubbläsern – zurück zu Harke und Besen“


Wenn im Herbst die Blätter fallen, dann kommen sie wieder zum Vorschein: Die Laubbläser und die Laubsauger. Die Deutsche Wildtier Stiftung hat dazu eine Pressemeldung veröffentlicht.

Pressemeldung Deutsche Wildtier Stiftung: Weg mit Laubbläsern – zurück zu Harke und Besen

Fünf Gründe, warum der Laubbläser (und auch der Laubsauger) endgültig in die Schuppenecke gehört
 
Der Herbst ist da: Leise fallen die Blätter und bedecken Straßen und Bürgersteige, Rasen und Beete in Parks und Gärten. Das ruft diejenigen auf den Plan, die der Meinung sind, öffentliche Anlagen und private Vorgärten müssten penibel von der Blätterlast befreit werden. Müssen sie wirklich? „Nur, wenn es darum geht, dass auf öffentlichen Wegen kein Mensch gefährdet wird“, sagt Jenifer Calvi, Pressereferentin der Deutschen Wildtier Stiftung. Nasse Blätterschichten sind eine rutschige Angelegenheit; Städte und Kommunen haben die Pflicht, dafür zu sorgen, dass ihre Bürger sicher auf öffentlichen Wegen unterwegs sind.
Das ging bis Ende der 90er-Jahre mit dem guten alten Besen, dem Rechen oder einer Harke. Seitdem scheint der Laubbläser des Deutschen liebstes Kind, wenn es um die Beseitigung des Herbstlaubes geht. Beliebt ist auch der Laubsauger, der die Blätter gleich im Inneren zerhäckselt. „Beide Varianten sind aus Sicht des Umwelt- und Artenschutzes unvertretbar“, sagt Jenifer Calvi. Denn Laubbläser pusten mit einer Luftgeschwindigkeit von bis zu 250 Stundenkilometern – und nebenbei: Das ist schon Orkanstärke – nicht nur Äste und Blätter von Rasen und Wegen.
Mit dem Laub werden Spinnen, Insekten und sogar Kleinsäuger wie Jung-Igel oder Mäuse 70 Meter pro Sekunde durch die Luft geschossen. Auch die Lautstärke von über 100 Dezibel – das entspricht dem Lärm eines Presslufthammers – ist nicht nur für menschliche Ohren eine Zumutung, sondern für Wildtiere eine Belastung.
Und in Laubsaugern werden mit den pflanzlichen Teilen die eingesogenen Tiere gleich mit zerstückelt: „Auf diese Weise werden viele, darunter auch seltene Insektenarten, Jahr für Jahr zerschreddert.“ Zudem fehlt mit den früher üblichen Laubteppichen auf Wiesen und Laubhaufen in den Gärten wertvoller Lebensraum für Wildtiere, die jetzt auf der Suche nach ihrem Winterschlafplatz oder lebenswichtiger Nahrung sind. Damit Igel, Spitzmaus, Erdkröte, Schmetterling, Marienkäfer, Ringelnatter oder Molch im Winter ein Zuhause beziehen können und Nahrung finden, fordert die Deutsche Wildtier Stiftung daher, auf diese Geräte zu verzichten.

Calvi: „Laub gehört zum Nährstoffkreislauf und fördert die Biodiversität.“

 
Fünf Gründe, den Laubbläser im Schuppen zu lassen – oder bestenfalls gar nicht erst anzuschaffen:
  1. Wer Harke und Besen nutzt, um das Laub zusammenzukehren, tötet keine Spinnen und Insekten oder zerstört die Rückzugsorte von Mäusen, Igeln und Insekten.
  2. Laub auf Beeten und unter Hecken und Sträuchern schützt den Boden vor dem Austrocknen.
  3. Aus Laub im Komposthaufen machen Regenwürmer, Milben und Bakterien Komposterde, die im nächsten Jahr wertvolle Nährstoffe für Blühpflanzen und den eigenen Gemüseanbau liefert.
  4. Es kommt zu weniger CO2-Ausstoß und weniger Feinstaubbelastung.
  5. Wer den Laubbläser auslässt, kann frische Herbstluft atmen und die bunten Herbstblätter leise und sachte zu Boden fallen hören.

 

Quelle: Deutsche Wildtier Stiftung

Bildquelle: (c)Rudy and Peter Skitterians auf Pixabay




Ursula Löffler schrieb:


Ich stimme dem Artikel „Weg mit Laubbläsern“ vollkommen zu.

Anfügen möchte ich hier noch folgendes: Selbstverständlich müssen öffentliche Wege etc. aus Sicherheitsgründen von nassem Laub freigehalten werden. Hier ist leider zu beobachten, dass bei der Entfernung mit Laubbläsern Laub incl. Staub, Steinchen, Schmutz etc. in den Parkwiesen oder gar auf privaten Grundstücken landen. Auch muss der aufgewirbelte Staub und Schmutz von Passanten hingenommen und Staub sogar eingeatmet werden. Diese Situation hat nichts mit Reinigung zu tun, sondern ist abgesehen von Ihrem Bericht, auch eine Belästigung von Passanten und eine Verschmutzung anderer Flächen.

Noch ein kleiner persönlicher Zusatz: Unser Nachbar reinigt regelmäßig seinen Plattenweg an unserer Grundstücksgrenze mit einem Laubbläser. Gegen das Sonnenlicht sieht man deutlich, wieviel aufgewirbelter Staub in unserem Garten landet.

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