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Montag, 06. Mai 2024

Scrollicon
Eine gefleckte Nacktschnecke kriecht an einer stockig ausschauenden Wand
06. Mai 2024, 17:56    office@wildes-bayern.de

Ein wenig zwielichtig und schmierig: Der Bierschnegel


Unter uns Menschen nehmen die Liebhaber des Bieres ja gefühlt eher zu als ab. In der Tierwelt hingegen gibt es einen Vertreter, der am Verschwinden zu sein scheint… oder macht er sich einfach unsichtbar, weil er das zwielichtige, schlüpfrige Milieu liebt, eine nächtliche Lebensweise pflegt und sich noch dazu gerne in feuchte Keller verdrückt?

Die Rede ist vom Bierschnegel (Limacus flavus) – und ja, den gibt es wirklich. Soviel ist bekannt, viel mehr aber auch nicht, denn er wird eben selten gesehen. Fachleute vermuten jedoch, dass es unentdeckte Bestände dieser Nacktschnecke gibt und wollen ihm jetzt mittels „Citizen Science“ auf die Schleimspur kommen. Das Rote-Liste-Zentrum des Bundesamts für Naturschutz hat ihn quasi zur Fahndung ausgeschrieben.

Hier das Phantombild des Gesuchten – aufgrund seiner keller-afinen Lebensweise im gammligen Milieu sieht er natürlich nicht besonders gesund aus. Offizielle Beschreibung: „bis zu 10 cm lang, mit blaugrauen Fühlern und einen gelb-grünen oder orange-braunen, gefleckten Körper mit einer weißen Kriechsohle.“ Klingt schon nicht so attraktiv, es wird aber noch schlimmer: gelber Körperschleim! Weiter: „Wie bei vielen Vertretern der Schnegel befindet sich das Atemloch des Bierschnegels hinter der Mitte des Mantelschildes, bei anderen Nacktschnecken sitzt es davor.“

Wer ihn finden will, sollte zwischen 23 Uhr und 3 Uhr auf die Suche gehen –  Bierschnegel sind ausschließlich nachtaktiv. Sie kommen im menschlichen Siedlungsbereich, insbesondere in alten Orts- und Stadtkernen vor, wo es feuchte Keller mit unverputzten Mauern gibt. Bei ausreichend Feuchtigkeit lebt der Bierschnegel auch in unverfugten Mauern entlang der Fließgewässer. Seltener kommt er in Gärten und Nebengebäuden vor, denn er kommt gar nicht auf die Idee, sich gesund von vitaminhaltigen Gemüsen zu ernähren. Auf seinem Speiseplan stehen hauptsächlich Schimmelpilze, Flechten und Algen, aber auch eingelagerte Kartoffeln oder Pflanzenzwiebeln verschmäht er nicht. Seinen Namen verdankt der Bierschnegel übrigens seiner Vorliebe für Bier.

Wer also wissen will, ob er einen Bierschnegel im Keller hat, könnte ihn damit anlocken, er sollte aber bitte unbedingt darauf achten, dass das Tier nicht im Suff ertrinkt – wie gesagt, der Bierschnegel ist äußerst selten.

Mehr Infos und Meldemöglichkeiten findet Ihr hier und hier

Bildquelle: Maderibeyza/CC BY-SA 3.0




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