Blogpost
Dienstag, 01. März 2022

01. März 2022, 04:22    Webmaster

Gänsehaut der Berge


Es klingt eigentlich perfekt nach Gutmenschentum, was der „Arbeitskreis Bergwald“ oder „Haut der Berge“ aus dem Tegernseer Tal auf seiner Homepage so schreibt: Schutz von Ruhezeiten für Wildtiere, Ablehnung nächtlicher touristischer Events… Aber die Umsetzung birgt eine perfide Ironie, die uns glatt die Sprache verschlägt. Um sein Ziel zu erreichen, bringt der Arbeitskreis unter anderem Schilder an Bergsteigen an. Zu sehen sind Auerhahn und Gams und ein dickes, rotes Verbotsschild, Untertext: „Dies ist unser Zuhause, bitte nicht weitergehen!“ Darunter die Logos von „Haut der Berge“ und dessen Kooperationspartner, den Bayerischen Staatsforsten.

(c)Wildes Bayern – Kollage Staatsforsten / Haut der Berge)

Hat hier jemand von „Haut der Berge“ nicht richtig aufgepasst, oder hat man sich bloß sauber einwickeln lassen? Denn so ein Schild findet sich auch an einem Steig, der schnurstracks ins Schonzeit-Aufhebungsgebiet Langenau-Nord führt. Will heißen: Das Unternehmen Bayerische Staatsforsten bittet Wanderer um Rücksicht aufs Wild und Umkehr, während die eigenen bewaffneten Mitarbeiter in aller Ruhe weiter geradeaus marschieren und bis zum Sommer über ein Dutzend Gams, Rehe und Hirsche schießen. Schonzeit-Aufhebung ist leider das Gegenteil von Schutz der Ruhezeiten des Wildes. Die Jagd macht hier keine Pause, auch nicht in der Notzeit im Hochwinter und im Frühjahr – umso besser, wenn kein Wanderer zuschaut. Für uns bekommt die „Haut der Berge“ da ganz schön hässliche Pickel.

 

Bildquelle: (c)Wildes Bayern - Kollage Staatsforsten / Haut der Berge)




Volker Hartwig schrieb:


Ähnliches trifft man auch im NP Bayer. Wald an. Dort stehen überall an den Einstiegen der Wanderwege, außerhalb der Kernzonen, wo kein Betretungsverbot auf der Fläche gilt, Schilder, die darauf hinweisen, daß man zum Schutz der Wildtiere die Wanderwege nicht verlassen soll. Gleichzeitig wird aber hier überall ge-kirrt, was das Zeug hält und massiv auf Rotwild gejagd, obwohl mittlerweile nachweislich mehrere Wolfs-rudel und einige Einzeltiere dort aktiv jagen. So sieht aktive Wolfsvermeidungspolitik aus!

Antworten
Schreibe einen Kommentar zu Volker Hartwig Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.









Aktuelle Informationen



Unser Wildtier der Woche: Der schöne, scheue Schwarzstorch Wann haben Sie Ihren letzten Schwarzstorch gesehen? Ich, ehrlich gesagt, noch nie. Das mag daran liegen, dass die großen, schwarzen…

Samstag, 25. Juni 2022
Jetzt lesen
Glyphosat im Honig: Landwirt haftet für Pestizideinsatz Ein Imkerpaar in Brandenburg hat fast 15.000 Euro Schadenersatz zugesprochen bekommen, weil sein Honig mit Glyphosat verunreinigt wurde. Das berichtet…

Freitag, 24. Juni 2022
Jetzt lesen
Naturnahe Weidelandschaften - Exkursion zu alten Allmendweidesystemen Wo tobt das Leben und die Biodiversität? Auf extensiven Weiden. Diese Landschaftstypen gehören heute zu den seltensten und artenreichsten Lebensräumen,…

Freitag, 24. Juni 2022
Jetzt lesen

Mitglied werden