Das Insektizid Acetamiprid, das einzige noch in der EU für den Freilandeinsatz zugelassene Neonikotinoid, ist für bestimmte Insekten über 11.000-mal giftiger, als die vorgeschriebenen Empfindlichkeitstests, zum Beispiel an Honigbienen, vermuten lassen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Hohenheim in Stuttgart.
Wissenschaftler haben das Mittel an Weichwanzen getestet, einer großen, ökologisch wichtigen Insektengruppe, die aber besonders empfindlich auf Insektizide reagiert. Dabei zeigte sich, dass bereits geringe Mengen – wie sie am Feldrand durch Abdrift oder Oberflächenkontamination entstehen – zu massiven Rückgängen dieser empfindlichen Tiere führen.
Das Fazit der Forschenden: Die aktuelle Risikobewertung von Pestiziden in Europa muss dringend reformiert werden, um langfristige Gefahren für Insektenpopulationen und die biologische Vielfalt auszuschließen.
Die ausführliche Pressemitteilung zu der interessanten Studie findet Ihr hier
Bildquelle: Jan Erik Sedlmeier
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