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Dienstag, 23. Juli 2024

Scrollicon
Ein Adlerhorst in einer Felswand mit einem toten Jungadler darin
23. Juli 2024, 12:35    office@wildes-bayern.de

Letzter Jungadler im Landkreis Garmisch tot


Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gibt es 14 etablierte Steinadler-Paare. In diesem Jahr schaffte es nur ein einziges Paar, die Jungen bis zum Flüggewerden aufzuziehen. 1 von 14.! Das ist alpenweiter Negativ-Rekord. Auch das Adlerpaar am Kienjoch hatte einen Jungadler im Horst, der noch vor ein paar Tagen dabei gefilmt wurde, wie er an einem Knochen herumkaute.

Inzwischen ist der Jungadler tot. Die Drohnenaufnahme der Vogelschützer zeigt, wie leer der Horst ist. Statt Resten der Baby-Mahlzeiten – nichts. Ob der tote Adler geborgen und in der Folge untersucht wird, darf bezweifelt werden. Bereits im Winter deutete ein Vertreter der Vogelwarte Garmisch-Partenkirchen an, dass man keine weiteren Untersuchungen zu Steinadlern machen werden, weil: kein Budget, kein Interesse und man wisse ja schon alles. Vermutlich sind es also die „Störung durch Touristen“ und der „späte Wintereinbruch“ im Frühjahr, der den Bruterfolg der Adler in Bayern beeinträchtigen.

Was geflissentlich bei der Vogelwarte Garmisch, die die Adlerbeobachtungen in West-Oberbayern koordiniert, beschwiegen wird, ist das Thema Adler-Ernährung. Gerade die Jungadler brauchen Jung-Gämsen als saftige Adler-Baby-Nahrung. Und da könnte man vielleicht auf die Idee kommen, dass die jahrzehntelange Schonzeitaufhebung zum Beispiel im Revier des Adlerpaares am Kienjoch irgendeine Verknüpfung mit dem Bruterfolg hätte? Die Begründung für die große Fläche, die von allen Beutetieren des Adlers freigehalten werden muss, zeigt: An den Adler haben die Förster nicht gedacht.

Just jetzt wird an der neuerlichen Verlängerung der Schonzeitaufhebungs-Verordnung gebastelt, diesmal mit dem allerhöchsten Segen des Präsidenten des Bayerischen Jagdverbandes! Nachdem bereits der LBV und der BN stramm die Linie der Forstlobby Bayerns vertreten, ist nun wohl ein weiterer Verband auf diesen Kurs eingeschwenkt. Ein Trauerspiel für Wild und den Naturschutz.

 

Bildquelle: privat




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