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Freitag, 10. Februar 2023

10. Februar 2023, 06:21    office@wildes-bayern.de

Nationalpark: “Effizientes Management” von Rotwild gescheitert


Wenn ein Nationalpark sich von einer fachfremden Behörde sagen lassen muss, wie er mit den Tieren auf seinem Gebiet umgehen soll, dann liegt wohl einiges im Argen. Tut er das dann auch noch klaglos und willig, riecht das Ganze echt fischig.

Der Nationalpark Berchtesgaden – oberste Naturschutz-Kategorie, eigene Naturschutzbehörde, eigene Jagdbehörde – ist laut Süddeutscher Zeitung (SZ) vom Obersten Rechnungshof (ORH) dazu verdonnert worden, mehr Rot- und Rehwild zu töten. Und hat dem quasi beigepflichtet.

Gemeinschaftliche Erkenntnis der beiden ist, dass speziell die Rotwildbestände rund um den Königssee “explodiert” sind. Statt der von Ökologen gewünschten 155 stehen  400 Hirsche in den Bergen rund um St. Bartholomä und Reitl, heißt es im Artikel. Eine echte Überraschung für jeden, der sich das “Management” oder besser die unbeholfenen Versuche der letzten Jahre mit ansehen musste. Die Katastrophe hatte sich lautstark angekündigt und war auch im eilig anberaumten “Huftierforum” nach den Fund der verhungerten, vermutlich mutterlosen Kälber  schon ein Thema. Solange das Rotwild in den Randzonen schonend, aber effektiv bejagt wurde, blieben die Bestände auch weitgehend auf konstantem Niveau. Nachdem sich die jagdlichen Zuständigkeiten im Park verlagert hatten und Drückjagden und allgemeiner Jagddruck zunahmen, wichen die klugen Tiere aus. Schon damals schwebte durch einige Köpfe die Vorstellung von Tötungsgattern.

Jetzt solle der Nationalpark seine Wildfütterungsstrategie überdenken, und die Wildbestandsregulierung soll “unter Ausschöpfung aller rechtlichen und personellen Möglichkeiten erfolgen”, so ein ORH-Sprecher laut SZ. Die Zeitung spinnt den Gedanken gleich weiter, denn da gibt es ja “durchaus Möglichkeiten”, wie der Autor frohlockt: Die besagten Gatterabschüsse zum Beispiel. “Dabei wird das Rotwild, das im Umfeld einer Fütterung erlegt werden soll, in ein Gatter abgesondert und dann binnen kurzer Zeit Stück für Stück per Kopfschuss getötet.” Wie derartige Gatterabschüsse ablaufen, zeigt uns das Beispiel aus Kaisers. Von schmerzlosen Kopfschüssen kann nur faseln, wer die Realität bewusst oder aus Unkenntnis ausblendet.

Bildquelle: (c)be-outdoor.de Petra Sobinger - Fütterung am Königssee, Symbolbild (c)be-outdoor.de Petra Sobinger - Fütterung am Königssee




Gamsbart schrieb:


Gibt es genaueres was da „im Argen“ liegt? Habe erst kürzlich mit einem aktuell zuständigen Berufsjäger gesprochen. Es gibt wohl deren drei im Park.

Antworten
Ludwig Fegg schrieb:


Einen guten, gangbaren Weg suchen. Für Wald, Wild und Mensch!

Rechnungshof fordert schärfere Jagd im Nationalpark Berchtesgaden
(SZ vom 09.02.2023 online-Version)

„Schärfere Jagd?“ oder ganz einfach eine an die Jahreszeiten und die Gegebenheiten angepasste und während der allgemeinen Jagdzeiten stattfindende Jagd?!

Der ORH hat offensichtlich festgestellt, dass vor allem am Königssee zu viele Hirsche, Rehe und Gämsen unterwegs sind.

Aber vor allem geht es für den Nationalpark um den ordnungsgemäßen Umgang mit Steuergeldern, aus dem sie sich finanzieren! So geht es auch nicht nur um das Thema Jagd, sondern um alle möglichen weiteren Themen, um den Haushalt des Schutzgebietes, um das Management und die Forschungsprojekte.
Doch der Bericht der Prüfer ist unter Verschluss!

Ein Teil des Prüfungsberichts, nämlich genau der bezüglich der Jagd scheint offen zu liegen? Und ein anonymer Förster, der die „Situation im Nationalpark gut kennt, sagt aus, dass das Rotwild überhand nimmt.“ Sehr geheimnisvoll?

Nach aktuellen Zählungen leben um die Wildfütterungen auf der Halbinsel St. Bartholomä und Raitl ungefähr 400 Stück Rotwild.

Und hier liegt auch der Knackpunkt! Sie werden gezwungen hier den Bergwinter über zu bleiben! Das ist eine Entscheidung die wir Menschen vor Jahrzehnten getroffen haben. Wir haben damals ja gesagt, zu einer unserer größten und imposantesten Wildtierarten, die wir in Bayern haben! Wir haben dem Rotwild zugesagt, ihm das Überwintern im Bergwald zu ermöglichen. Eigentlich möchte das Rotwild in die Pidingerau, in die Saalachauen, ja bis hinaus in die Münchner Isarauen auf jahrhundertealten Fernwechseln ziehen und dort in Ruhe den Winter über bleiben.

Nun haben Ökologen des Nationalparks Berchtesgaden eine Obergrenze von 155 Stück Rotwild ausgerechnet.

Dazu einige Fakten und Informationen. Diese stammen aus „Schriften des Arbeitskreises für Wildbiologie und Jagdwissenschaft an der Justus Liebig-Universität Gießen Lahn, Heft 4 von Professor Dr. A. Herzog und Professor Dr. R.R. Hofmann unter Mitarbeit von W. Nerl, Forstdirektor i.R. aus dem Jahr 1978.

Seite 5, Punkt 1.3
„Die in der Nationalparkdiskussion besonders in der Tagespresse immer wieder emotionell abgehandelte Frage des Schalenwildes muß vor dem Hintergrund einer seit 1974 in der Bundesrepublik laufenden Kampagne gegen Wild und Jagd gesehen werden. Mit den immer gleichen, aus speziellen Fällen grob verallgemeinerten Argumenten wird versucht, eine offenbar wild- und jagdfreundliche Öffentlichkeit in einer Frage ideologisch zu beeinflussen, die ausschließlich mit sachlich und wissenschaftlich gut fundierten Maßnahmen angegangen werden sollte.“

Seite 6:
„Seitdem vergeht kaum eine Gelegenheit, in der nicht behauptet wird, das Wild zerstöre unsere Wälder und müsse ganz erheblich dezimiert werden.“

Seite 7:
„So ist aber ebenso der zwingende Auftrag erteilt, durch Hegemaßnahmen die Wildtiere gesund zu erhalten und ihre Lebensgrundlagen zu sichern!“
„MEINE MEINUNG: WIR HABEN DEM ROTWILD SEINE ANGESTAMMTEN WINTERÜBERLEBENSRÄUME GENOMMEN!“

„Wir sind der Ansicht, daß diese Widersprüche in den Auffassungen über ökologische Prioritäten und Wechselwirkungen weder auf Kosten des Waldes, ebensowenig aber auf Kosten des Wildes gelöst werden dürfen.“
„MEINE MEINUNG: „WALD MIT WILD – DERZEIT IN BAYERN: WALD VOR WILD“.

Seite 11:
Die Gesamtfläche des NP Berchtesgaden beträgt rund 21.000 ha.

Seite 23:
Die gesamte Rotwildfläche des damaligen Rotwildringes Berchtesgaden beträgt 32.000 ha, davon liegen in der Kernzone, d.h. im Nationalpark Berchtesgaden ca. 17.942 ha.

Seite 41:
Die Gesamtpopulation des Rotwildes wurde aber erst nach der Gründung des Rotwildringes 1969 in sinnvoller Weise nach anerkannten Bewirtschaftungsmethoden bejagt. Dabei wurde besonderer Wert auf die Herstellung eines naturnahen Geschlechterverhältnisses von 1 :1 bzw. sogar 1,2 :1 (durch erhöhten Kahlwild- und Kälberabschuß) und eine richtige Altersklassengliederung gelegt.
MEINE MEINUNG: ALTERSKLASSENGLIEDERUNG des Nationalpark Berchtesgaden – dringend zu hinterfragen!

Seite 44:
Der Einfluß des Wildes auf das auf uns überkommene Ökosystem des Nationalparks Berchtesgaden sollte weder dramatisiert noch verniedlicht werden, und keinesfalls soll hohen Schalenwildbeständen das Wort geredet werden. Es soll aber auch daran erinnert werden, daß „Wildschäden“ durch Pflanzenfresser eine normale Funktion des ökologischen Gleichgewichts sind, denn ohne Beeinträchtigung der Pflanzen des Waldes durch diese Tiere braucht man von Ökosystem überhaupt nicht zu reden.“
Seite 46:
Es gehört zu den traditionellen Besonderheiten dieser Forstämter, daß erfahrene Berufsjäger zum normalen Personalstand gehört haben und auch weiterhin gehören. Die sechs Berufsjäger, die mit den Gewohnheiten und den Einständen des Wildes am besten vertraut sind, haben in der Jagdzeit 1976/77 den größten Teil des Hege- und Reduktionsabschusses selektiv und in Einzeljagd durchgeführt. Dabei wurde übrigens schon seit langem, auf ein diskretes Vorgehen besonderer Wert gelegt – sowohl um das Wild nicht zu beunruhigen, wie auch der Öffentlichkeit kein Schauspiel zu liefern, die vielfach die Notwendigkeit sachgerechter Hegeabschüsse nicht einsehen will.“
„So wird zum Beispiel nach hohem Schneefall ermüdetes Wild nicht bejagt.
MEINE MEINUNG: Frage: Wie wird im Nationalpark Berchtesgaden dies heute bewertet und durchgeführt?

Seite 46-47:
Der derzeitige Forstamtsleiter Dr. Reindl betont, daß der 115%-ig erfüllte Reduktionsabschuss des Jahres 1976/77 nachhaltig gewirkt hat .
Der derzeitige Rotwildbestand (Frühjahr 1977) liegt bei 595 Stück.
Seite 47:
Von den 11 Fütterungen werden nicht alle gleichmäßig angenommen, eine Reihenfolge der Frequentierung durch jeweils 10 – 106 Stück Rotwild ließ sich wie folgt ermitteln: Wimbach, Hintersee, Bartholomä, Raitl, Schappach, Bergwald, Sallet, Eckau, Standgraben, Ronner und Roint.
MEINE MEINUNG: Mehr Fütterungen auf der Fläche vermindern Wildschäden, zukünftige Probleme mit großen Beutegreifern und ganz entscheidend auch die Verbreitung von Krankheiten.
Damit wäre Wald und Wild gedient.

Seite 53:
Die „Sommeräsung“ wird von allen ortskundigen Fachleuten als überreichlich angesehen, selbst wenn „die doppelte Zahl Rotwild (damals 595 Stück) vorhanden wäre“.
„Die Talwanderungen des Rotwildes sind vom Wintereinbruch abhängig und beginnen mit dem ersten schweren Schneefall bis 30 cm Höhe“.
„Während dieser 3-4 monatigen Periode nimmt das Wild seinen Einstand in erreichbarer, aber keineswegs unmittelbarer Nähe der Fütterungen, deren Zahl (damals 11 – heute 4?) und Platzierung eine Verteilung der Population auf einem großen Teil der tiefer gelegenen Fläche des NP induziert“.
MEINE MEINUNG: Mehr Fütterungen auf der Fläche, mit all seinen Vorteilen für Wald und Wild.
Seite 91:
„Die beiden berühmtesten Nationalparke Polens, Kampinos (22353 ha) und Bialowieza (5069 ha) sind Paradebeispiele sogfältiger und wissenschaftlich geförderter und kontrollierter Wiederansiedelung großer Pflanzenfresser – des Elches und des Wisents. Beide Arten stellen erhebliche Anforderungen an den Pflanzenwuchs, da sie auch in weit stärkerem Umfange schälen als Rotwild. Dennoch werden beide Arten auch in den an die Nationalparke angrenzenden Wirtschaftswälder geduldet und konstruktive waldbauliche Maßnahmen ergriffen, um ihre Ernährung sicherzustellen“.

Seite 94:
„Wenn man, wie das mehrfach diskutiert wurde, das Rotwild des NP innerhalb eines Zaunes „dem Bergwinter überlässt“, d.h. die Fütterungen in den Tallagen einstellt,… bedeutet das nicht nur ein „Hirschsterben“, wie im Schweizer Nationalparkbereich, sondern die totale Liquidierung der Rotwildpopulation des NP“.

Seite 95:
„Wir sprechen uns mit Nachdruck gegen eine sog. intensive Kontrolle im Wintergatter aus. (Wintergatterabschuss) Hungriges Wild, ob krank oder nicht krank, im Winter in Gatter zu locken und dann selektiv zu liquidieren, ist zwar die einfachste, aber zugleich die verwerflichste Art der Wildbestandskontrolle, auch in einem Nationalpark!
Hier wird nicht moralische Entrüstung aufgeboten; ethologisch fundierte und tierschützerisch klar vertretbare Gründe sprechen gegen derartige Manipulationen. Angesichts der topographischen und klimatischen Bedingungen des NP Berchtesgaden muß die mit jagdlichen Methoden durchgeführte Bestandsregulation praktisch das ganz Jahr über stattfinden. Bei sachkundiger Durchführung wird das normale Verhalten (und damit die Sichtbarkeit des Wildes für den Besucher) dadurch nicht beeinträchtigt.
MEINE MEINUNG: Selektive, ruhige Einzeljagd durch erfahrene Berufsjäger, während der gesetzlich festgelegten Jagdzeiten. Nicht im oder um den Wintereinstand, wenn das Wild Ruhe benötigt und die Jagd sowohl dem Wild, als auch dem Wald massiv schadet.

Seite 96:
Das Rotwild muß in seinem Bestand reguliert werden.
Der derzeitige Sommerbestand von ca. 750 Stück (Winterbestand 595) auf ca. 380 Stück verringert, bzw. den jeweiligen Winterbestand auf ca. 300 Stück.
Ein derartiger Bestand würde sich auf die vom Rotwild beäste Fläche in einer theoretischen Dichte von ca. 2,1 Stück je 100 ha im Sommer (Juni bis Dezember) und ca. 1,7 Stück pro ha im „Winter“ (Januar bis Juni) verteilen.
MEINE MEINUNG: Damit ist erkennbar, welche Wilddichte, bzw. eigentlich Wilddünne die Reduktion auf 155 Stück Rotwild bedeuten würde. Um Sozialstrukturen zu bewahren benötigt das Rotwild eine Bestandsdichte von 3-4 Stück je 100 ha.

Ich hoffe mit diesen Zeilen eine konstruktive und ehrliche Bearbeitung der Thematik zu fördern.
Das Rotwild, nein nicht nur das Rotwild, alle Tiere liegen mir und ich bin sicher, auch den meisten Mitbürgern am Herzen.

Ein Nationalpark sollte die Gefühle und Empfindungen der heimischen Menschen erreichen. Sie und ihre Vorfahren leben hier seit Jahrhunderten und sie wollen einen guten Umgang mit ihrer Heimat, den Wäldern und den darin lebenden Wildtieren.

So sehe ich auch, dass die Petition https://www.rettet-das-rotwild.de dringend der Unterstützung bedarf. Jeder Natur- und Tierfreund, jeder Fischer, Jäger, einfach jeder der sich in unserer bayerischen Landschaft bewegt, sollte diese mit seinen Familien, Freunden und Bekannten unterschreiben und weiter verbreiten. Helfen Sie mit, danke!

Könnte sich Rotwild artgerecht verhalten, würde es sich stetig neuen Lebensraum suchen. Hirschkuh Hanna und ihre Artgenossen wechseln zwischen Sommerquartieren in Wäldern oder im Mittelgebirge sowie in tiefer gelegene Gebiete, um dort zu überwintern. Junge Hirsche wandern sogar mehrere Hundert Kilometer weit, um sich neuen Lebensraum zu suchen. Doch dieses natürliche Verhalten wird durch die Eingrenzung der sehr kleinen Rotwildgebiete sowie fehlende Verbindungskorridore stark eingeschränkt. So bleibt dem Rotwild nichts anderes übrig, als nur noch in kleinen Gebieten zu leben. Vor rund 50 Jahren wurde die Landesfläche in Bayern in Rotwildgebiete und sogenannte rotwildfreie Gebiete aufgeteilt. In den rotwildfreien Gebieten (86 % der bayerischen Landesfläche) müssen die Tiere geschossen werden.
Grüße aus Berchtesgaden und Waidmannsheil
Ludwig Fegg
http://www.wald-wild-mensch.de
Bitte beachten Sie hier die Sammlung von Leserbriefen und Vorkommnissen der letzten Jahre unter dem Button „Publikationen“.

Antworten
Ludwig Fegg schrieb:


Ergänzung der Quellenangabe:

Titel:
“Zur Entwicklung und Regulierung der Wildbestände
im Nationalpark Berchtesgaden”

„Schriften des Arbeitskreises für Wildbiologie und Jagdwissenschaft an der Justus Liebig-Universität Gießen Lahn, Heft 4 von Professor Dr. A. Herzog und Professor Dr. R.R. Hofmann unter Mitarbeit von W. Nerl, Forstdirektor i.R. aus dem Jahr 1978.

Antworten
Ludwig Fegg schrieb:


Heute habe ich nachstehende e-mail an die Redaktion des Berchtesgadener Anzeiger und interessierte Kreise verschickt.
Mehrere politische Mandatsträger befinden sich in diesem Verteiler, ich habe sie nicht persönlich angesprochen, sondern mit eingebunden in den Kreis der Natur- und Tierfreunde!

Grüß Gott Herr Pfeiffer,
sehr geehrtes Redaktionsteam des Berchtesgadener Anzeiger,
sehr geehrte Natur-und Tierfreunde, waidgerechte Jägerschaft und Fischer,

zunächst mein Dank an Sie Herr Pfeiffer, dass Sie die Daten und Fakten meiner Fragen und Angaben beim Gamsvortrag im Haus der Berge in Ihrem Artikel vom 08. Februar 2023 benennen.
Ja, es waren vor ca. 200 Jahren 4000 bis 5000 Gams im Berchtesgadener Gebiet.
Auch dass beim Forstbetrieb Berchtesgaden das Gamswild erst seit 3 Jahren einem wissenschaftlichen Monitoring unterliegt ist richtig.
Die seit 1995 angenommenen „Bestandszahlen“ waren Annahmen aus den Abschussdaten. Berchtesgaden ist umgeben von österreichischen Jagden mit gutem Gamsbestand. In das entstandene bayerische Abschussvacuum zogen die österreichischen Gams nach und so konnten über Jahrzehnte hier hohe Abschusszahlen erzielt werden.
Tatsächlich haben die Bayerischen Staatsforsten, die für 80 Prozent aller Gamslebensräume in den bayerischen Alpen verantwortlich sind, aber erst seit 3 Jahren auf Druck von Wildtierschützern (Deutsche Wildtierstiftung und Wildes Bayern e.V.) mit einem Gams-Monitoring begonnen.
Die Alpengämse gehört zu den wenigen Arten in der EU, die dem Schutz der FFH-Richtlinie unterliegen und gleichzeitig durch Jagd genutzt werden dürfen. Die Voraussetzung für die nachhaltige Nutzung dieses Wildtieres ist ein tragfähiges Monitoring, das den günstigen Erhaltungszustand der Art belegt.

GAMSWILD ‌– Die Einflüsse von Lebensraum und Klimawandel – siehe nachstehenden link:
https://www.youtube.com/watch?v=WGqMXB6lm00
Ab ca. Minute 58.55 konnte ich persönlich Fragen stellen. Schade, dass die Diskussion plötzlich beendet wurde.

Die entscheidenden Fragen, bezüglich Jagdzeiten, Jagdmethoden, Schonzeitaufhebungen und Ausweisung von Sanierungsgebieten im Nationalpark Berchtesgaden konnten so nicht diskutiert werden.

Weitere Informationen und Fakten unter nachstehendem link:
https://www.deutschewildtierstiftung.de/naturschutz/gaemse-der-konflikt-in-bayern

Ein zweites aktuelles Ereignis in Zusammenhang mit dem Nationalpark Berchtesgaden:

https://www.sueddeutsche.de/bayern/nationalpark-berchtesgaden-rotwild-jagd-koenigssee-rechnungshof-bayern-1.5747547

Der Nationalpark Berchtesgaden – oberste Naturschutz-Kategorie, eigene Naturschutzbehörde, eigene Jagdbehörde – ist laut Süddeutscher Zeitung (SZ) vom Obersten Rechnungshof (ORH) dazu verdonnert worden, mehr Rot- und Rehwild zu töten. Und hat dem quasi beigepflichtet.

Dazu habe ich interessante Aussagen,Fakten und Zahlen aus der Gründungszeit des Nationalpark Berchtesgaden mit Quellenangabe in einem Kommentar zusammengefasst.

https://www.wildes-bayern.de/nationalpark-im-umgang-mit-rotwild-gescheitert/#comment-2722

Ein Nationalpark sollte positiv die Gefühle und Empfindungen der heimischen Menschen erreichen. Sie und ihre Vorfahren leben hier seit Jahrhunderten und sie wollen einen guten Umgang mit ihrer Heimat, den Wäldern und den darin lebenden Wildtieren.

So sehe ich es immer dringender, die Petition https://www.rettet-das-rotwild.de zu unterstützen.

Jeder Natur- und Tierfreund, jeder Fischer, Jäger, einfach jeder, der sich in unserer bayerischen Landschaft bewegt, sollte diese Petition mit seinen Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten unterschreiben und auch weiter verbreiten.
Helfen Sie mit, danke!

Könnte sich Rotwild artgerecht verhalten, würde es sich stetig neuen Lebensraum suchen. Hirschkuh Hanna und ihre Artgenossen wechseln zwischen Sommerquartieren in Wäldern oder im Mittelgebirge sowie in tiefer gelegene Gebiete, um dort zu überwintern. Junge Hirsche wandern sogar mehrere Hundert Kilometer weit, um sich neuen Lebensraum zu suchen. Doch dieses natürliche Verhalten wird durch die Eingrenzung der sehr kleinen Rotwildgebiete sowie fehlende Verbindungskorridore stark eingeschränkt. So bleibt dem Rotwild nichts anderes übrig, als nur noch in kleinen Gebieten zu leben. Vor rund 50 Jahren wurde die Landesfläche in Bayern in Rotwildgebiete und sogenannte rotwildfreie Gebiete aufgeteilt. In den rotwildfreien Gebieten (86 % der bayerischen Landesfläche) müssen die Tiere geschossen werden.

Ich hoffe, Ihnen fachliche Informationen geliefert zu haben, die Wald, Wild und Mensch dienen.

Wünsche mir, dass viele Empfänger dieser e-mail aktiv helfen, Politiker und andere Entscheidungsträger zu informieren, zu diskutieren und damit Wege für einen guten Umgang mit unserer Natur und den frei lebenden Wildtieren zu finden.
Mehrere politische Mandatsträger befinden sich auch in diesem Verteiler, ich habe sie nicht persönlich angesprochen, sondern mit eingebunden in den Kreis der Natur- und Tierfreunde!

Viele Grüße aus dem Berchtesgadener Land

Ludwig Fegg

83483 Bischofswiesen

Antworten
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