Blogpost
Montag, 05. Oktober 2020

05. Oktober 2020, 16:12    Petra Sobinger

Sackgasse der Ideologen


Das Jagdgesetz soll in diesem Herbst geändert werden. Und die Lobbyverbände tingeln jetzt durch die Wälder und versuchen in Pressemeldungen den Boden für ihre Saat zu bereiten. Auch in Mittelfranken lud die Troika aus drei Vereinen ein und die Nürnberger Nachrichten berichteten.

Der Bund Natur(?)schutz, die Waldbesitzervereinigung und der forstliche Lobbyverband ÖJV warfen in einem Artikel „Der Wald unter Stress“ die üblichen Nebelkerzen. Was die Herren Kornder, Straußberger, Kraft und Schölch in dem Artikel von sich gaben, ist schlichtweg falsch, geradezu abstrus und auch peinlich für den Wissenschaftsstandort Deutschland: der Saure Regen kam angeblich aus Tschernobyl, die „natürlichen Baumarten“ wie Buche und Kiefer sterben aus, ändern aber vorher noch ihre Gene in den Samen.

Und während diese selbsternannten Waldverbesserer die „Baumarten der Zukunft“ pflanzen, lassen sie der Natur selbst nicht den Hauch einer Chance. Weil das forstliche Scheitern angesichts dieser Fehleinschätzungen vorprogrammiert ist, führen die Herren auch gleich noch einen „Ersatz-Schuldigen“ vor: das gefräßig-gierige Reh. Angesichts der nur für die Herrn Straußberger und Kornder sichtbaren „Massentierhaltung von Rehen“ (so steht es tatsächlich im Artikel)  im Wald, ist die segensreiche Arbeit der Forstingenieure vergebens. Deshalb muss der Massen-Wild-Bestand gekeult werden. Da fehlen nur noch Hänsel und Gretel, die durch diesen Förster-Märchen-Wald laufen.

In der weiteren Berichterstattung der Nürnberger Nachricht „Mehr Abschüsse in Bayern? Jäger wollen keine Schädlingsbekämpfer sein“, kommt auch die 1. Vorsitzende vom Verein Wildes Bayern e.V. zu Wort. Zu lesen unter dem folgenden Link:

Nordbayern.de – Mehr Abschüsse in Bayern? Jäger wollen keine Schädlingsbekämpfer sein…

 

Bildquelle: (c)Jochen Grillenberger - Nordbayern.de(c)Jochen Grillenberger - Nordbayern.de




Malte schrieb:


Haben wir den selben Artikel gelesen?
Sicher – der Teil mit Tschernobyl ist Quatsch, der mangelnde Schwefelfilter der Industrie war verantwortlich für die erste Welle des Waldsterbens.
Buchen und Kiefernsterben kann einfach beobachtet werden, wenn man in die entsprechenden Gebiete fährt. Sicherlich sind die Trockenschäden im Alpenraum mit 2000mm Niederschlag weniger ausgeprägt als auf der fränkischen Platte mit 400mm.
Das Prinzip, dass sich die Individuen, die am besten an die Örtlichkeit(=Habitat) angepasst sind, durchsetzen im Überlebenskampf (genannt Evolution) ist Ihnen sicherlich auch bekannt. Des wegen kann durchaus davon gesprochen werden, dass in den Samen der Bäume andere Gene sind als in den Eltern (sie sind ja auch kein 1:1 Abbild Ihrer Mutter).
Im Artikel wird übrigens wortwörtlich geschrieben, dass es besser wäre, wie Sie es ausdrücken „der Natur eine Chance zu lassen“. (Über die genetisch veränderten Samen)
Aber es ist auch notwendig, Baumarten, die lokal nicht vorkommen, zu Pflanzen. Vor allem bei Baumarten die das Klima der Zukunft besser vertragen als die Baumarten, die aktuell dort wurzeln. Im Artikel werden hier Eichen und Elsbeeren genannt (kein Förster setzt noch auf die Esche, dies ist der zweite Kritikpunkt an dem Bericht den ich finden konnte).

Antworten
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.









Aktuelle Informationen



Ein bisschen mehr Respekt! Das Haselhuhn ist in Südwest Deutschland ausgestorben Das Haselhuhn ist in Südwest Deutschland ausgestorben. In wenigen Jahren folgt das Auerhuhn. Wir wissen warum es passiert und wir…

Sonntag, 25. Oktober 2020
Jetzt lesen
Wenn der Luchs kommt, haben Jäger Verschnaufpause Luchsnachwuchs im Steinwald Im Steinwald (Landkreis Tirschenreuth) konnte diesen Herbst ein Luchsweibchen mit drei Jungtieren durch Wildkameras des Forstbetriebs Waldsassen,…

Sonntag, 25. Oktober 2020
Jetzt lesen