In den Gewässern der Oberpfalz und Niederbayerns tobt schon seit längerem ein Überlebenskampf, den wir über der Wasseroberfläche überhaupt nicht mitkriegen: Eine eingeführte nordamerikanische Krebsart macht unseren heimischen Flusskrebsen den Garaus.
Der Signalkrebs ist ein invasives Neozoon par excellence: Er nimmt unseren Stein- und Edelkrebsen nicht nur Lebensraum und Nahrung weg, sondern infiziert sie auch noch mit einer tödlichen Krankheit, die ganze Populationen dahin rafft. Obendrauf kommt, dass er besser als unsere einheimischen Arten mit wärmeren Gewässern klarkommt – er ist also auch noch besser für den Klimawandel gerüstet als sie.
Gewässerökologen haben im vergangenen Jahr an fast 160 Stellen in den Landkreisen Regen und Freyung-Grafenau Flusskrebse kartiert. Die Ergebnisse sind alles andere als rosig: An 137 Probepunkten waren keine vorhanden – das sind fast 90 Prozent. Flusskrebse sind sehr auf saubere Wasserqualität, Nischen im Gewässerbett und andere Bedingungen angewiesen.
An elf Probepunkten fanden sich Steinkrebse, an fünf Probepunkten nicht heimische Signalkrebse und an vier Probepunkten Edelkrebse. Die gute Nachricht war, dass von den Stein- wie auch von den Edelkrebsen teilweise sehr große Populationen da waren. Aber die könnten morgen schon Geschichte sein, wenn ein Signalkrebs sie erreicht und möglicherweise ein paar wenige Sporen der Krebspest mit sich bringt.
Der aus Nordamerika stammende Signalkrebs, den wir Menschen eingeführt haben, weil er ein hervorragender Speisekrebs ist, ist selbst immun gegen die Krebspest, kann sie aber übertragen. Zudem ist er wehrhaft und aggressiv, auch die Fortpflanzungsrate ist höher als etwa beim Edelkrebs. Greift der Mensch hier nicht massiv in den Kampf ein, ist das Spiel für unsere heimischen Krebsarten bald verloren. Schon jetzt findet sich der Signalkrebs lückenhaft in ganz Bayern.
Hilfe gelingt nur, wenn Populationen der heimischen Arten wieder ausgesetzt werden, wo der Signalkrebs und die Krebspest sie nicht erreichen können. Die Experten denken sogar darüber nach, Gewässerabschnitte hierzu für Krebse künstlich „abzuriegeln“, wie es in anderen Bundesländern schon gemacht wird.
Weiterer wichtiger Ansatz: Signalkrebse sind essbar und überaus schmackhaft. Fischereischein-Inhaber können sich also durchaus zugunsten des Naturschutzes betätigen, indem sie die Tiere mit Köder in Reusen fangen und zubereiten. Guten Appetit!
ABER: Bitte bedenkt, dass Ihr selbst bei Kontakten mit Signalkrebsen zu Überträgern der Krebspest werden könntet: Deshalb hier noch ein paar wichtige Tipps von unserer Naturschutzexpertin:
Detaillierte Infos über die Krebs-Kartierung im Landkreis Freyung-Grafenau findet Ihr hier
Hier ein älterer Beitrag aus dem BR zum Thema Signalkrebse
Bildquelle: Von White Knight/CC BY-SA 3.0,
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