Blogpost
Donnerstag, 10. Februar 2022

10. Februar 2022, 10:48    Webmaster

Startschuss für neues Wiesenvogel-Schutzprojekt auf Eiderstedt


In Schleswig-Holstein entsteht aktuell ein Kooperations-Projekt zwischen der Stiftung Eiderstedter Natur und der Eiderstedter Jägerschaft. Das Pilotprojekt arbeitet in den kommenden vier Jahren daran, den Schutz für Wiesenvögel und Bodenbrüter noch einmal zu verstärken.

Pressemeldung Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V.

Hoch sollen sie fliegen und viele sollen es wieder werden. Das neue Kooperations-Projekt der Stiftung Eiderstedter Natur und der Eiderstedter Jägerschaft arbeitet in den kommenden vier Jahren daran, den Schutz für Wiesenvögel und Bodenbrüter noch einmal zu verstärken. Ein Pilotprojekt für Schleswig-Holstein. Denn: das hat es so hier bei uns im Land noch nicht gegeben.

„Hand in Hand für den Artenschutz“, lautet das Motto des vom Land Schleswig-Holstein mit rund 600.000 Euro geförderten Gemeinschaftsprojekts. Erklärtes, ambitioniertes Ziel ist es, durch ausgefeilte Maßnahmen des Jagd- und Naturschutzes, die Lebens-, Brut-, und Überlebensbedingungen von Uferschnepfe, Kiebitz, Austernfischer und Rotschenkel– allesamt selten gewordene Arten hier bei uns im nördlichsten Bundesland – zu optimieren.

Denn: trotz der vielen Verbesserungen der Lebensräume dieser Watvögel bleiben die Bruterfolge seit Jahren aus oder sinken drastisch. Zwar haben sich Uferschnepfe & Co. in den vergangenen Jahren immer wieder zur Familiengründung auf Eiderstedt niedergelassen. Aber ihre Fressfeinde, wie zum Beispiel Fuchs, Steinmarder, Marderhund und auch andere Beutegreifer aus der Luft, haben ihre Nester oft schon vor dem Küken-Schlupf leer geräubert. Oder die Kleinen haben es zwar aus dem Ei, aber nicht mehr in die Luft geschafft.

(c)Foto R. Hartwig; LJV SH – Betonrohrfalle für Füchse, Marder und Co

Das neue Projekt „Artenschutzmaßnahmen zum Wiesenvogel- und Bodenbrüterschutz auf Eiderstedt“ will jetzt mit einem maßgeschneiderten Vorhaben die Feinde der bedrohten Vögel ausbremsen. Konkret soll die Vorgehensweise so aussehen: In einem ersten Schritt werden die noch vorhandenen Besätze der Wiesenvögel und Bodenbrüter erfasst, dann werden in einem zweiten Schritt Fallen für Fuchs, Steinmarder oder Marderhund aufgestellt und künstliche Fuchsbaue installiert, um vor allem Fuchs und Marderhund gezielter bejagen zu können.

Gleichzeitig wird abgewogen, ob sogenannte Störkulissen wie Schilf, Büsche und Bäume entfernt werden sollten, da sie Fuchs und Steinmarder Versteckmöglichkeiten und Beutegreifern wie Turmfalke oder Bussard einen komfortablen Beute-Ausguck bieten. Ziel ist es, die Population der Bodenbeutegreifer auf einem für die Brut der Wiesenvögel erträglichen Niveau zu halten. Insgesamt sind 264 ehrenamtliche Jäger mit im Projekt dabei.

Während der vierjährigen Laufzeit – bis zum Jahr 2026 – werden die Brut- und Aufzuchterfolge engmaschig erhoben, von Seiten der Jäger werden die Strecken ermittelt. Auch werden die Bauten der Beutegreifer kartiert und die Zahl der Nachkommen (Geheckgrößen) dokumentiert. Gerade bei der invasiven Art der Marderhunde sind Geheckgrößen von zwölf und mehr keine Seltenheit, was zusammen mit dem Fehlen jedes Feindes eine explosionsartige Ausbreitung auf Eiderstedt ermöglicht.

 

Quelle: Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V.

Bildquelle: (c)M. - Boerner - Kiebitzgelege, (c)Foto R. Hartwig; LJV SH - Betonrohrfalle für Füchse, Marder und Co




Tanja schrieb:


Tolles Projekt, sollte es öfter geben..

Antworten
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.









Aktuelle Informationen



"Die Bäume sprechen zu uns, aber verstehen wir sie?" - Vortrag von Frans Vera Im Anschluss an die Jahresmitgliederversammlung des Vereins Naturnahe Weidelandschaften e.V. am 09.04.2022 fand noch ein öffentlicher Vortrag unter dem Motto:…

Freitag, 20. Mai 2022
Jetzt lesen
Mirabellgarten Salzburg - Gamsbock auf Wanderschaft im Rosengarten Wenn die Stadt zu nah ist! Im Mai und Juni wandern die Gams ab. Auch aus diesem Grund haben in…

Mittwoch, 18. Mai 2022
Jetzt lesen
Videobeitrag WWF - über die tödliche Gefahr des ASP-Zaunes für unsere Wildtiere Dass der Zaun, der gegen die Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland schützen soll, für Wildtiere eine tödliche Gefahr…

Mittwoch, 18. Mai 2022
Jetzt lesen

Mitglied werden