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Mittwoch, 09. März 2022

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Unser Wildtier des Monats: Die Marder – schlank, schnell, geschickt
09. März 2022, 05:43    Webmaster

Unser Wildtier des Monats: Die Marder – schlank, schnell, geschickt


Auf den ersten Blick sind viele Marder wirklich hübsch anzusehen – auf den zweiten aber vor allem gewiefte Raubtiere. Typisch für die meisten Arten sind ein lang gestreckter, schlanker Körper auf kurzen Beinen, ein rundliches Gesicht mit Knopfaugen und spitzer Schnauze sowie eine große Unerschrockenheit, man könnte auch sagen Kampfeslust. Marder haben keine Hemmungen, auch mal in größere Tiere rein zu beißen, wie Kaninchen. Sie lassen sich auch nur schwer vertreiben, was jeder weiß, der schon mal einen Steinmarder auf dem Dachboden wohnen hatte. Trotzdem sind sie nicht unangreifbar: Ihre Lebenserwartung von bis zu sieben oder zehn Jahren beim Steinmarder erreichen viele Tiere nicht, und gerade für den Iltis wird es in unserer Landschaft ganz schön eng.

55 Arten umfasst die Familie der Marder, darunter Baum- und Steinmarder (Gattung Martes). Iltis, Europäischer Nerz und die Wiesel gehören zur Gattung Mustela. Der Vielfraß ist der „Riesen-Marder“ Skandinaviens und steht alleine in der Gattung Gulo, so wie der Amerikanische Mink in der Gattung Neovison. Weitere Mardergattungen gibt es in Afrika (zum Beispiel das Weißnackenwiesel), Nord- und Südamerika (Grisons, Hyare) oder Asien (zum Beispiel der Tigeriltis). Das schwarze Schaf der Marderartigen in unseren Breiten ist der Dachs: Größer und plumper als die meisten seiner Familienmitglieder, dazu mit längerer Schnauze und fast ohne Schwanz, zieht er grummelnd und rumpelnd seine Bahn.

Lebensraum der Marder ist hier vor allem der Wald, beim Steinmarder als Kulturfolger aber auch menschliche Siedlungen. Der Iltis braucht die Nähe von Gewässern. Im Winter verraten sich Marder manchmal durch ihre seltsame Fortbewegungsweise, eine Art wellenartiges Hüpfen, das in Schnee oder weichem Boden nur drei Abdrücke hinterlässt.

 

(c)Wildes Bayern privat – Frettchen

 

Am besten kennen sich wohl viele Falkner mit den kleinen Raubtieren aus, weil sie Frettchen halten, um mit ihnen Kaninchen aus dem Bau zu jagen. Frettchen sind eine domestizierte Form des Iltis. Sie können großartige Jagdhelfer sein, die Sache kann aber auch völlig in die Hose gehen, wenn man nicht die Biologie der kleinen Stinker genau berücksichtigt. Macht der Falkner bestimmte Fehler, dann verselbständigen sich die Raubtiere nämlich im Bau, bringen das Kaninchen auf eigene Faust um die Ecke, fressen sich satt und schlafen sich danach erstmal richtig aus. Der Falkner samt Hund und Greifvogel kann sich dann vor dem Eingang zum Kaninchenbau die Beine in den Bauch stehen. Oder gleich die Schlafbox seiner Frettchen mit offener Pforte über Nacht hin stellen und heimgehen.

Den sprichwörtlichen intensiven, meist unschönen Geruch produzieren übrigens nicht alle Marder, sondern vor allem der Iltis. „Stinken wie ein Iltis“ ist also nicht bloß dahin gesagt. Wie auch bei vielen Hundeartigen, entsteht das Sekret in Duftdrüsen im Analbereich.

Wir stellen Ihnen diesen Monat einige besondere Exemplare aus der Gattung der Marderartigen vor. Vielleicht sind Sie dann auch so fasziniert wie wir von diesen mutigen kleinen Raubrittern.

P.S.: Viele praktische Tipps und Hilfe rund um Marder bietet das marderhilfsnetz.de

Bildquelle: (c)Wildes Bayern - Tier des Monats - Die Marder (Bild-Copyright Naturfotografie Hofmann), (c)Wildes Bayern - Tier des Monats: Die Marder (Bild-Copyright Dieter Streitmaier), (c)Wildes Bayern privat - Frettchen




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