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Montag, 06. November 2023

06. November 2023, 09:49    office@wildes-bayern.de

UPDATE Entnahme von wildlebenden Pferden in Australien und USA


UPDATE vom 6. November 2023: 
Auch aus Nevada berichten Reporter von den Entnahmen wildlebender Pferde. Unser Eindruck: Es geht immer um Ressourcen und um Land. Die Pferde sind die „Apex-Grazer“, sie stehen also quasi an der Spitze der Pflanzenfresser. Aber sie stehen auch in Konkurrenz  zu den wirtschaftlich genutzten Rindern und ev. anderen Nutztieren. Koexistenz und mögliche Entnahme geht nur, wenn wir auf einer guten Datenlage handeln. Dazu braucht es fachkundiges Monitoring, ob bei Pferden oder bei unserem bayerischen Rotwild.  Und es braucht eine klare Definition der Zielvorstellung. Da wird dann am meisten gelogen.

Hier könnt Ihr Euch das Video zur Entnahme von  wilden Pferden in Nevada ansehen

 

Ursprüngliche Meldung vom 19.10.2023: 

In Australien sollen wild lebende Hauspferde möglicherweise vom Hubschrauber aus geschossen werden. Was für Tierfreunde nach einem Horrorszenario klingt, hat schwerwiegende Hintergründe, wie ein spannender Beitrag in der Zeitschrift “nature” darlegt.

Hauspferde sind in Australien nicht heimisch, sondern wurden im 18. Jahrhundert eingeführt. Ihre verwilderten Nachkommen zählen heute einerseits zu einem kulturellen Erbe, das gesetzlich geschützt ist, andererseits zu den invasiven Arten. In Regionen, wo sie nicht streng reguliert werden, breiten sie sich unkontrolliert aus – zu Lasten der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt, die keine evolutionären Anpassungsmethoden entwickeln konnte. Und eine angemessene Kontrolle scheitert an den widersprüchlichen Gesetzen. Im Kosciuszko-Nationalpark in New South Wales hat sich die Pferdepopulation deshalb von 2000 Tieren im Jahr 2003 auf über 18.000 im Jahr 2022 erhöht. Einzelne bedrohte Amphibien- und Echsenarten stehen laut “nature” deswegen kurz vor dem Aussterben.

Jetzt  hat der australische Senat Alarm geschlagen und fordert eine drastische Reduzierung der Pferde. Weil es kaum durchführbar ist, um die 6000 Pferde pro Jahr in den teils unzugänglichen Australischen Alpen zu erjagen, ist eine Keulung vom Helikopter aus im Gespräch. Die war eigentlich verboten, nachdem vor rund 20 Jahren ein von Schüssen verletztes Pferd erst Tage später lebend gefunden wurde. Aber selbst Wissenschaftler halten sie jetzt für den gangbarsten Weg.

Was leider mal wieder ein eindrückliches Beispiel dafür ist, wie Tierarten leiden müssen, wenn der Mensch mit einem klugen, fachkundigen Management – aus welchen Gründen auch immer – versagt.

Den wirklich interessanten Original-Beitrag in englischer Sprache aus der Zeitschrift “nature” findet Ihr hier

Und hier findet Ihr einen Link zu einer Ausgabe des Manati-Magazins des Nürnberger Tiergartens aus dem Jahr 2021, in dem unter dem Titel: “Töten, um zu retten?!” über die Praktiken in Australien berichtet wird.

Bildquelle: (c) Geoffrey Rhodes from Helensvale - Gold Coast, Australia_ Wikimedia Commons




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