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Freitag, 29. September 2023

29. September 2023, 05:50    office@wildes-bayern.de

Wildes Bayern Wahlprüfsteine zur Landtagswahl 2023 – Schutz der Raufußhühner


Unsere elfte* Frage lautet: Welche Konzepte zum Schutz des bedrohten, streng geschützten Auerwildes und anderer Raufußhuhnarten hat Ihre Partei?

In Bayern steht im Oktober die Landtagswahl auf dem Terminkalender. Wir, der Verein Wildes Bayern e. V., setzen uns als anerkannter Naturschutzverein für den Schutz der Wildtiere sowie der Natur unserer Heimat ein. Für uns und unsere Mitglieder ist es deshalb hoch interessant, vor der Landtagswahl im Oktober zu wissen, wie die einzelnen Parteien sich zu den Anliegen von Wild und Natur stellen.

* Die Parteien, die aktuell im Bayerischen Landtag sitzen, hatten sich vorab auf gewisse Formalitäten zur Übermittlung von Wahlprüfsteinen geeinigt. Dazu zählte, nicht mehr als 8 Fragen einzureichen, und zwar über ein Formular auf der Internetseite. Da der ursprüngliche Fragebogen von Wildes Bayern insgesamt 14 Fragen umfasste, wurden einige für die Landtagsparteien gestrichen oder zusammengefasst. Hier kommt es also u. U. zu Abweichungen in den Antworten oder in der Reihenfolge.

Blaue Schrift "AfD" mit rotem, nach oben schwingendem Pfeil darunter

(c) AfD

Für Störungen von Auerwild und anderer Raufußhühner muss es härtere Strafen geben. Im Notfall muss es Betretungsverbote für bestimmte gebiete geben. Der erhöhte Freizeitdruck in Bayern Natur seit den Corona-Maßnahmen darf sich nicht negativ auf den Bestand und die weitere Entwicklung von Flora und Fauna auswirken.

(c)Bayernpartei

Hier gilt im Prinzip unsere Aussage zum Gamswild (Anm. d. Red.: S. Blog vom 13. September) mit Ausnahme des Jagddrucks. Die schrumpfenden Lebensräume bedrohen dieses Wild extrem. Hier ist ein Umdenken bei der Schaffung von weiteren Tourismus- und Skigebieten dringend geboten. Daneben ist auch ein Umdenken bei der Bejagung dieses Federwilds nötig. Totaler Schutz hat z.b. beim Auerwild zum Abwandern der jungen Hähne geführt, da die alten Hähne ihr Revier behaupten und damit die Altersstruktur zerstören. Hier könnte Österreich ein Vorbild sein.

(c)CSU

Anm. d. Red.: Gemäß der zahlenmäßigen Einschränkungen beim Fragenkatalog an die aktuellen Landtagsfraktionen wurde diese Frage von der CSU nicht bearbeitet. 

(c)FDP

Anm. d. Red.: Gemäß der zahlenmäßigen Einschränkungen beim Fragenkatalog an die aktuellen Landtagsfraktionen wurde diese Frage von der FDP nicht bearbeitet.

(c)Freie Wähler

Damit Wanderer und Touristen die Wildtiere und somit auch Raufußarten nicht unnötig stören, setzen wir FREIE WÄHLER uns für sinnvolle Wege-Konzept u. a. im Fichtelgebirge ein. Auf diese Weise sollen die Rückzugsgebiete des Auerhuhns wieder zu echten Ruhezonen werden.
Zudem setzten wir uns für Winterfütterungen von Wildtieren in Notzeiten ein. Insbesondere in den alpinen Gebieten nehmen extreme Wetterverhältnisse mit starken Schneefällen aufgrund des fortschreitenden Klimawandels leider zu. Neben den Schalenwildarten sind diese Notfütterungen auch für geschützten Arten wie Auer- und Birkwild überlebenswichtig.

(c)Bündnis90 Die Grünen

Anm. d. Red.: Gemäß der zahlenmäßigen Einschränkungen beim Fragenkatalog an die aktuellen Landtagsfraktionen wurde diese Frage von Bündnis 90/Die Grünen nicht bearbeitet. 

(c)oedp Bayern

Leider sind die Alpen und die bayerischen Mittelgebierge mit ihren Restvorkommen an Rauhfußhühnern mittlerweile zu einem Freizeitpark verkommen. Wir brauchen eine großzügige Ausweisung von Ruhezonen mit Betretungsverboten sowie weitere jahreszeitliche und tageszeitliche Einschränkungen von schädlichen Nutzungen. Die Forstwirtschaft ist dazu aufgefordert, wertvolle Teillebensräume wie lichte Trockenstandorte mit reichem Insektenvorkommen zu schaffen und bestimmte Wege jahreszeitlich zu sperren.

(c)Tierschutzpartei

Der wichtigste Bereich zum Schutz des Auerwildes ist, ihren Lebensraum Wald zu schützen. Die Vögel brauchen lichte Waldstücke mit Flächen, auf denen sie genügend Platz haben. Genauso brauchen die Tiere aber auch Bäume mit dichtem Geäst, unter dem sie sich verstecken können. Das Konzept der naturnahen Waldwirtschaft führt dazu, dass die Wälder im Laufe der Zeit immer dichter und dunkler werden. Genau diese Entwicklung laufe entgegengesetzt zu den Ansprüchen an den Lebensraum des Auerwildes. Privatwaldbesitzer und Kommunen beraten und finanziell fördern, wo es dem Schutz des Auerwildes dient.

 

  • Die Linke – keine Antwort
  • SPD – keine Antwort

Bildquelle: Foto Auerhahn (c) Dieter Streitmair




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