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Dienstag, 24. Mai 2022

24. Mai 2022, 06:32    Webmaster

Wildtierhilfe: Das Igel-Notnetz


„Igel-Notnetze – Gemeinsam für den Igel“ – so lautet das Motto der gleichnamigen Webseite unter igel-notnetz.net. Über die kostenlose Igel-Hotline unter der 0800-723 57 50 erhalten Igel-Finder schnelle und professionelle Tipps und Unterstützung, sowohl was die „Erste Hilfe“ beim Fundigel angeht als auch in der Suche nach einer geeigneten Pflegestelle. Außerdem kümmern sich die Organisationen um Spenden zur Unterstützung der zahlreichen ehrenamtlichen Pflegestationen und Helfer.

Über diesen Link kommt Ihr zum Igel-Notnetz…

Was man aber bedenken sollte, bevor man einem Igel „hilft“: Igel sind ein sehr ausgereiftes Produkt der Evolution. Sie gehören zu den ältesten echten Säugetieren und existieren seit etwa 60 Millionen Jahren. Über 15 000 Stacheln schützen ihren Körper, und ein starker Muskelring ermöglicht ihnen das Zusammenrollen zu einer schier unangreifbaren Stachelkugel. Damit halten sie sich fast jeden natürlichen Feind vom Leib – leider bloß nicht unsere Autoreifen. Ein gut genährter Igel übersteht den Winter schlafend unter Holzstapeln oder in Laubhaufen. Wer also wirklich und nachhaltig etwas für Igel tun will, schenkt ihnen unaufgeräumte Ecken, Laub und Äste für den Winter und möglichst ungestörte Plätze.




Wendt schrieb:


Es scheint sich offenbar immer noch nicht in Fachkreisen rumgesprochen zu haben, dass dem Igel nicht mit einem Schälchen Wasser geholfen ist. So wäre dem Igel mehr gedient, wenn der Aufruf des Igel-Notnetzes in facebook anstatt „Ich habe Durst“ abgeändert werden würde in „Ich habe Hunger“. Denn der Igel ist ein Opfer des Insektensterbens. So hat hauptsächlich der Nahrungsmangel bzw. die falsche Nahrung dazu geführt, dass der Igel auch in Bayern auf die Vorwarnliste der bedrohten Tierarten gesetzt wurde. Deshalb erstaunt mich immer wieder, warum neben dem LBV sogar Menschen, die sich angeblich dem Igelschutz verschrieben haben, immer noch nicht erkannt haben, dass mit ein paar unaufgeräumten Ecken im Garten, Laub und einer Schale Wasser keinem Igel geholfen ist. Höchst bedauerlich, dass im Internet jeder seinen Unsinn zum Igel verbreiten kann, ohne dass vorher der Inhalt von einer sachkundigen Person geprüft wurde. Sowohl der LBV, alos auch das Igel-Notnetz täten gut daran, wenn sie dazu aufrufen würden, den Igel im Garten in einem katzensicheren Futterhaus jeden abend mit ungewürztem Rührei, angebratenem Rinderhack oder hochwertigem Katzenfeuchtfutter (kein Zucker, kein Getreide) zuzufüttern. Das ist für den Igel – genauso wie für die Wildvögel – mittlerweile überlebensnotwendig geworden. Vor allem dann wenn die Nachttemperaturen unter plus 8 Grad sind. Denn dann ist keinerlei natürliche Nahrung mehr für den Igel vorhanden. Aber auch wegen dem Insektensterben ist dies notwendig. Denn findet der Iel keine oder zu wenig Insekten, muss er ersatzweise sich hauptsächlich von Schnecken ernähren, welche aber Überträger einer Vielzahl von Innenparasiten sind. Von diesen wird der Igel krank. Ohne sachgerechte medizinische Versorgung verendet er. Genau das ist die Hauptursache für die dramatischen Bestandseinbrüche beim Igel. Es versteht sich von selbst, dass die Zufütterung fachgerecht erfolgen muss. Das heißt, die Futterstelle muss sauber gehalten werden. Die Futternäpfe müssen auf Zeitungspapier gestellt werden, dass bei Verschmutzung durch sauberes zu ersetzen ist. Eventuelle Futterrest müssen am anderen Tag entsorgt und der Futternapf mit heißem Wasser ausgewaschen werden.

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