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Mittwoch, 10. Mai 2023

10. Mai 2023, 06:26    Webmaster

3Sat-Bericht zu Wolf und Weide in der Schweiz


Die Schweiz ist uns in Sachen Wölfe und Wolfsmanagement ein gutes Stück voraus – aber langsam kommen auch dort viele mit der Thematik Befasste an ihre Grenzen. Nicht nur die Weidetierhalter, sondern auch die Jagdverwaltung, zum Beispiel im Kanton Graubünden. Von strengen Vorschriften für eine Entnahme, die zum Beispiel eine hohe Zahl nachgewiesener Risse in einem bestimmten Zeitraum umfasste, ist man bis heute bei der Entnahme ganzer Rudel angelangt. Auf 3Sat lief kürzlich ein kleiner Bericht, der auch zeigt, was Wolfsmanagement in einer beweideten Bergregion in der Nähe von Splügen bedeutet: Kilometerweite Elektrozäune, eine Schar Herdenschutzhunde, Nachtwachen, Vergrämung mit Licht und Lärm… und dann doch 70 Risse und ein abgestürzter Herdenschutzhund in einem Jahr.

(c)3SAT

 

 

Bildquelle: (c)be-outdoor.de - Petra Sobinger




Annegret Sproesser schrieb:


War die Alp Stutz nicht mal das Herdenschutz-Vorzeigprojekt des WWF in der Schweizß Zumindst wurde uns das in Stuttgart bei einem Vortrag vor einigen Jahren als “sicherer optimaler Herdenschutz” verkauft.
Offensichtlich schützt es nicht, viel Geld in solche Projekte zu pumen. Wie denn auch? Das ganze Kaspartheater gewöhnt den Wölfen die Fortpflanzung nicht ab
Die Lösung des Wolfsproblems in Deutschland hat, wie überall auf der Welt, ein Kaliberbezeichnung.
Für den Artenschutz sind in Deutschland mit einem Flächenanteil von 0,8%: an der baltischen Wolfspopulation 0,8 % der 250 von Boitani geforderten geschlechtsreifen Individuen notwendig. Das sind doch immerhin 2 Wölfe. Nach Obretovic ist dafür eine Wolfsdichte von 0,3 Wölfen/1.000 qkm nötig. Das wären dann 100 Individuen oder 10 Rudel. Irgendwo dazwischen wird die Wahrheit liegen.
Um das zu erreicheen müssen in Deutschland mindestens. 2.900 Wölfe erschossen werden. Diesen “Erfolg” müssen sich die Wolfsschützer ankreiden lassen.

Antworten
Alfons Zischl schrieb:


Einige Tierarten wollen einfach nicht einsehen, dass sie in unserer Zivilisation nix mehr verloren haben. Fischotter, Wolf, Bär, Biber legen es geradezu darauf an, unangenehm aufzufallen. Aber wir haben ja noch echte Männer wie Söder und seinen Gehilfen Aiwanger (Vgl.dazu auch den trefflichen Kommentar kürzlich im SZ-Streiflicht).
Das “gefährliche Verhalten”, das Viehzüchter gern lautstark thematisieren, ist eine widernatürliche Verhaltensprägung, die immer der Mensch verursacht hat. Prof. Dr. Dr. Sven Herzog, Professor für Wildökologie
und Jagdwirtschaft an der Universität Dresden, sprach sich dafür aus, „die zwei blinden Flecken im derzeitigen Wolfsmanagement zu beseitigen“: So müsse man sich zum einen mit dem Mangel an Wild- und Beutetieren
befassen. In vielen Regionen dürften mögliche Beutetiere wie Rotwild gar nicht leben – das führe dazu, dass Wölfe sich zunehmend Herden- und Nutztiere als Beute suchten. (…)”
Die BaySF sehen aber noch immer keine Veranlassung, den Reh- und Rotwildbestand in Musterrevieren zu erhöhen.
Gegen Jagdquoten und Obergrenzen positioniert sich Frank Hahnel, Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg: Nicht eine bestimmte Anzahl von Wölfen sei seiner Meinung nach problematisch, sondern ein bestimmtes Verhalten der Tiere (…) Quoten seien ebenso abzulehnen, denn es sei zu befürchten, dass Rudel durch Bejagung geschwächt und erst rechtgezwungen würden, Schafe und Ziegen anzugreifen.
„Ein stärkerer Abschuss von Wölfen oder eine Aufnahme ins Jagdrecht
wird keinem Schäfer und keinem Almbauern helfen“, stellt der Deutsche
Tierschutzbund klar. Der Verband verweist auf Frankreich, wo – trotz
einer Vielzahl von Abschüssen und insgesamt weniger Wölfen – die
Risszahlen deutlich höher liegen als in Deutschland.

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