Der britische „Game and Wildlife Conservation Trust“ (GWCT) hat den Wildbienen nachgespürt – und dabei spannende Verhaltensweisen entdeckt, die es wert sind weiter erforscht zu werden. Hier stellen wir Ihnen ein paar der Highlights davon vor.
Eine solche Erkenntnis ist um Beispiel, dass das mit der „solitär“ lebenden Wildbiene nicht so streng genommen wird wie es sich anhört. Zwar leben die meisten Wildbienen in ihren eigenen, selbst gegrabenen Erdhöhlen. Aber es gibt durchaus auch Wildbienen-WGs, wo man einen gemeinsamen Eingang teilt, während man unten halt ein Zimmer für sich hat. Wo gibt es zwischen diesem Verhalten und dem der sozialen Honigbiene, bei der sich Tausende Individuen einen Stock teilen, die evolutionäre Brücke? Das ist eine der Fragen, denen der GWCT nachgeht.
Weitere interessante Entdeckungen betreffen zum Beispiel die Hosenbienen, die beim Ausheben ihrer Bruthöhlen zuerst auffällig Erdhäufchen ums Loch herum produzieren, diese dann aber im Nachgang „wegwischen“. Warum tun sie das, geht es um bessere Landeplätze, oder darum, keine auffälligen Fährten für Beutegreifer und Parasiten zu legen?
Auch bei den Sandbienen gibt es Forschungsbedarf, denn ihr Paarungsverhalten hinterlässt bei Beobachtern jede Menge Fragezeichen. Einerseits legen die Männchen regelrechte Duft-Autobahnen aus Pheromonen an, mit denen sie wohl paarungsbereite Weibchen anzuziehen hoffen. Das klappt aber garnicht. Und das wiederum wissen die Männchen auch – denn die wahren Chancen bieten sich rund um die Bruthöhlen der Weibchen. Dort laufen deshalb ganze Scharen von liebeshungrigen Männchen herum, um jedes Weibchen, das auch nur die Fühler aus dem Bau streckt, gleich hordenweise zu überfallen. Prügeleien sind an der Tagesordnung!
Den vollständigen Bericht des GWCT zu den Wildbienen in englischer Sprache finden Sie hier
Bildquelle: Thomas Burger
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