Mäuse und andere „Geschenke“, die Katzen ihren Besitzern bringen, werfen diese meistens nur angeekelt weg. Aber ist das vielleicht eine echte Verschwendung genetischer Informationen? Die Schweiz jedenfalls forscht lebhaft an den kleinen Nagern – und verwendet die Daten zu deren Schutz.
Die Arbeitsgruppe Kleinsäuger in der Schweiz, die schon seit 2018 als Teil der Schweizerischen Gesellschaft für Wildtiere existiert, hat in einem Citizen Science-Projekt Bürger vor Jahren schonmal gebeten, Totfunde von Kleinnagern einzusenden. Diese nutzten unter anderem ihre Katzen als Lieferanten. Die Kadaver wurden anschließend genetisch identifiziert. Die Ergebnisse waren üppig: Insgesamt 759 Tiere wurden untersucht, davon stammt ein Großteil aus den Fängen von Katzen. 23 Arten waren vertreten, von denen bei einigen Wissenslücken zur Verbreitung geschlossen werden konnten, wie bei der Erdmaus oder der Wasserspitzmaus.
Die Ergebnisse wurden unter anderem genutzt, um Katzenbesitzer für den Schutz von Kleinsäugern zu sensibilisieren. Im Schlussbericht heißt es: „Katzen sind hocheffiziente Jägerinnen – und sie machen keinen Unterschied zwischen geschützten und gefährdeten Arten. Zwar werden wohl Tierarten, die häufig vorkommen, häufiger erbeutet. Doch können Katzen die Populationen kleiner Säugetiere empfindlich schwächen oder gar zum lokalen Aussterben bringen. Ein wichtiger Schritt zum Schutz der Kleinsäuger ist daher die Bereitstellung von Unterlagen, wie man den eigenen Garten oder die Umgebung für Kleinsäuger – insbesondere für geschützte Arten – katzensicher gestalten kann. Dabei spielen Verstecke wie Asthaufen oder Rückzugsmöglichkeiten in Mauerspalten eine
ganz entscheidende Rolle.“
Auch in den Jahren 2021 bis 2025 wurden wieder 293 Analysen von Mäuse-Totfunden durchgeführt. Die Proben stammen von über 90 Einsendern aus 22 Kantonen und ergaben 25 verschiedene Mäusearten. Unter ihnen war die östlichste bisher gefundene Westliche Haselmaus. Außerdem landeten seltene Arten wie die Etruskerspitzmaus im Tessin oder die Kleinwühlmäuse Alpen-Kleinwühlmaus im Tessin und die Kurzohrmaus in Graubünden und Obwalden auf dem Tisch der Forscher. Die seltene Sumpfspitzmaus trat gleich in sechs verschiedenen Kantonen auf, darunter in den Voralpengebieten bei Interlaken (BE) und Steinen (SZ).
In den Projekten zur Kleinsäugerforschung ist auch das Naturmuseum Solothurn wichtiger Partner.
Weiterführende Infos zur Kleinsäugerforschung in der Schweiz finden Sie hier
Infos und Ergebnisse des Projekts „Zeig mir Deine Maus, Katze!“ finden Sie hier
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