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Dienstag, 17. März 2026

Scrollicon
Eine bunt blühende Bergwiese, an deren Ende ein Haus mit Bergblick steht
17. März 2026, 12:06    office@wildes-bayern.de

protectAlps: Schlechte Neuigkeiten für alpine Insekten


Unsere vermeintlich heile, gesunde Bergwelt leidet längst unter den Emissionen von dicht besiedelten Gebieten im Tal – das ist nicht mehr neu. Jetzt haben Wissenschaftler an der bayerischen Zugspitze und dem österreichischen Sonnblick bei Rauris untersucht, wie Giftstoffe aus Düngung, Industrie und mehr sich auf die Insekten der Bergwelt auswirken.

PBT (Polybutylenteerenphthalat) ist eine Stoffgruppe von thermoresistentem Plastik, die sich in vielen unserer Haushaltsgegenständen findet, die mit Hitze zu tun haben: Kaffeemaschinen, Wasserkocher oder Bügeleisen sind nur einige Beispiele. Aber PBT gehören, änlich wie die von uns häufig aufgegriffenen PFAS, zu Stoffen, die als giftig bekannt sind, die in der Umwelt ungeheuer langlebig sind und sich im Körper zudem anreichern.

Das Projekt „ProtectAlps“, das von 2014 bis 2020 lief, und an dem auch das Bayerische Landesamt für Umwelt beteiligt war, hat jetzt, sechs Jahre nach Ablauf der Projektlaufzeit, einen Bericht zum Einfluss chemischer Stressfaktoren auf die Insektenwelt der Alpen herausgebracht. Dabei wurden nicht nur PBT berücksichtigt, sondern auch Quecksilber und Stickstoff.

Leider hat es einige schlechte Nachrichten ergeben: Eine Anreicherung des Gifts aus PBT über die Nahrungskette konnte auch für Insekten belegt werden. PBT finden sich selbst in abgelegenen alpinen Gebieten und wird dort von wildlebenden Insekten aufgenommen. Teilweise wurde festgestellt, dass sich mit der Schadstoffaufnahme die Morphologie der Insekten veränderte. So zeigte sich zum Beispiel bei Hellen Erdhummeln und Kryptischen Erdhummeln ein signifikanter Zusammenhang zwischen den untersuchten Stoffen, unter denen auch Quecksilber war, und einer Asymmetrie der Vorderflügelform beider Arten. Bei manchen Ameisenarten ergab sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen einer festgestellten Asymmetrie bei der Kopfform und vier der sechs untersuchten PCB.

Zur Frage, ob die Insekten auch leichter wurden, also „schwächer“, bleiben die Wissenschaftler allerdings im Ungenauen: „Die Verknüpfung der Biomasse einzelner Individuen mit den Schadstoffkonzentrationen im Insektenkörper könnte weitere Hinweise zur Rolle schwer abbaubarer Schadstoffe in wildlebenden Insekten liefern.“

Insgesamt empfiehlt es sich, bei diesem Bericht nicht nur die Zusammenfassung oder Diskussion zu lesen, sondern auch die einzelnen Abschnitte. Darin stecken wesentlich konkretere Infos.

Den vollständigen Bericht „protectAlps – Erfassung chemischer Stressoren zum Schutz der alpinen Biodiversität mit Schwerpunkt Insekten“ können Sie hier herunterladen

 




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