Angesichts des Insektensterbens und seiner unmittelbaren Folgen, wie dem Rückgang insektenfressender Arten wie Igel, Hamster und anderen, haben sich Forscher um Shawan Chowdhury von der Friedrich Schiller-Univerität Jena auf die Suche nach Daten zu Laufkäfern begeben. Laufkäfer sind sehr große, weit verbreitete Schlüsselart, die einerseits in ihren Lebensräumen die Schädlinge regulieren, andererseits selbst wichtige Nahrungsquelle für Arten wie zum Beispiel die oben genannten Säuger darstellen.
Die Wissenschaftler sammelten erstmal alle Funddaten zu Laufkäfern aus den verschiedensten wissenschaftlichen Datenbanken und schaufelten sich dann durch den gigantischen Datenberg von fast einer Million Funden von 554 Laufkäfer-Arten. Die Daten stammten aus den Jahren 1988 bis 2023 und lieferten damit eine gute Grundlage, um Entwicklungstrends im Vorkommen zu entdecken.
Das gelang dem Forscherteam für 383 Laufkäferarten. Die Ergebnisse waren erstmal ernüchternd: 78 Prozent der Arten zeigten einen negativen Verbreitungstrend, gehen also eher zurück, nur knapp ein Viertel breiten sich aus. Beim genaueren Hinsehen differnzierte sich das Bild: Mehr als die Hälfte der Arten, nämlich 52 Prozent, sind in den untersuchten 36 Jahren signifikant zurückgegangen. Weitere 22 Prozent hingegen haben sich signifikant ausgebreitet. Die übrigen Arten zeigten durchschnittlich einen eher negativen Trend.
Wie sich zeigte, gingen gefährdete wie nicht gefährdete Arten gleichermaßen zurück, am stärksten allerdings mit 64 Prozent die Arten, die auf der Vorwarnstufe zur Roten Liste stehen. Untersuchten die Forscher die Gruppen nach ihren Eigenschaften, zeigte sich mittelgroße und räuberische Laufkäfer stärker vom Rückgang betroffen waren als große und allesfressende. Dass sowohl kurz- wie auch langflügelige Arten sich tendenziell nicht weiter ausbreiten, war für die Forscher ein Indiz, dass auch die Fähigkeit, zu fliegen und damit Distanzen oder Hindernisse zu überwinden, nicht mehr ausreicht, um in unserer fragmentierten und vielfach für die Käfer ungeeigneten Landschaft zu überleben. Stattdessen machten sie darauf aufmerksamkeit, dass zur Verbreitung auch erreichbare, qualitativ hochwertige Lebensräume zur Verfügung stehen müssen, und dass der Verbund von Biotopen sowie Renaturierung für einen Erhalt der Laufkäfervielfalt elementar sein dürften.
Die vollständige Studie in englischer Sprache können Sie hier nachlesen
Eine PM dazu vom Nationalpark Schwarzwald, der sich mit seinen Datensätzen an der Studie beteiligte, finden Sie hier
Wer mal ein wenig Tiefer in die Laufkäferforschung, die Carabidologie, einsteigen möchte, kann das hier bei der GAC tun….
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