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Dienstag, 05. Mai 2026

Scrollicon
Blick von oben auf dicht gedrängte Honigbienen
05. Mai 2026, 12:59    office@wildes-bayern.de

Ein Managementplan für Stadtbienen


Imkern ist spätestens seit dem Volksbegehren „Rettet die Artenvielfalt“ ungeheuer populär geworden – auch und gerade in Städten. Aber wie geht es eigentlich den Wildbienen mit dieser massiven Ausbreitung der Nutztierart? Unter Experten besteht die Sorge, dass die Konkurrenz um Nahrungsquellen den wild lebenden Arten den Garaus machen könnte. Dieser Frage sind jetzt Wissenschaftler der Technischen Universität München nachgegangen, und sie empfehlen ein Konzept zur Förderung der gemeinsamen Existenz von Honig- und Wildbienen in Städten.

Den Bienen Gutes tun – das ist die Idee hinter „Urban Beekeeping“, dem Imkern in Städten. In Berlin hat sich die Anzahl der Imker in Städten von 2005 bis 2022 mehr als verdreifacht. Ähnlich hoch ist der Zuwachs auch in Städten wie Zürich, Paris und Toronto. Da die Bienenstöcke ausschließlich Honigbienen beherbergen, hat deren Population in städtischen Gebieten ebenso rasant zugenommen.

Deshalb kommt immer mehr die Frage auf: Können Honigbienen und Wildbienen in Städten zusammenleben? Denkbare Herausforderungen sind beispielsweise die Übertragung von Krankheiten oder Konkurrenz um die Ressourcen. Beide Themen werden derzeit in mehreren Städten erforscht.

Wildbienen besonders verletzlich

Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass es verschiedene Arten von Bienen gibt. „Im Gegensatz zu Honigbienen sind Wildbienen oft auf bestimmte Pflanzen und Lebensräume spezialisiert“, sagt Monika Egerer, Professorin für urbane produktive Ökosysteme an der TUM. „Außerdem leben sie meist allein und nicht in großen Kolonien. Daher erholen sich ihre Populationen nach Störungen wie Krankheiten oder Ressourcenmangel viel langsamer.“

Neue Bienenstöcke bringen große Kolonien mit hohem Nahrungsbedarf in bestehende Ökosysteme. Dies kann insbesondere dann problematisch sein, wenn die vorhandenen Blütenressourcen nicht ausreichen. Zusätzlich kann Hitzestress, wie er zum Beispiel bei Bienenstöcken auf ungeschützten Dächern entsteht, den Nahrungsbedarf weiter erhöhen, da die dort angesiedelten Honigbienen mehr Energie zur Temperaturregulation benötigen.

Das „Urban Bee Concept“

Die aktuelle Studie adressiert diese Herausforderungen und schlägt unter dem Namen “Urban Bee Concept” ein Maßnahmenpaket vor. Ziel ist es, eine nachhaltige Balance zwischen artgerechter Honigbienenhaltung und dem Schutz von Wildbienen zu schaffen.

Zu den zentralen Empfehlungen zählen:

• Blütenressourcen mit Blick auf deren Nährstoffangebot gezielt ausbauen und gestalten
• Bienenstockdichte in besonders sensiblen urbanen Räumen reduzieren
• ungeeignete Standorte für Bienenstöcke vermeiden, insbesondere unter Hitzebelastung
• ökologischen Tragfähigkeit urbaner Räume besser abschätzen
• Bienengesundheit und Krankheitsdynamiken systematisch überwachen
• Schulungen, Aufklärung und Verhaltenskodizes durch Imkerverein stärker fördern

„Viele Menschen betreiben Urban Beekeeping, weil sie den Bienen helfen wollen“, sagt Monika Egerer. „Mit mehr Wissen und Austausch können wir sicherstellen, dass sowohl Honigbienen als auch Wildbienen davon profitieren.“

 

Mehr Informationen zur Studie und dem Urban Bee Concept finden Sie hier

Die original Studie in englischer Sprache finden Sie hier




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